Das Elektroauto fährt mit jedem Strom

28. April 2011, 17:05
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    foto: werk

    Audi R8 E-Tron vor Solarkraftwerk: So sauber wie hier wird uns die Elektroautozukunft gern verkauft. Wahr ist: Im Prinzip müsste die Atomkraft ran - oder neue Kraftwerke.

Nach der Fukushima-Reaktorkatastrophe hieß es, dass das Ende des Atomzeitalters besiegelt wäre und auch das E-Auto kaum Chancen hätte. Fehlalarm

Das Elektroauto ist tot, es lebe das Elektroauto? Ein paar Wochen nach der Katastrophe in Japan stellt sich die Thematik folgendermaßen dar. Erstens: So tief der Schock im ersten Moment auch gegangen sein mag, Atomkraft ist noch lange nicht tot. Zweitens: Auch wenn das Elektroauto ein willkommener neuer Stromverbraucher im großen Stil ist, es funktioniert genauso mit Strom aus anderen Quellen.

Zur Energiefrage: Dass in Deutschland ein paar Atomkraftwerke vorübergehend abgeschaltet wurden, erfüllt noch nicht den Tatbestand einer Energiewende. Im größeren Teil der Welt spricht man lediglich davon, die Atomkraftwerke noch sicherer zu machen, auch wenn allein das "noch" schon zynisch-absurd klingt. Aber was am schwersten wiegt: Atomkraft ist nur am Rande ein Energiethema.

Die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki 1945 hätten wohl das sofortige schreckliche Ende der Tändelei mit der Radioaktivität bedeutet, wenn nicht gleich darauf die sogenannte friedliche Nutzung der Kernenergie ausgerufen worden wäre. Dabei bestand ja gar kein Bedarf. Es gab genug Kohle und Erdöl und noch keine Klimaerwärmung, und das Potenzial zum Ausbau der Wasserkraft schien unendlich. Das heißt, Kernenergie mit "sicherer" Energieversorgung in Verbindung zu bringen, erscheint in mehrerlei Hinsicht absurd. Gleichzeitig: Eine Atommacht benötigt die "friedliche" Nutzung der Kernenergie schon deshalb, weil sie sonst nicht in der Lage wäre, ständig auch waffenfähiges Material bereitzuhalten.

Stand der Dinge ist aber auch, dass die Kernkraftbranche hohes Interesse an einem quicklebendigen Elektroauto in seiner Funktion als Stromverbraucher hat. Nicht zufällig sind französische Autohersteller ganz besonders aktiv in Sachen Elektroauto. Tatsache ist ferner, dass man für Fortschritt sehr viel Geld benötigt. Das heißt, sollte die Atomfraktion nun tatsächlich in finanzielle Engpässe geraten, könnte das vorübergehend Auswirkungen auf die Entwicklungsgeschwindigkeit auf dem Elektroautosektor bedeuten. Zurück in die Tube geht die Paste aber nicht mehr. Zu faszinierend und zu greifbar ist das Herumsurren ohne Verbrennungsmotorgeräusch bereits.

"Regenerativ" zieht immer

Die Autohersteller wissen schon lange, welche Energieformen beim Volk ankommen. Auch bei Renault sind keine Atomkraftwerke in den Elektroautofoldern zu finden, sondern Windräder. Bei der Frage nach dem Ursprung der Energie für Elektrofahrzeuge wird immer von "regenerativ" und "nachhaltig" gesprochen.

Eine zentrale Frage ist natürlich, wie sehr das Elektroauto den Stromverbrauch tatsächlich in die Höhe treibt. Und hier sieht man schon, wie jede Art von Technik auch Abenteuer ist. Das lässt sich nämlich ganz schwer sagen. Einerseits ist anzunehmen, dass Elektroautos doch überwiegend in der Nacht geladen werden, wenn der Stromverbrauch geringer ist, was zu einer stärkeren Auslastung der Kraftwerke, aber nicht unbedingt zu einer höheren Spitzenlast führt. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass Elektroautos das Netz auch zu Spitzenzeiten durch Schnellladen enorm belasten werden.

Da streiten die Experten. Sicher ist aber: Das Elektroauto ist in unseren Köpfen angekommen, die Elektrizitätswirtschaft sieht darin ein großes Geschäftsfeld, und zwar ob mit oder ohne Atomstrom.

