Ski-Schaukel würde Naturschutzgebiet teilen

28. April 2011, 18:02
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Projekt am Warscheneck für Rechtsservicestelle Alpenkonvention "Gesetzesbruch"

Linz - Die Gegner der Pläne für eine Skischaukel am Warscheneck im Stodertal bekommen jetzt Rückendeckung vonseiten der Rechtsservicestelle Alpenkonvention von Cipra Österreich. Die nationale Vertretung der Internationalen Alpenschutzkommission hat sich in einem mehrseitigen Gutachten mit dem umstrittenen Vorhaben beschäftigt und kommt zu einem klaren Schluss. Die geplante Seilbahnerrichtung durch das 2008 zum Naturschutzgebiet erklärte Areal steht nach Ansicht der Rechtsservicestelle "eindeutig im Widerspruch zur Verpflichtung der Vertragsstaaten der Alpenkonvention, bestehende Schutzgebiete im Sinne ihres Schutzzweckes zu erhalten".

Für Peter Haßlacher, Vorsitzender Cipra Österreich ist daher klar: "Die Skischaukel würde das Naturschutzgebiet Warscheneck-Nord entzweien. Das wäre ein Vertragsbruch nach der Alpenkonvention und ein Gesetzesbruch, da die konkreten Bestimmungen des internationalen Vertrags in Österreich wie Gesetze gelten." Und nicht nur der Bau, sondern auch eine Korridorschaffung wäre schon rechtswidrig, führt der CIPRA-Vorsitzende aus. Das Land Oberösterreich habe daher alle Maßnahmen zur Vermeidung zu treffen, um nicht vertragsbrüchig zu werden.

10.000 Unterschriften

Die diskutierte Skischaukel mit einer geschätzten Investitionssumme von 75 Millionen Euro sieht eine Verbindung der bestehenden Skigebiete Vorderstoder, Hinterstoder-Hutterer Höss und Wurzeralm vor. Liftbetreiber ist die Sitour Management GmbH von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Gegen das Vorhaben regt sich seit Monaten massiver Widerstand. Neben den Naturschutzorganisationen haben bereits über 10. 000 Menschen mit einer Unterschrift ein Zeichen gegen das Großprojekt gesetzt.

Offiziell eingereicht beim Land Oberösterreich wurde der Pistenausbau bis dato noch nicht. Vonseiten des zuständigen Naturschutzlandesrates Manfred Haimbuchner (FPÖ) gibt es dennoch eine klare Absage. Und ÖSV-Präsident Schröcksnadel merkte noch im Februar an, ihm sei das Projekt "völlig wurscht".

Unter den Naturschützern bleibt man aber skeptisch: "Unter der Decke wird fleißig weiter am Projekt gearbeitet", meint einer. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2011)

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