Fachhochschulen wollen mehr forschen

28. April 2011, 16:10

Was derzeit fehlt, ist die Kontinuität - Typus des "reinen Forschers" gibt es selten

Wien - Die Fachhochschulen haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt in der Forschung engagiert. "Das zeigt schon die steigende Beteiligung von FH an Ausschreibungen und an Forschungsförderungsprogrammen", sagt der Präsident der Fachhochschulkonferenz (FHK), Helmut Holzinger, anlässlich des heute, Donnerstag, zu Ende gehenden Forschungsforum der FH in Wien. Was den FH allerdings noch fehlt, ist die Kontinuität in der Forschung.

Projektbezogen

Die FH sind sehr stark von solchen projektbezogenen Forschungsmitteln abhängig, denn eine Basisfinanzierung für Forschung bekommen sie nicht vom Bund, wie Holzinger beklagt. "Aber ich muss Forschungsteams entwickeln und kontinuierlich aufbauen und dafür muss ich einen Grundstein legen."

Derzeit bekämen die FH "leider nur projektbezogene Finanzierung", seien bei der Einwerbung solcher Projekte allerdings "sehr erfolgreich". Messbar sei das etwa am Grad erfolgreicher Teilnahmen an Ausschreibungen, etwa bei den Rahmenprogrammen auf EU-Ebene. Dort werden lediglich 15 Prozent aller Projektanträge genehmigt, von den österreichischen FH waren 16 Prozent der Anträge erfolgreich. Auf nationaler Ebene seien die FH bei Anträgen an die Forschungsförderungsgesellschaft FFG sehr aktiv: So seien 2009 neun von zwölf genehmigten COIN-Projekten von FH eingereicht worden, 2010 waren es zwölf von 21.

45 Millionen Euro

Die FH selbst investieren pro Jahr 45 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung (F&E), wobei die Aktivität vor allem in der angewandten Forschung und experimentellen Entwicklungen liegt. Grundlagenforschung spiel nur eine unter untergeordnete Rolle.

"In viele Forschungsprojekte sind auch Studierende eingebunden, etwa in Projektlehrveranstaltungen", so Holzinger. Dadurch werde die Forschung automatisch mit der Lehre rückgekoppelt. Den "Typus des reinen, ausschließlichen Forschers" finde man an den Fachhochschulen eher selten. Eher würden Lehrende für große Projekten temporär aus der Lehre herausgenommen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 62
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Soulman
31
18.8.2011, 14:53
Fachhochschulen wollen mehr forschen

wollen und net können... - lieb.

potz
01
Die FH im Schlaraffenland

Auf Unis gibt es auch keine Basisfinanzierung fuer Forschungsteams. Das kommt auch zu 100% aus Drittmitteln.

Aber wenn man damit angibt wie man die Projektcalls mit Antraegen zuschwemmt, aber dann die Zahl der tatsaechlich genehmigten Projekte unter den Tisch fallen laesst, spricht das ohnehin schon Baende.

Got Your Noes!
01
16.5.2011, 07:16

ich bin mir nicht sicher ob forschung wirklich die aufgabe einer FH sein sollte. gehört da nicht eher ausbildung zur lösung praktischer problemstellungen hin? für die forschung ist meiner meinung nach die in grundlagendingen weit umfangreichere uni zuständig. beies gut und wichtig.

empty1
01
16.5.2011, 16:05

es geht eher darum im bereich der "angewandten forschung" stärker aktiv zu werden. ein paar fh-insitute zeigen da mittlerweile auch gute ergebnisse.

Chemist88
01
12.6.2011, 00:34
Unis machen auch "angewandte Forschung"

und sind mMn dazu wesentlich besser geeignet aufgrund des Prinzips einer Uni, geforscht wird hier von Diplomanten/Dissertanten/Postdocs, wobei den Großteil wohl Dissertanten ausmachen. Wer forscht an der FH? Doktoratsstudien gibt es dort ja nicht. Gibt es da einfach ein Forschungslabor parallel zum Studium? Oder sagt ein Professor einfach den Studenten was sie tun solln und werden die so als billige Arbeitskräfte missbraucht?

Somebody Someone
00
20.7.2011, 20:25

An den FH Studiengängen, die ich als externer Lektor kenne, sind die Angestellten zur Gänze mit Lehre eingedeckt. Es kann sich alleine daher schon keine Forschung ausgehen. Forschung erfordert nunmal, dass man sich ein paar Tage in der Woche gänzlich auf die zu untersuchenden Probleme konzentrieren kann.

Desweiteren würde mich interessieren, wo denn an der FH Studenten forschungskompatibel ausgebildet werden? Forschung heißt, man strebt einen neuwertigen Beitrag an, der die Wissenschaft einen Schritt nach vorne bringt. Eine fundierte Grundlagenausbildung ist hierfür zwingend erforderlich. Forschung heißt auch publizieren.

