Italien beteiligt sich erstmals an Luftangriffen auf Libyen

28. April 2011, 14:59
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Zwei bewaffnete Tornados aus Basis auf Sizilien gestartet

Rom - Im Konflikt in Libyen hat sich Italien am Donnerstag zum ersten Mal an "gezielten" Luftangriffen beteiligt. Zwei bewaffnete Kampfjets starteten am Donnerstag von einem NATO-Militärstützpunkt in Trapani auf Sizilien und flogen nach Libyen, teilte das Verteidigungsministerium in Rom mit.

In einer am Montag in Rom veröffentlichten Erklärung hatte Ministerpräsident Silvio Berlusconi mitgeteilt, die italienische Luftwaffe werde sich an Angriffen gegen auf libyschem Territorium aufgeklärte "spezielle militärische Ziele" beteiligen, um zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung beizutragen.

Die Entscheidung der Regierung in Rom, sich an den Luftangriffen der NATO in Libyen zu beteiligen, spaltet jedoch die Koalition in Rom. Die mit Berlusconi verbündete rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord verschärft ihren Druck gegen den italienischen Militäreinsatz in Libyen. Die Oppositionsparteien reichten im Parlament einen Antrag gegen Italiens Beteiligung an Luftangriffen ein. Über den Antrag wird die Abgeordnetenkammer am kommenden Dienstag abstimmen.

Die ehemalige Kolonialmacht Italien war bis zum Beginn des Anti-Gaddafi-Aufstandes Mitte Februar der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner des libyschen Regimes in Europa. 2008 unterzeichneten beide Länder ein Freundschaftsabkommen, das die Stärkung der Beziehungen vorsah. Das Abkommen verbietet die Nutzung italienischen Territoriums für Angriffe auf Libyen. Berlusconi bezeichnete den "Colonello", wie Gaddafi in Italien genannt wird, als persönlichen Freund. (APA)

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