Massive Kritik an geplantem Brenner-Windpark

28. April 2011, 19:12
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Zerstörung von naturnahem Landschaftsraum - Störung von Zugvogelroute

Bozen/Innsbruck - Die Alpenvereine aus Österreich (OeAV), Deutschland (DAV) und Südtirol (AVS) haben am Donnerstag ihre Kritik an dem am Brenner geplanten Windpark mit 31 Windrädern erneuert. Durch den Park und den dazugehörigen Infrastrukturmaßnahmen würde einer der wenigen noch naturnahen Landschaftsräume im Brennergebiet zerstört werden. Zudem würden Zugvogelrouten massiv gestört , hieß es in einer Pressekonferenz in Bozen.

Die Vorhaben seien allem voran Straßenbauprojekte im alpinen Gelände. Bestehende Straßen müssten massiv ausgebaut, Kilometer neuer Zufahrtstraßen inklusive Stützbauten und Lawinenverbauungen sowie Materialseilbahnen angelegt werden. Die bisher weitgehend naturnahe Landschaft würde somit in eine weithin sichtbare Industrielandschaft umgeformt, erklärten die Alpenvereinsvertreter. Die für die Windkraftnutzung vorgesehenen Standorte "Sattelberg" und "Sandjoch" in den Brennerbergen seien aus ökologischer, raumplanerischer und gesellschaftspolitischer Sicht nicht tragbar. Insbesondere können die direkten und indirekten Auswirkungen auf die Natur und Umwelt nicht unabhängig voneinander bewertet werden.

Genehmigung als "Dammbruch"

Die Alpenvereine lehnen die Verwirklichung des Windparks aus Gründen des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes dezidiert ab. Die Genehmigung käme "einem Dammbruch gleich" und würde einer Erschließung der alpinen Bergkämme für die Windkraftnutzung Tür und Tor öffnen. Vielmehr müsse die Planung für die Nutzung neuer Standorte zur Energieproduktion nach Kriterien des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes erfolgen.

Auch aus ökologischer Sicht seien die beiden Projekte "äußerst bedenklich". Durch das Kollisionsrisiko mit den Windkraftanlagen wären Zug- und Brutvögel gefährdet. Die Brennerberge lägen an einer wichtigen alpenquerenden Zugvogelroute, Brutvogelarten fänden hier einen wichtigen Lebensraum vor.

Grundsätzlich befürworten die Alpenvereine die Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Sie fordern von der Politik ein Konzept zur Energiewende ein. Bevor über Standorte für neue Produktionsstätten entschieden würde, müssten Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Steigerung des Potenzials von Altanlagen oberste Priorität haben. (APA)

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