Das, was ich bis jetzt an FH "Forschung" gesehen habe, wird auch von einem mittleren Unternehmen angegangen.

Schwedenbombe
 
00
Was passiert denn

Wenn ich einem Poster folge??

skyrock
00
Sie kommen in sein Private Idaho

was gefährlich sein kann

prado
01
weniger wäre mehr

Kapitalismus Luege
31
29.4.2011, 09:55
Paradigmen Wechsel

Bildung ist heutzutage nicht mehr den Homer auf griechisch lesen zu können - das machen nämlich die Chinesen und Inder auch nicht.

Wenn wir mithalten wollen was die machen, so brauchen wir angewandte Forschung. Was soll daran falsch sein Studenten in Innovationsprozesse einzubinden?

In den BRIC Staaten gibt's sowieso mehr Einsteins als Österreicher fuer ernstzunehmende Grundlagenforschung.

Und ob Homer nun die Telemachie hinzugefügt hat oder nicht, dafür kann man ja noch immer einen Doktor auf der Uni machen.

Soulman
00
18.8.2011, 15:08
ernstzunehmende Grundlagenforschung

...gibt es dort nicht - zumindest nicht auf dem Niveau der USA oder GB. Diejenigen Inder und Chinesen, die wirklich auf internationalen Höchstniveau forschen - sind längst auf den Spitzenunis in diesen Ländern. Es gibt kaum wirkliche anerkannte Durchbrüche in theoretischen Disziplinen von Forschern auf Unis aus diesen Ländern. Dafür sehr viel angwandte Forschung, das stimmt - Nachwuchsproblem gibt es dort ja wohl keines...

Von Grundlagenforschung in den NAWIS haben Sie offenbar eher wenig Ahnung.

Soulman
00
18.8.2011, 15:02
Welch ein Irrtum.

Was Sie als Pardigemnwechsel titulieren - ist in Wahrheit Kleingeistigkeit. Und was die Inder und Chinesen vom Westen abkupfern oder nicht, ist wohl weder ein Maßstab für Bildung oder Ausbildung.

Apropos Inder und Chinesen: In der Spitzen-Grundlagenforschung sind diese Länder nach wie vor abgmeldet, obwohl dort wahnsinnig viel Geld in den Aufbau entsprechender Institionen gesteckt wird. Dafür versuchen Wissenschftler dortiger Unis ständig in westlichen etablierten Journalen zu publizieren, wobei man den Gehalt der Einreichungen getrost als Neuerfindung bzw. Nachahmerei von Dingen betrachten darf, die bei und schon längst bekannt sind. Dafür günden sie dann quasi im Monatstakt ihre eigenen Journale und Verlage - nur zählen die hier nichts.

kleiner Schelm
00

Für die Vorbereitung auf die Forschung ist das Masterstudium da; auch in IngenieursWISSENSCHAFTEN an Unis.

Die Forschung an sich kann dort stattfinden

a) Während der Promotion - hierzu gibt es mehr als ausreichend Möglichkeiten an Unis.
b) In Startup-Firmen! Hier gibt es sehr gute Förderprogramme.

Viele heute große, führende Firmen sind aus Uni-Instituten als Ausgründung heraus entstanden.

the comedian
 
61
29.4.2011, 15:49
es waer aber mehr als gut

wenn die selbsternannten "macher" mehr literatur lesen würden.
zb. zu wissen, was unter "mentor" eigentlich zu verstehen ist, hat für den berufsweg langfristig mehr als positive auswirkungen.
behaupten c programmieren zu können, kann jeder depp....

Henry 'Hank' Chinaski
11
29.4.2011, 16:48
stimmt! evtl. wirklich ein grund,...

... warum die tu-wien mit einigen fhs-im bereich swe kooperiert.

warscheinlich ist es echt besser man beschäftigt sich mit elendslang tiefintellektuellen abhandlungen über die bedeutung der altgriechischen philosophie in selektierten aspekten der objektorientierten programmiersprachen?!? /ironie

sie haben echt keinerlei ahnung - wenn sie nicht ihre vorgefertigten crtl.c+crtl.v statements posten,...

Eagle6
59
29.4.2011, 09:13
Lasst das Forschen lieber...

Im Bezug auf die klassischen Ingenieurswissenschaften (Maschinenbau, BauIng Elektrotechnik, TCh, TPh):
Ganz ehrlich, wenn man nicht einmal die nötigen Grundlagen implantiert bekommt, sondern immer nur "Musterbeispiele" vorgekaut werden und man dann im Semester vll. 10 Beispiele selber rechnet, dann soll mans lieber gleich mit dem Forschen bleiben lassen.
Ich rede da aus eigener Erfahrung (studiere selbst ET an der TU und habe Bekannte, die dasselbe Fach auf dem FH Technikum belegen). Auf der FH kann man mit HTL als "Vorbildung" sogar ein Jahr überpringen und hat somit in seinem kompletten Studium kein einziges Mal(!) Mathematik oder Physik... und sowas schimpft sich dann "Inegnieur".