Audi R8 E-Tron vor Solarkraftwerk: So sauber wie hier wird uns die Elektroautozukunft gern verkauft. Wahr ist: Im Prinzip müsste die Atomkraft ran - oder neue Kraftwerke. (DER STANDARD/Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/29.04.2011)

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    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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Posting 1 bis 25 von 44
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kasperl-und- Petzi
01
29.4.2011, 17:14
Das ist so falsch da weis man gar nicht wo man anfangen soll.

Eine Atommacht benötigt die "friedliche" Nutzung der Kernenergie schon deshalb, weil sie sonst nicht in der Lage wäre, ständig auch waffenfähiges Material bereitzuhalten.

Die Spaltprodukte von einem KKW sind wertlos fuer die Waffenbauer. Desswegen gab es immer eignene Reaktoren dafuer.

Man kann auch Kernwaffen ohne Reaktoren herstellen

Man hat ja genug Material zum Basteln da braucht man kein neues.

Was redet der Mensch fuer einen Stuss...
Bitte schreib ueber Autos und nicht ueber Dinger von denen du nichts aber auch gar nichts verstehst oder frag wenigstens jemanden der es weis.

the future is bright
11
29.4.2011, 14:19
Energiewende -

es kann ja jeder mal leicht nachvollziehen, was möglich wäre: Heimatgemeinde hernehmen, wenns nicht Wien oder eine andere "Groß"stadt ist und die Haushalte ermitteln, den Stromverbrauch hochrechnen, den Heizbedarf, die Autos und was man halt sonst noch an Energie so braucht. Dann hat man eine Größe, mit der man rechnen kann und mit der man sich eine dezentrale Energieversorgung überlegen kann - welchen Mix bräuchte man, wieviel könnte man über Biomasse bekommen etc.

Unser Hauptproblem sind die unüberschaubaren Massen - das Phänomen der grossen Zahlen Giga, Terra .....

Nur: wenn das für 100 - 500 Haushalte möglich ist wirtschaftlich betrieben zu werden, dann gehts auch für 100.000 oder 2,5 Mio - Beispiele gibts schon (= nicht Güssing)

kasperl-und- Petzi
01
29.4.2011, 17:16
Falsch

Nur weil das fuer 500 Haushalte geht geht das noch lange nicht fuer 2.5M.

Es ist was anderes ein Nest wie Guessing zu versorgen oder Wien.

jaja-nein
 
00
13.8.2011, 13:40

und ob das gehen würde ..der müll den wien Produzietr und das gas das man einfach so entweichen lasst .... ohne es zu nutzen ... fakt ist es gibt berechnungen die das schön vorrechnen was alles gehen würde nur dank den roten alen voran OMV die alles blokieren was geht so auch das Gasnetz in güssing anfänglich ... na da könnt ich sahcen erzählen unglaublich

the future is bright
00
29.4.2011, 14:28
ein Problem

ist die Netzhoheit - daher haben deutsche Komunen schon begonnen, Netze freizukaufen. Das gilt natürlich besonders bei uns für Strom und Gas und auch für Fernwärme - das wird nicht aus der Hand gegeben - das ist sozusagen die Dauermühle.

Aber wenn man die Netzhoheit in den Griff bekommt, sind viele Dinge möglich. Und wenn man eine Gemeinde unter ein vernünftiges Konzept bekommt, hatr man auch ein vernünftiges Finanzierungspotential - 500 Haushalte x € 2.000 Energiekosten X 50 Jahre x zukünftiger Energiekostensteigerung = ein nettes Potential.

Ja - ich weiß schon Leitung für Fernwärme graben kostet aber viel mehr.... Frage dann: zahlt das jetzt die Caritas oder wie wird das gerechnet?

-e!-
00
29.4.2011, 13:43

Ich weiß nicht, ob ich da über veraltete Daten verfüge, aber ich meine gelesen zu haben, dass der Umstieg auf Elektromobilität bei PKWs den Stromverbrauch um 3%, also bewältigbar, steigern würde.

Zudem, so kommuniziert, wäre es möglich die in Autos verbauten Akkumulatoren durch Smart Grids als Speicher zu nutzen, was der Windenergie zuträglich wäre, weil da eben keine konstante Energiegewinnug erfolgt. Damit wären Elektroautos eher eine Ergänzung zu alternativen Energieformen.

Wieso also doch Atomkraftwerke?

Es scheint so, als ob hier eine zahlungskräftige Lobby Propaganda betreibt. IMHO sollte man generell bei der Energieversorgung einen dezentralen Ansatz verfolgen - manche Gemeinde erreicht ja schon jetzt die Energieautarkie.

