Neue Sicherheitsregeln auf Flughäfen

28. April 2011, 13:27
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Ab Freitag kommen bei Transferpassagieren Scanner zum Einsatz, die Flüssigkeiten erkennen können - Nur sechs Länder wollen bisher mit machen

Wien - Die EU hat neue Sicherheitsvorschriften beschlossen, die ab Freitag für alle internationalen Flughäfen gelten. Demnach kommen bei Transferpassagieren Flüssigscanner zum Einsatz, die Alkoholika von Sprengstoff unterscheiden sollen. Am Donnerstag wird ein solches Gerät am Flughafen Wien, dem einzig betroffenen Airport in Österreich, aufgestellt, berichtete Oberst Gollia vom Innenministerium.

Passagiere, die beispielsweise von Kairo über Wien nach Paris fliegen und in der ägyptischen Hauptstadt im Duty-Free-Shop eine Flasche Whisky erstehen, mussten diese bisher am Transitflughafen abgeben. Der Flüssigkeitsscanner erkennt nun - hoffentlich -, dass der Single Malt unbedenklich ist. Voraussetzung ist laut Gollia allerdings auch, dass der Passagier eine Rechnung vorweisen kann, die nicht älter als 36 Stunden ist.

Allerdings legen sich unter anderem Großbritannien und Frankreich gegen die Aufstellung der Scanner quer. Das bedeutet, dass ein Passagier, der von Kairo über Paris nach Wien reisen würde, in der französischen Hauptstadt die am ägyptischen Flughafen erworbene Flüssigkeit in jedem Fall abgeben müsste. Nach einem Bericht der deutschen Presseagentur dpa wollen von den 27 EU-Staaten laut deutscher Bundespolizei zunächst nur sechs mitmachen. Nach EU-Angaben werden es auf unbestimmte Zeit maximal 20 Länder werden. Der Verband Europäischer Fluglinien AEA spricht von einer "unübersichtlichen Lage" und empfiehlt jedem Passagier, sich selbst einen Überblick zu verschaffen.

Die Bremser-Staaten führen Sicherheitsbedenken an und halten die Technik der Scanner nicht für ausgereift. Im Test gaben die Geräte häufig Fehlalarm. Dann müssen Fahnder die Champagner-Flasche oder die Creme-Tube öffnen und eine Probe entnehmen. "Wie werden Passagiere reagieren und wer entschädigt sie?", fragte die internationale Flughafenvereinigung ACI, die zudem vor langen Warteschlangen und Verspätungen warnt. (APA)

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    Nur sechs der 27 EU-Staaten wollen sich am neuen System beteiligen.

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