Linz Textil AG steigert Gewinne kräftig

28. April 2011, 13:31
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Heuer zehn Prozent Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis erwartet

Linz - Die Linz Textil Holding AG hat 2010 bei allen ihren Geschäftszahlen kräftig zugelegt. Generaldirektor Dionys Lehner formulierte in der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Linz: "Die Gewinne sind nicht gestiegen, sondern explodiert". Auch für heuer rechnet er mit Zuwächsen.

Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent auf fast 149 Mio. Euro gestiegen, der Cashflow von 12,2 auf 22,5 Mio., das EBIT von 3,6 auf 11,9 Mio. Das Ergebnis des Geschäftsjahres nach Steuern ist von 2,1 auf 9,7 Mio. Euro gewachsen. Der Gewinn je Aktie hat sich damit von 7,94 auf 32,47 Euro erhöht. Die Inhaber der 300.000 Stückaktien können mit 12 statt 6 Euro Dividende rechnen. Da der Kurs jedoch im vergangenen Jahr von 127,56 auf 350 Euro gestiegen ist, liegt die Dividendenrendite etwas unter 3 Prozent nach knapp über 4,5 Prozent im Jahr davor. Das Unternehmen hat keine Bankschulden. Das Eigenkapital beträgt über 100 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote ist von 80,2 Prozent der Bilanzsumme auf 78,5 Prozent gesunken. Der Barmittelbestand habe sich zu Jahresende um gut 3 Mio. Euro erhöht. Wären sie zur Bilanzsummensenkung benützt worden, wäre die Quote annähernd gleich gewesen, rechnete Lehner vor.

Wiederaufbau der Logistik

Zugenommen hat der Personalstand von 667 auf 690, ebenso die Investitionen in Sachanlagen von 5 auf 10,8 Mio. Euro. Das Geld wurde unter anderem für den Wiederaufbau der durch Brandstiftung fast zur Gänze vernichteten Logistik in Linz verwendet, darunter ein neues Hochregallager. Bis Ende Juni 2011 sollen alle Brandschäden beseitigt sein. Auch die weitere Modernisierung des Maschinenparks und die Verbesserung der Marktpositionierung von Vossen ließ man sich was kosten. Das Werk in China ist erstmals ein volles Jahr gelaufen, liefert allerdings nur ein ausgeglichenes Ergebnis. Es sei aber strategisch wichtig, betonte Lehner. Im heurigen ersten Halbjahr soll dort die Kapazität um 20 Prozent angehoben werden.

Aufwärtssog in der Textilbranche

Die Zunahme der Zahlen resultiere aus Ansteigen bei Produktion und Preisen, berichtete Lehner. Der Aufwärtssog - die Textilbranche bekomme die jeweiligen Entwicklungen immer als erste zu spüren - habe auch sein Unternehmen mitgerissen. "Wir hatten zu wenig Kapazität, die Lager sind leergefegt." Profitiert habe man zudem vom starken Dollar. Geholfen habe auch, dass man schon 2007 die kommende Krise erkannt und 2008 eine massive Strukturanpassung mit einem gleichzeitigen Investitionsrekord vorgenommen habe. Das habe sich 2009 als "richtig" und 2010 als "goldrichtig" erwiesen. Man habe auch in der Krise immer schwarze Zahlen geschrieben. Inzwischen habe es einen Preisschub bei den Rohstoffen gegeben, er habe allerdings auch noch nie so eine Preisdurchsetzungsfähigkeit bei den Produkten erlebt, schilderte Lehner. Das erste Quartal 2011 sei "echt gut" gewesen. Über das Jahr gesehen erwartet der Generaldirektor eine Steigerung von Umsatz und Ertrag um 10 Prozent. (APA)

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