Kampfjet-Auftrag für Europäer, US-Botschafter tritt zurück

28. April 2011, 16:23

Diplomat Timothy Roemer "tief enttäuscht" - Obama hatte sich persönlich für Großauftrag eingesetzt

Neu Delhi - Im Rennen um einen elf Milliarden Dollar schweren Auftrag für indische Kampfflugzeuge biegen die französische Dassault und das EADS-Konsortium Eurofighter als letzte Kandidaten auf die Zielgerade. Die US-Schwergewichte Boeing und Lockheed Martin hätten dagegen die technischen Anforderungen der indischen Luftwaffe nicht erfüllen können, verlautete am Donnerstag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums. Indien - der schwedischen International Peace Research Institute zufolge der weltgrößte Waffen-Importeur - stellt mit der Vergabepolitik seine internationalen Beziehungen auf eine breitere Basis - und könnte die USA mit der Nichtberücksichtigung vergrätzen.

"Das ist ein Rückschlag für die politischen Beziehungen", sagte der frühere indische Außenminister Kanwal Sibal. Überraschend trat am Donnerstag der US-Botschafter in Indien, Timothy Roemer, zurück. Als Begründung wurden persönliche wie berufliche Gründe genannt. Die Botschaft wollte sich nicht zur Frage äußern, ob die Entscheidung mit der Abfuhr für die US-Konzerne zusammenhing. Roemer äußerte sich "tief enttäuscht". Die USA würden aber weiter versuchen, die Zusammenarbeit mit Indien bei Rüstungsprojekten auszubauen. US-Präsident Barack Obama hatte sich bei einem Besuch vor fünf Monaten persönlich für den Mega-Deal eingesetzt.

Indien hatte sein Verteidigungsbudget für das Geschäftsjahr bis März 2011 um knapp zwölf Prozent auf mehr als 36 Milliarden Dollar erhöht. Rivale China gibt damit offiziell aber immer noch mehr als das Doppelte aus.

Lockheed hatte seine F-16 und Boeing die F/A-18 Super Hornet ins Rennen gegen die Rafale von Dassault und den Eurofighter von EADS geschickt. Eine Abfuhr bekamen neben den Amerikanern aber auch die schwedische Saab mit ihrem JAS-39 und Russlands MiG-35. Boeing sprach von einer Enttäuschung. Dassault und Eurofighter wollten sich nicht äußern. Boeing hatte kürzlich EADS bei einem rund 30 Milliarden Dollar schweren US-Tankflugzeugauftrag für die US-Luftwaffe ausgestochen. (Reuters)

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MacTux
22
13.5.2011, 15:07
frankreich

wetten, dassault/frankreich wird gewinnen.

frankreich gibt dann durch die hintertür noch einiges an atomtechnologie dazu.

Bitte Bitte
20
13.5.2011, 05:33
Wir hätten da auch noch

einige Euro-Fighter abzugeben ...

Getier
00

geh komm.
das „AST 403“-Konzept war eine erstes konzept mit angedachten ideen und design. diese ideen sind dann in den eurofighter geflossen. das kannst du jetzt glauben oder nicht. tatsache ist das die ersten züge des flugzeuges mit diesem konzept entstanden sind.

Doc Steel
01
30.4.2011, 08:11
freie marktwirtschaft.

made in usa.

können sich halt nicht den rumpold leiset.....

europa.eu
119
29.4.2011, 07:42
US-Präsident Barack Obama hatte sich bei einem Besuch vor fünf Monaten persönlich für den Mega-Deal eingesetzt.

Der Friedensnobelpreis tingelt durch die Welt und bewirbt Kriegsgerät.

Man lasse sich das auf der Zunge zergehen.

Der_Klingone
04

Hier muss ich aber für Obama in die Bresche springen: Er hat ja nicht um den Nobelpreis gebettelt.

Es war das Vergabekomitee selber, welches - wie schon so oft in den letzten Jahren - diesen Preis vorauseilend und nicht ganz nachvollziehbar vergab.