WBR
00
29.4.2011, 15:55
Nicht ganz so wenig

Die 3% bezogen sich vermutlich auf einen E-Auto-Anteil von 20 Prozent oder so.
Es kann sich jeder selbst ausrechnen: Die Verbrauchswerte aktueller E-Autos liegen in der Gegend um 15 kWh/100 km.
Wenn angenommen 5 Millionen Autos je 15.000 km im Jahr fahren, ergibt das einen Verbrauch von 11,25 Terawattstunden. Laut wikipedia soll der österreichische Stromverbrauch im Jahr 2010 74,6 TWh betragen. Es wäre also eine Steigerung um 15 Prozent.
Die 5 Millionen Autos á 15.000 km passen übrigens zu einer Abschätzung des VCÖ von 2003, in der von 70 Milliarden PKW-Kilometern pro Jahr die Rede war.
Inzwischen dürften es aber vermutlich etwas mehr sein.

-e!-
00

Vielen Dank für die Info! Ein Umstieg wird aber sowieso nur schrittweise erfolgen - also ist die Steigerung von 3% realistisch, oder?

WBR
00
Vermutlich ist auch 1% noch in weiter Ferne

Ich selbst bin ja, obwohl Elektroauto-Fan, ziemlich pessimistisch, was dessen nähere Zukunft angeht. Damit E-Autos in den zweistelligen Prozentbereich kommen, braucht man vermutlich einen 50 kWh-Akku zu 200 kg, der nicht mehr als 3000 Euro kostet. Davon sind wir noch weit entfernt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Stromverbrauch auch in Zukunft weiter ansteigen. E-Autos werden an diesem Anstieg aber noch für einige Jahrzehnte praktisch keinen Anteil haben. Meiner Einschätzung nach.

Medikamentologe
00
29.4.2011, 12:07
tja,..

ein e-auto als zweitauto (ist halt leider notwendig) und pv module aufs dach. mit 70km reichweite fahr ich die ganze woche in die arbeit und die kids zur schule. dafür reichts. wenns mal sein soll, hilft der range extender aus. nachgerechnet hab ichs noch nicht, aber wenn wir nicht irgendwann anfangen umzudenken.. in dem fall gern bin ich gern early adopter. hoffe, dass sich das in den nächsten 5 jahren umsetzen lässt (verm. auch eine frage der marktreife von lithium-schwefel zellen).

Walter Kaiser.
00
29.4.2011, 07:54
Die Einzig Wahre Lösung

Kleine Atomreaktoren in Massenproduktion. Einmal Brennstäbchen "tanken" und man fährt 10000x um die Welt.

(Achtung, Ironie)

Trabant Turbo GTI
00
21.5.2011, 18:34
Flugzeugträger und U-Boote

Bei Flugzeugträgern und U-Booten geht das heute schon so... seit 30 Jahren!

Walter Kaiser.
00
22.5.2011, 10:39
Ja, schon. Aber DIE Dinger passen nur in richtig grosse Autos.

Findens mal eine 250m grosse Parklücke in Wien ;-)

WBR
00
22.5.2011, 12:24
Radionuklidbatterie

Sind ein bißchen in Vergessenheit geraten, aber es gibt auch kleinere Atomstromlieferanten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Radi... idbatterie
Die wurden früher sogar für die Energieversorgung von Herzschrittmachern verwendet.

Rein technisch wäre damit ein Elektroauto das sich immer wieder selbst auflädt machbar.

Aber die Stückzahlen wären vermutlich schon durch die Menge an verfügbarem Brennstoff sehr begrenzt.

Walter Kaiser.
00
22.5.2011, 13:30
Ja, theoretisch.

Aber die sind zumindest derzeit höchstens in der Lage, ein Moped zu betreiben. Und dafür sind sie wiederum zu gross.

Da muss Daniel Düsentrieb mal ran.

Langschluss
00
29.4.2011, 09:09

Ich sicher kein Befuerworter der Atomkraft und auch kein Nuklearphysiker und auch wenn Sie das ironisch meinten - vielleicht sollte man das nicht von vornherein abschreiben.
Aber wie gesagt: ich kenn mich nicht wirklich mit der Materie aus - ich weiss nur, dass so ein System bei Satelliten verwendet wird.

Walter Kaiser.
00
29.4.2011, 20:18
Es gibts schon Pläne für Mini-Atomkraftwerke

http://www.spiegel.de/spiegel/0... 22,00.html

Aber die sind noch immer ein bissl zu gross.