Und bevor Zweifel aufkommen: Ich bin gern auf der TU.

napnap1
13
29.4.2011, 20:05

kann als bi nur voll zustimmen. als ich zu studieren begonnen hab, hat man sich keine einzige lva aufgrund der htl-kenntnisse anrechnen lassen können.

das niveau von der tu ist halt in den ing-studien kilometerweit über jeder fh. wie die bewertung ihres postings leider zeigt muss man auf der tu studieren um das zu wissen.

kleiner Schelm
12
29.4.2011, 19:02

Mathe ist auch nicht nötig für FH-Ingenieure, da die ohnehin eher in Vertrieb oder als Techniker arbeiten.

iPost
00

Wenn wir schon dabei sind - den Titel Ing. bekommt man mit einer abgeschlossenen HTL in Ö + 3 Jahren Berufspraxis. - Woher sie nun ihren FH-Ing. hernehmen, bleibt mir ein Rätsel.

Selbstverständlich stimme ich Ihnen zu, dass man mit diesen Halbwahrheiten super bashen kann... (werden Sie dafür lukrativ entlohnt?)

Eagle6
02
29.4.2011, 09:20
Ingenieur

...

Henry 'Hank' Chinaski
10
29.4.2011, 16:54
waschainlich wil ehr aukh bahld aine ist,...

(HTL) nicht vergessen! =)

der elch mit dem kelch
15
29.4.2011, 09:04
..wollen mehr forschen...

schön. Forschen ist halt an sich ein Begriff der qualitativ nichts aussagt. Aus eigener Erfahrung werden - an der Uni weniger, an der FH mehr - oft Forschungen und Studien publiziert welche nicht das Papier wert sind worauf Sie gedruckt sind: Forschung im Sinn der versteckten Subventionsvergabe.

Die Forderungen vom FHK Direktor zielen nicht so sehr auf die Forschung an sich ab sondern an die Legtimation und Anerkennung der Institution "FH" an sich und damit auch nach mehr Geld- und Machtzuwachs.

Und dazu müssen halt alle Register gezogen werden. Heute wird halt die "Forschungskarte" gespielt, morgen die Qualitätsmanagementkarte usw.

Es geht um Macht und Einfluss. Nicht um die Forschung an sich.

Henry 'Hank' Chinaski
10
29.4.2011, 17:07
ROFL! stimmt! "das papier nicht wert",...

eigentlich eine freichheit gemessen am publish AND perish von lichtwissenschaften wie thewi, kowi, kogsci, pferdewissenschaf, pflegewissenschaft ect. ect. ect... /ironie!

qualitätskarte?

die braucht man an fhs wirklich nicht auszuspielen - oder wollen sie mal betreuungsverhältnisse, ausstattung, lehrmittel, evaluationskriterien oder akkreditierungsintervalle vergleichen?

ich glaub der elch hat im leben noch keine fh von innen gesehen!

ps: in ihrem vorposting sprechen sie vom technikum wien,... sehen sie sich mal rankings an,... nur weils technikum heisst, is es noch lang keine angesehen fh. da gibts bei weitem bessere! die wiener fhs sind sowieso eher berüchtigt als berühmt. tellerrand? oö,nö,bgld,stmk,ktn? fragens mal an der tu,...

Soulman
11
18.8.2011, 15:27
Blödsinn

Ich kenne eine in Ö. recht bekannte FH (außerhalb Wiens) ganz gut von innen - und muss Ihnen heftigst widersprechen!

Es hapert an den FHs zunächst schon an der Qualifikation der Vortragenden - unpackbarer Einfluss der Lokalpolitik, Parteibuch- und Freunderlwirtschaft zum Grausen, fast 20 (!!) J. nach der Einführung noch immer keine ernstzunehmende Qualitätskontrolle (ein Blick nach Deutschland, wo das FH-Niveau deutlich höher ist, hiflt), Lehrpersonal, das sich typisch aus gescheiterten PostDocs zusammensetzt, also Leuten, die irgendwann (nicht grundlos) aus dem Wissenschaftssystem gekippt sind (und eine Habil. nie schaffen) - wobei ein Doktorat schon selten genug ist; es reicht ja oft schon ein normaler Studienabschluss zum Unterrichten.

AndiBacher1985
21
28.4.2011, 23:30

Ich seh schon, wie der Erwin P. und Konsorten nach Wien schreien, dass die armen FHs vom FWF benachteiligt wird, und es zu einer Quotenregelung kommen wird :-o

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