MacTux
00
13.5.2011, 15:05
bresche

na ja, bresche hin oder her.
er hätte ihn ja auch nicht annehmen müssen bzw auch die nominierung ist ja auch etwas was jemand betreiben muss, so wie beim hofrat hierzulande.
bei seinem medialen geschick würde es mich wundern wenn er da nicht auch die kandidatur betrieben hätte

Decius
02
29.4.2011, 08:47
Warum sollte man?

Er führt auch gerade 2* Kriege. Ist ja nichts ungewöhnliches für Friedensnobelpreisträger.

*und ein halber in Libyen

Alf von Melmak
 
014
29.4.2011, 07:12
Boeing hatte kürzlich EADS bei einem rund 30 Milliarden Dollar schweren US-Tankflugzeugauftrag für die US-Luftwaffe ausgestochen.

'
Und? Wieviele europäische Botschafter sind daraufhin zurückgetreten, bzw. haben von einer furchtbaren Enttäuschung gesprochen?

Der_Klingone
00

Na das sich die Amerikaner beim Eigengebrauch eher für Boeing entscheiden ist doch klar, oder? Da hängt ja viel mehr dran ;-)

Jedenfalls kann man das keineswegs mit einem Exportdeal vergleichen.

Gendo
00

Nun, zu erst hatten man sich für die Europäer entschieden und sie dann doch irgendwie rausgeboxt. Das war im Grunde schon eine etwas herbere Nummer!

Minimax14
00
29.4.2011, 04:51
Der aufgeregte Herr Konsul

Für einen Unternehmer ist ein entgangener Auftrag kein Grund dem nichtgewordenen Kunden die Freundschaft zu entziehen. Dies ist eine zwischenmenschliche Frage und ein wirtschaftliches Kalkül. Schließlich ist dies ja nicht der einzige Auftrag, der in den nächsten Jahren zu vergeben ist. Ein Bruch in der Kommunikation wird den Partner sicher nicht darin bestärken, dass eine Geschäftsbeziehung sinnvoll gewesen wäre oder in der Zukunft sein würde.
Wer sich jedoch zu einem solchen Verhalten hinreißen lässt dokumentiert wenig Feingefühl - und dass er möglicherweise für gewährte Akquiseerleichterungen in Form von kleineren Geschenken nun nicht die erwartete Gegenleistung erhält. So oder so ist die Sache also eine Blamage für den Herrn Obama.

Allmächtiger Satan
10
29.4.2011, 04:49

Wer will schon Weichwährungsmassenvernichtungswaffen. Harte Euros müssen da her.

Horst Holzinger
13
29.4.2011, 03:43
Ich verstehe nicht das Problem der USA, bei 11 Mrd. US$.

Die druckt Hr. Ben Bernenke doch in einer halben Stunden, sofern er grosse Scheine drucken lässt.

Dann lässt er halt die Maschinen eine halbe Stunde länger laufen und die USA haben über Ausdünnen der Währung die Welt an den 11 Mrd. teilhaben lassen.

Das geht, zumindest solange die USA die Weltreservewährung stellen.

Minimax14
00
29.4.2011, 04:45
Es bleiben genügend andere Betätigungsfelder für die Rüstungsindustrie...

... Atommüllentsorgung zum Beispiel:

http://www.doppelklicker.de/Uran-Bomb... 863.0.html

Adam Markus
213
29.4.2011, 02:20

Ich möchte hier einmal die Frage stellen, warum ein Staat, der es noch nicht einmal schafft seine Bevölkerung zu ernähren, Straßen zu Bauen, Wasser/Stromleitungen zu verlegen, Kinderarbeit zu verbieten oder eine soziale Grundversorgung einzurichten, sündhaft teure Kampfflugzeuge kaufen muss?

Und was China angeht. Vielleicht sollten sich die Inder zuerst einmal ein Beispiel an China nehmen was soziale Versorgung oder Kinderarbeit angeht, weil im Vergleich zum super-demokratischen aufstrebenden Wirtschaftswunderstaat Indien ist die Situation in China immer noch hundertmal besser. Und das sagt schon viel.....

