VCÖ Untersuchung

Kein Leiberl beim Alltagsradfahren

28. April 2011, 16:20
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    foto: reuters/tim wimborne

    In Oulu - Finnland, Polarkreis - werden 25 Prozent der Alltagswege mit dem Fahrrad zurückgelegt, in Österreich sieben Prozent.

Nach einer aktuellen VCÖ-Studie ist Österreich beim Alltagsradfahren meilenweit vom europäischen Spitzenfeld entfernt

In den Niederlanden ist der Radverkehrsanteil vier Mal, in Dänemark drei Mal so hoch. Im niederländischen Groningen ist er mit 38 Prozent doppelt so hoch wie in Österreichs Radhauptstadt Bregenz. Wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, ist Österreich beim Alltagsradfahren weit vom europäischen Spitzenfeld entfernt.

Die am 28. April im Parlament beschlossene StVO-Novelle sieht der VCÖ als eine vergebene Chance, der Spitze näher zu kommen und fordert die rasche Aufhebung der Radwegbenützungspflicht und die Zulassung von Fahrradstraßen.

"Von der Champions League so weit entfernt wie beim Fußball"

"Österreich ist beim Alltagsradfahren von der Champions League so weit entfernt wie beim Fußball", hält VCÖ-Experte Martin Blum fest. In den Niederlanden werden 26 Prozent der Alltagswege mit Rad gefahren, in Dänemark 19 Prozent, in Deutschland elf Prozent und in Österreich nur sieben Prozent, zeigt die  VCÖ-Untersuchung.

Auch im Städteranking liegt Österreich deutlich hinter dem Spitzenfeld. Im holländischen Groningen und im deutschen Münster werden jeweils 38 Prozent der Alltagswege geradelt, in Kopenhagen beträgt der Radverkehrsanteil 35 Prozent, im schwedischen Vaesteras 33 Prozent, im italienischen Ferrara 30 Prozent und in Winterthur in der Schweiz 25 Prozent.

"Eine vergebene Chance"

Österreich spielt in einer anderen Liga. In der Radhauptstadt Bregenz werden 19 Prozent der Wege geradelt, in Graz und Salzburg jeweils 16 Prozent und in Wien fünf Prozent. "Die Städte und auch die Bundesländer bemühen sich sehr, doch leider blockiert der Bund wichtige Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs. Die StVO-Novelle, die heute im Parlament beschlossen wird, ist eine herbe Enttäuschung und eine vergebene Chance, Österreich beim Alltagsradfahren an die europäische Spitze heranzuführen", betont Blum.

So sind ursprünglich geplante Maßnahmen für das Radfahren, wie die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht und die gesetzliche Verankerung von Fahrradstraßen, aus der StVO-Novelle wieder gestrichen worden. Übrigens alles Maßnahmen, die im Masterplan Radverkehr des Umweltministeriums vorgeschlagen werden. Lediglich eine Kinderhelmpflicht wurde beschlossen, die es weder in den Niederlanden, noch in Dänemark, Deutschland oder der Schweiz gibt, kritisiert der VCÖ.

Umfrage zur Zufriedenheit am Rad

Martin Blum plädiert für folgende Maßnahmen in Österreich: eine stark eingeschränkte Radwegbenützungspflicht, die Forcierung von Fahrradschnellstraßen, mehr Mittel für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur und Bewusstseinskampagnen für den Umstieg vom Auto auf das Rad. In Deutschland werden diese Punkte im Rahmen eines nationalen Radverkehrsplans derzeit Schritt für Schritt umgesetzt.

