Arme müssen draußen bleiben

"Das sind alles Zigeuner"

Maria Sterkl, 28. April 2011 16:37
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    Foto: derstandard.at/mas

    "Willkommen" sind nicht alle: Stiegl-Ambulanz im Alten AKH

In einem beliebten Bierlokal im Wiener Alten AKH dürfen sich Gäste nicht aussuchen, wen sie auf ein Getränk einladen

Es hätte ein gemütlicher Frühlingsabend werden können. Zwei, drei Krügerl Bier mit vertrauten Menschen im lauschigen Gastgarten - so sah Andreas Mareks Perspektive für jenen Abend Mitte April aus, als er mit Schwager und Schwägerin die „Stiegl-Ambulanz" im Alten AKH in Wien-Alsergrund betrat.

"Sie dürfen nicht"

Es kam anders. Marek, ein Stammgast des Lokals, habe nicht ruhig zuschauen wollen, als eine Kellnerin laut Mareks Aussagen einen Straßenzeitungs-Verkäufer „ziemlich unfreundlich aus dem Lokal schmeißen wollte". Er sei aufgestanden und habe der Kellnerin sinngemäß mitgeteilt, „dass sie sich lieber um unsere Brezen kümmern soll, auf die wir seit schon zwanzig Minuten warten, als diesem alten Mann das Leben schwer zu machen." Woraufhin er, 30-jähriger Unternehmensberater aus Wien, ebenfalls ins Visier der servierpersönlichen Unfreundlichkeit geraten sei: Er möge „sich wieder hinsetzen", schließlich habe er ihr nichts anzuschaffen, habe ihn die Kellnerin angeschnauzt. Mareks Reaktion: Er wolle jetzt den Chef sprechen und im übrigen den Verkäufer der Salzburger Straßenzeitung Apropos „auf ein Bier einladen". Der Chef des Serviceteams kam prompt, das spendierte Bier blieb aus: „Sie dürfen den Mann nicht einladen", meinte der Gastronom. Marek bestand darauf, es folgte ein hitziges Streitgespräch, das auch noch andauerte, als der Zeitungsverkäufer sich längst verabschiedet hatte- mit einem Augenzwinkern und der Bemerkung: "Regen Sie sich deswegen nicht auf, junger Mann - so ist das halt bei uns, im roten Wien."

"Nicht irgendeinen Sandler einladen"

Darf man sich in der „Stiegl-Ambulanz" nicht aussuchen, wem man ein Getränk spendiert? Nein, erklärt Hans-Peter Fasching, Serviceleiter des Lokals, gegenüber derStandard.at: „Man kann sicher nicht irgendeinen Sandler einladen." Warum? „Dazu gebe ich keinen Kommentar ab", meint Fasching. Nur so viel: „Ich bin sicher nicht auf der linken Grün-Seite daheim."

Augustin-VerkäuferInnen ja, sonstige VerkäuferInnen oder BettlerInnen nein - das sei nun einmal die Linie des Lokals, erklärt Manuela Nagl, Geschäftsführerin der „Ambulanz"-Betreiberfirma, gegenüber derStandard.at. Begründung: „Das sind ja alles Zigeuner." Nagl würde es befürworten, das gesamte Areal des Alten AKH stärker zu kontrollieren und Menschen, die um Geld betteln, erst gar nicht herein zu lassen. „Die will ja niemand da haben."

Bettler seien in keinem ihrer Lokale erwünscht, auch nicht in ihrem ältesten. Der Name des Innenstadt-Beisls: „Der Bettelstudent".  (Maria Sterkl, derStandard.at, 28.4.2011)

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Posting 1 bis 25 von 1448
Zukunftsoptimist1
28.06.2011 15:47
Es kommt wie halt immer

auf den Vorfall an. "Betteln und Hausieren verboten" stand früher in so manchem Lokal. Mit gutem Grund. Wenn das überhand nimmt, gehen die Leute anderswo hin und das Dulden von Battlern und Blumenverkäufern etc. in größerer Menge kann geschäftsschädigend sein. Es kommt auf die Zahl der Vorfälle an. Natürlich kann man nun einen Vorfall auf die Sitze treiben. Mich hat einmal eine Roma-Bettlerin in eine leere Kirche, in der ich mich ein wenig sammeln wollte, verfolgt und war nicht abzuschütteln. Sie zwang mich die Kirche zu verlassen. Hätte ich die Polizei gerufen, wäre ich besser und sie schlechter gefahren. Aber warum soll man die Vielen, die sich anständig verhalten, für einige Außenseiter strafen?