Lichtfreak
00
14.7.2011, 16:00
Weil er nicht zur islamischen Weltgemeinschaft gehören will?

Vorsicht beim Tippen,
03
14.7.2011, 07:33
Zweiter Teil.

Schauen Sie sich das Verhältnis der Militärausgaben zum BIP von Indien, Pakistan und China an.

China ist ja schon einmal im Nordosten Indiens einmaschiert. damals konnte Indien nichts entgegensetzen. Und mit Pakistan herrscht ,vorsichtig ausgedrückt, ein gespanntes Verhältnis.
Die Amis wundern sich das Sie kein Geschäft machen.
Wenn man einen Feind militärisch unterstützt (PAK) was erwartet man dann?
Und nur so die Schulden von Indien:52,8% vom BSP (federal and state debt combined).
Wieviel haben USA, EU-Mitgliedsländer?

Vorsicht beim Tippen,
12
14.7.2011, 07:22
Na bumm, Sie bedienen ja Populisten perfekt.

Zu ihren ersten Absatz. Verhungern in Indien gibt`s nicht. ( Es muss ja nicht jeder so fettgefressen ausschauen wie die Leute in A,D,USA. ) und Infrastruktur wird auch gebaut. Kinderarbeit ist verboten. ( Die Kontrolle und Korruption ist das Problem, aber da sollten wir Österreicher den Mund nicht zu voll nehmen).
Zum zweiten Absatz. Wenn man in Indien vor dem Fernseher sitzt wird man sehen das sich die Inder sehr genau mit dem Unterschied zwischen China und Indien beim Wirtschaftswachstum auseinandersetzen.
Indien ist halt wirklich ein demokratischer Bundes-Staat und China eine Diktatur.Und nur so die Frage, wie lange waren Sie in den letzten 20 Jahren in Indien oder ausserhalb der Großstädte in China?

Gendo
01

Nun der Haupfeind Indiens ist auch keine kleine Insel vor der Küste die nur dank US Hilfe vor der VR sicher ist, sondern ein instabiler Staat mit rießigem Heer und A-Bombe.
Das die Menschheit so dämlich ist Unsummen in das (potentelle) Töten der eigenen Art zu Investieren ist leider nicht so schnell abstellbar.
P.s. die VR könnte auch das Geld für ihre Soldaten weit besser in anderen Projketen gebrauchen die den Menschen zu gute kommen.

lassen Sie mich durch
10
29.4.2011, 13:56

weil Sie eine Atommacht sind und machen können was Sie wollen,ausserdem kein land der Welt kann 1,2 Milliarden Menschen ernähren.

an sich haben Sie vollkommen recht,es ist wirklich nicht nötig für indien,so auf den putz zu hauen.

Martin Rosenkranz, airpower.at
30
29.4.2011, 12:03
Der Archipel Sozialstaat ist sowieso am absteigenden Ast

Was sie da als "Vorbild" skizzieren ist ein todgeweihtes Modell.

Der_Klingone
03

Zum Glück hat sich aber die Oase "Individualisten- und Kapitalland" als deutlich besser erwiesen. Sind ja alle auf dem aufsteigenden Ast, gell? ;-)

Ratlos
00
29.4.2011, 08:06
Das können Sie ihre Mama fragen - die erklärt Ihnen vielleicht das Indien ein paar "böse" Nachbarn hat und das die Inder recht haben weil die viel bessere Unis haben als wir....

Übrigens würde ihre Argumentationslinie darauf hindeuten das wir noch ein paar hundert Eurofighter kaufen sollten denn in Ö gibt es all die von Ihnen angesprochenen Dinge....

sanginius
13
29.4.2011, 00:35
der Gripen wäre eigentlich das Ideale Flugzeug für Österreich gewesen

das wäre politisch, militärisch und finanziell sicher gscheider gwesen als der Eurofighter Deal

politisch daher weil AT als neutraler Staat lieber mit anderen Neutralen Staaten Rüstungsgeschäfte machen sollte als mit den NATO Staaten, "Bruder Deutschland" hin oder her. just my 2 cents

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