Wie zufrieden die Österreicher mit den Bedingungen zum Radfahren sind und welche Maßnahmen gewünscht werden, erhebt der VCÖ im Rahmen einer Umfrage unter www.vcoe.at/radfahren (red, derStandard.at, 28. April 2011)

Anteil der Alltagswege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (Quelle: VCÖ 2011):

Groningen (NL): 38 Prozent
Münster (D): 38 Prozent
Zwolle (NL): 37 Prozent
Kopenhagen (DK): 35 Prozent
Vaesteras (SWE): 33 Prozent
Utrecht (NL): 32 Prozent
Odense (DK): 30 Prozent
Houten (NL): 30 Prozent
Ferrara (I): 30 Prozent
Amsterdam (NL): 28 Prozent
Aarhus (DK): 27 Prozent
Niederlande: 26 Prozent
Winterthur (CH): 25 Prozent
Oulu (Finnland - am Polarkreis): 25 Prozent
Malmö (SWE): 24 Prozent
Bremen (D): 22 Prozent
Basel (CH): 20 Prozent
Cambridge (UK): 20 Prozent
Dänemark: 19 Prozent
Bregenz: 19 Prozent
Graz: 16 Prozent
Salzburg: 16 Prozent
München (D): 14 Prozent
Berlin (D): 13 Prozent
Schweden: 11 Prozent
Deutschland: 10 Prozent
Schweiz: 9 Prozent
Finnland: 9 Prozent
Österreich: 7 Prozent

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 202
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Kristof E.
00
Einfach zu gefährlich

Bei uns in Wien haben Radfahrer einfach keinen Stellenwert im Verkehr. Weder Fußgänger noch Autofahrer scheinen sich um Radfahrer zu scheren. Fußgänger laufen ständig ohne jede Rücksicht und ohne zu schauen über Radwege. Und Autofahrer überholen einen dermaßen knapp, dass es einem Versuch der schweren Körperverletzung nahe kommt. Radwege werden zugeparkt, Wenn man als Radfahrer Vorrang bei der Kreuzung hat, hindert das manche Autofahrer dennoch nicht diesen für sich zu beanspruchen. Der Radfahrer wird ja wohl keinen unfall provozieren wollen.
Ich fahre gerne und viel Rad, aber mit keinem anderen Verkehrsmittel fühle ich mich dermaßen gefährdet wie am Rad in Wien.

entenfutallesgut
53
30.4.2011, 19:04
Ich hab 15 Stationen Öffis in die Arbeit

und am Abend wieder 15 zurück. Und nicht grad ohne Höhenmeter. Daß in kleinen Dörfern mehr radgefahren wird ist schon logisch. Aber ich muß ja nicht fäulert ankommen in der Arbeit.

purecynicism
10

ganze 15 stationen mit den öffis. und wo machen sie die gar so vielen höhenmeter in wien? oder wohnst am ende von da eisernen?

1 Wolfgang 1
64
30.4.2011, 12:01

Dieses Radl-Sektierertum des VCÖ nervt gewaltig.

Zu der Statistik: wo es brettleben ist, wird mehr Rad gefahren, na sowas.

Freakus T. He
08
30.4.2011, 12:21
Nur dadurch

sind die Zahlen nicht entstanden. Fahr mal in Wien bissl mitm Radl herum, dann wirst sehn warum!

phorus
00
30.4.2011, 03:37

mich wundert, dass berlin nicht zumindest im mittelfeld rangiert. dort ist das rad das ideale verkehrsmittel: breite fahrbahnen, kaum steigungen und gehsteige so breit, dass sich niemand aufregt, wenn man mal dort fährt.

Neuer Nick neues Glück
00
30.4.2011, 08:57

Berlin hat einerseits gute Öffis, andererseits die doppelte Fläche Wiens, entsprechend sind viele Wege halt weiter.

Saurer Zivi
27
29.4.2011, 22:19
es gehören ganz andere maßnahmen her! der vcö möge doch einmal so nett sein und das verbrauchte volumen von treib- und heizstoffen in schwimmbecken oder kubusform darstellen.

pro tag, pro woche, monat und jahr.

dann den EU-weiten verbrauch von Ö aus extrapoliert.

das würde unseren benzinnarrischen politikern die augen weiter öffnen!

die infrastruktur für radfahrer ist zwar vorhanden, aber zu zaghaft vorangetrieben.

solange wir noch ein halbes jahr nur über die nicht-platzierung von fahrradbügeln herumstreiten, weil ein halber parkplatz geopfert werden müsste, ist das bewusstsein noch nicht vorhanden.

hoffe, dass es an den tankstellen bald so wie in bayern schockerlebnisse geben wird - 1 L sprit zu wohlfeilen €9,99.