Die Russen haben 1971 was Kleineres gebaut:

"The first TOPAZ reactor operated for 1,300 hours and then was shut down for detailed examination. It was capable of delivering 5 kW of power for 3-5 years from 12 kg (26 lb) of fuel. Reactor mass was ~ 320 kg (710 lb)."

unknownID01
00
29.4.2011, 09:55
nicht ganz richtig ...

Speziell solche Satelliten, die Richtung Pluto und darüber hinaus unterwegs sind und bei denen aufgrund der geringen Strahlungsleistung der Sonne in zunehmender Entfernung keine PV-Panele möglich sind, nutzen eine Radioisotopenbatterie. Der Rest steht in Wikipedia.

TSD
00
29.4.2011, 09:43
Hairy Tongue
13
29.4.2011, 07:02

wie wär's mit einem kleinen paradigmenwechsel zur alternativen energie? der 2010 verstorbene hermann scheer hat ein gutes buch zum thema geschrieben: "der energethische imperativ". darin beschreibt er, wie der energiewechsel zusammen mit einer restrukturierung der gesamten energiewirtschaft einhergehen und die macht der energiemultis gebrochen werden kann.

kurz gesagt: dass wind, sonne und wasser nicht ausreichen, die welt mit energie zu versorgen, ist ein märchen. ein märchen, das uns die vom derzeitigen system profitierenden permanent in die hirne hämmern, damit wir ja nicht umzudenken beginnen.

G. B. Corner
00
29.4.2011, 16:10

Es stellt glaube ich niemand in Abrede, dass das möglich wäre. Die Frage ist eher, ob es Sinn macht. Es wäre z.B. auch möglich, Autos durch Propeller anzutreiben; es wird aber nicht gemacht - weil es besser funktioniert, wenn man die Räder antreibt.
Uns als Gesellschaft ist eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr wichtig; das ist keine ganz banale Herausforderung. Auch PV und Windkraft können da mitspielen, aber nur darauf + Wasser zu bauen wäre ein ziemlicher Kopfstand. (Gerade in Österreich am ehesten möglich, weil wir mit Wasserkraft wirklich gesegnet sind - andere Länder haben da leider weniger Potetntial)

Hairy Tongue
01
30.4.2011, 12:09

oh doch, das stellen viele in abrede - gerade die großen energiekonzerne, die befürchten, ihr monopol über die energie-"erzeugung" zu verlieren. lesen sie das buch (brauchens ja nicht zu kaufen, gibts in den wiener büchereien). scheer legt eindeutig dar, wie es gehen kann und mit welchen mitteln die quasi-monopolisten die dazu nötigen entwicklungen blockieren.

ein "kopfstand" ist es auch, öl aus 1500 meter tiefe zu holen, über 1000 kilometer zu raffinerien zu pumpen, von dort mit lkw zu den endverbrauchern zu transportieren. oder radioaktiven müll quer über die kontinente in zwischenlager zu transportieren, ohne ein einziges sicheres endlager zu haben. wir machen eine menge kopfstände zur energieversorgung - die falschen, leider.

Christine Berndl
10
28.4.2011, 22:48
Ein Elektroauto

fährt besonders umweltfreundlich mit Ökostrom der Alpen Adria Energie www.aae.at dem Familienvetrieb mit dem größten Ökokraftwerkspark aller unabhängigen Grünstromanbieter Österreichs. Die Ökokraftwerke in Kötschach sind zu besichtigen unter:
http://www.energie-autark.at/show_cont... hp?s2id=33
AAE Ökostrom gibt' s in ganz Österreich mit Mobilitätsbonus für Eleftrofahrzeuge vom E-Fahrrad bis zum E-E Auto.

soziales netz
00
28.4.2011, 20:54

zitat:"Wahr ist: Im Prinzip müsste die Atomkraft ran ..."

das ist schurnailismus.

Florian gehtdichnixan
 
01
28.4.2011, 20:50

http://www.youtube.com/watch?v=39K36Rw7LYc

sehr interessante Doku über Elektroautos in Kalifornien. Der Film behandelt einige Fragen (unter anderem
auch technische Aspekte wie das "Batterieproblem" oder
die Umweltfreundlichkeit) bzw. beleuchtet viele Hintergründe (wie die Wirtschaft und andere Organisationen mit involviert sind bzw. waren)

anschauen lohnt sich

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