Disziplinarverfahren gegen Real und Barca

28. April 2011, 15:17
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Ermittlungen wegen scharfer Kritik von Real-Coach Mourinho an Schiedsrichter Stark - Ausschluss von Barcelona-Ersatzkeeper Pinto wird ebenso untersucht

Nyon - Die UEFA hat nach den Vorfällen beim Champions-League-Halbfinal-Hinspiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona gegen beide Vereine Disziplinarverfahren eröffnet. Das teilte die Europäische Fußball-Union am Donnerstagnachmittag auf ihrer Internetseite mit.

Gegen Real werde nach der 0:2-Heimniederlage wegen diverser Vergehen ermittelt, u.a. weil Trainer Jose Mourinho vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark auf die Tribüne verbannt worden war. Zudem werden die Äußerungen des portugiesischen Real-Coaches nach der Partie untersucht. Mourinho hatte unterstellt, dass "Barca" von der UEFA wegen des Sponsors UNICEF begünstigt werde.

Gegen Barcelona werde wegen des Ausschlusses von Jose Pinto ermittelt. Der Ersatztorhüter der Katalanen hatte nach einer Rangelei beim Abgang in die Kabine nach dem Pausenpfiff die Rote Karte gesehen.

Mourinho hatte den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark heftig kritisiert. "Wenn ich (zu Stark) und zu der UEFA sagen würde, was ich denke und fühle, würde meine Karriere heute enden", musste sich der Portugiese einen Maulkorb verpassen. Schon vor dem "Clasico" hatte die Madrider Presse Öl ins Feuer gegossen, weil sich der Referee einmal anerkennend über Lionel Messi geäußert hatte.

Der Deutsche sagte einst über den argentinischen Barca-Star, der mit seinen beiden Toren im Finish den 2:0-Sieg fixierte: "Es ist ein Vergnügen, ihn spielen zu sehen." Unmittelbar nach der hitzigen Partie, in der Stark Pepe (61.) bzw. Barca-Ersatztorhüter Jose Pinto (45.) ausgeschlossen und Mourinho nach der Roten Karte für seinen Schützling auf die Bühne verbannt hatte, untersagte der UEFA-Delegierte den Trainern beider Teams zunächst, Interviews zu geben. Zu aufgeheizt war die Stimmung zwischen den Erzrivalen gewesen.

Aber die Aufregung und Emotionen kühlten sich auch danach nur unwesentlich ab. "Warum hat er (Stark) in einem ausgeglichenen Spiel so gehandelt, wie er es getan hat", fragte Mourinho, der den Ausschluss von Pepe mit Applaus bedacht hatte und dafür auf die Tribüne geschickt worden war. "Ich habe dazu nichts gesagt, nur geklatscht und meine zwei Daumen in die Höhe gehalten", beteuerte der Real-Coach seine Unschuld.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Duelle seiner Ex-Vereine Chelsea und Inter mit Barca im Semifinale 2009 und 2010, in denen auch der Gegner bevorzugt worden sei. "Von wo kommt all diese Hilfe her", fragte sich der "Special One" nach dem "Skandal von Bernabeu". "Eines Tages hoffe ich, eine Antwort auf die Frage zu bekommen", meinte Mourinho, dem nach seiner Verbannung eine längere Sperre durch die UEFA droht.

Diese Strafe kann sich jedoch nach UEFA-Angaben bei schweren Vergehen oder im Fall der Wiederholung erhöhen. Als Chelsea-Coach musste Mourinho nach kontroversen Aussagen zu einer Schiedsrichterleistung bereits im Jahr 2005 bei zwei Viertelfinal-Partien gegen Bayern München von außen zuschauen. Der ins Fadenkreuz geratene Portugiese erhielt am Tag nach dem ruppigen Semifinale sowohl von der Madrider als auch von der katalanischen Presse Beistand. Sie empfanden unisono die Rote Karte gegen Pepe als zu hart. (APA/Reuters/dpa)

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