Vorschlag: Eine Gürtelspur für Fahrrad am WE bzw Freitag abzwacken, detto die M-Straße, detto jeweils 1 Spur Westein+ausfahrt.

Am Tag des Marathon war die Luft wesentlich besser!

meinrad
00

was ist die m-straße?

träger koffer
00
mariahilferstr. auch "mahü" genannt

meinrad
00

ah so... nur wo willst da eine spur abzwacken?

Parkschwein
31
30.4.2011, 20:58

bei der westeinfahrt bin ich dann draufgekommen dass der schwachsinn ironisch gemeint ist.

maxbz
07
29.4.2011, 22:06
Beschämend für die Politik!

Gegen jeden Sachverstand sogar aus dem eigenen Ministerium werden alle Verbesserungen unterschlagen und das unnötigste und kontraproduktivste für den Radverkehr (Helmpflicht) umgesetzt.

Postingname 2.0
02
10.5.2011, 12:27

Ja, aber die Bures Dorli hat gesagt, dass dann alle viel sicherer unterwegs sind. Und der Wirtschaft, haben die Christlichsozialen gesagt, geht's dann auch besser, wenn alle einen Helm kaufen tun.

Volleystop
22
29.4.2011, 22:01
Wenn man ein Fahrrad als Transportmittel benutzt,

muß man es auch immer wieder abstellen. In Wien heißt das alle paar Monate ein neues Rad - weil das alte gestohlen wurde.

Dieses Problem führt bei vielen Stadtbewohnern zur Nutzung des Rads ausschließlich als Sportgerät.

bluebeard's 8th wife.
10
ich fahre ein mittelpreisiges, aber schnittig aussehendes croos-bike mit guten kompontenten,

und das steht untertags immer dort, wo meine termine grad sind. (und ich hab noch nicht einmal die schnellspanner bei den radln ausgetauscht, zach wie ich bin).

mir ist noch nicht einmal die mobile vorderlampe weggekommen.

und das ist das dritte rad in 12 jahren. (die beiden vorgänger hab ich dem integrationshaus gespendet.)

rein anekdotisch tu ich mir schwer, das mit den tausenden gerklauten rädern zu glauben.

abgesehendaavon: ich kenne münster sehr gut. dort stehen tausende radln nur mit speichenschlössern gesichert auf den straßen, dementsprechend werden immer wieder welche geklaut.

das hält dort aber niemanden vom radfahren ab (ebenso wenig wie das eher feuchte klima).

Tompkins, Mr. Tompkins
 
21
30.4.2011, 09:26
Also ich habe letzten ...

... Samstag mein Rad einen ganzen Tag lang im siebten Bezirk ganz ohne Schloß abgestellt und habe es am Abend immer noch dort vorgefunden, wo ich es verlassen hatte. Gut, war wohl eine ordentliche Portion Glück dabei, aber man soll nicht immer so schirch reden. ;-)

Neuer Nick neues Glück
02
30.4.2011, 10:59

Nächster Feldtest: Die Bezirke 2, 10, 11, 12, 15, 16, 17.

human ic
12
30.4.2011, 08:46

wenn man ein fahrrad in wien abstellt muss man es auch immer ordentlich absperren. dann bleibts einem auch.

WLG
02
30.4.2011, 21:45

zumindest das halbe...

human ic
00

war da was nicht ordentlich abgesperrt ?

Joe Bazooka
 
00

'hälfte' ist aber sehr grob geschätzt, kostenmäßig gibt es zwischen vorder- und hinterteil schon einen größeren unterschied, das verhältnis ist eher 1:3 als 1:1

Volleystop
00
29.4.2011, 21:53
Wenn man ein

Neuer Nick neues Glück
04
30.4.2011, 10:59

Ohne Frage, ja.

Joe Bazooka
 
02

es sei den, man hat

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