MASCH49
 
27.06.2011 18:10
Komm grad von dort ...

... war mit meiner Tochter und den Enkerln am
Spielplatz und sind bei der Abschlußrunde an dem
Lokal vorbeigegangen, wobei mir meine Tochter die Geschichte erzählt.
Also Alte saßen schon dort (ca. 20-30 /17:00) aber
die anderen Lokale und Gärten waren voll der Jun-
gen. Wenn das KEIN Zufall war, bin ich fast stolz
auf mein Wien.

multivitamin saft
 
17.06.2011 16:16

lol, ein pr-desaster.

Nelson25
10.05.2011 12:17
ottakringer Kampfposter? na prost!

Nelson25
10.05.2011 12:16
Danke das war es ich werde nie wieder dieses ach so aubere lokal betreten und auch alle einladungen dorhin ausschlagen.

Abernein
04.05.2011 23:28

Im alten AKH fand ich immer eine ganz andere Bettel-Zeitungsverkauf-Szenerie befremdend. Eine Roma oder Sinti Frau (vermutlich) saß regelmäßig am Zaun des Spielplatzes beim Billa und verkaufte Augustin. Alle paar Minuten kamen ihre (wieder vermutlich) Kinder in schulpflichtigem Alter vorbei und haben das soeben erbettelte Geld bei ihr abgegeben. Ich habe mich schrecklich geärgert, war aber zu feig und zu wenig engagiert sie zur Rede zu stellen, bzw. die Polizei oder eine Interventionsstelle zu informieren...

Mr XY
14.06.2011 01:52

wirklich blöd dass sie so feig waren die polizei auf bettelnde Kinder im Schulpflichtigen Alter zu hetzen.

Briefmarkenkleber
03.05.2011 11:33
Frage an den Standard

Was hat es also mit dem Titel auf sich?

Der hängt ein Bisserl in der Luft. Ist das eine Anm. der Red., die Verkäufer und beschwipste Gäste gleichermaßen "tituliert"?

buhuuuhh
02.05.2011 20:53
Kann ich gut nachvollziehen...

Wenn werter Herr Marek jemanden lediglich aus Provokation - und um dem Serviceleiter auf den Sack zu gehen - einladen möchte, ist doch klar, dass er eine Abfuhr kriegt.

Oder wo wär denn das bitte anders?

Muss aber noch dazusagen, dass ich das Personal im Alten AKH generell unfreundlich/überfordert finde. Ziemlich ätzend.

Mr XY
14.06.2011 01:53

wenn man etwas aus provokation macht was rechtens is dann wird das wohl auch klappen.
Wenn nicht siehe oben.

RAA
 
03.05.2011 15:03

Also ich hoffe schon, dass es in Wien Lokale gibt, wo das anders wäre. In einem Lokal wo das nicht anders ist, möchte ich nämlich nicht Gast sein.

mirko burijan
02.05.2011 20:48
wenn was schon "ambulanz" oder "klinik" heißt,

wo's bier gibt.

Der kleine Lord
02.05.2011 14:37
Ich würde sofort allen Zeitungsverkäufern Lokalverbot erteilen

Es ist eine Zumutung, wie lästig diese Leute tw. agieren. Die meisten können kein "Nein" akzeptieren und sudern einen immer weiter an. Wenn ich in einem Schanigarten sitze, will ich mich in Ruhe mit Freunden unterhalten und essen und trinken und nicht alle 5 Minuten irgendeinen Keiler abwimmeln müssen!

Mr XY
14.06.2011 01:54

Ich würde sofort allen Leuten wie Ihnen Postingverbot erteilen.

Briefmarkenkleber
02.05.2011 10:59
Demente Propaganda.

was hat es also mit dem titel auf sich?
Er entspringt der phantasie?!

waterpistolriot
01.05.2011 15:08
Manuela Nagl von der Bettelstudent BetriebsGmbH, seit April 2011 Pächter der Stiegl-Ambulanz im Alten AKH in Wien, zum Vorfall:

"[...]Es tut mir wirklich sehr leid, dass das bei einigen Menschen falsch angekommen ist. Denn: in allen unseren Betrieben - so auch jetzt in der Ambulanz - sind Augustin- und Apropos-Verkäufer willkommen. Als Zeichen, dass das nicht nur leere Worthülsen sind, laden wir alle Augustin- und Apropos-Verkäufer zu uns in die Ambulanz auf ein Kesselgulasch ein. Der Augustin-Veranwortlichen Gerda Kolb haben wir die Einladung bereits übermittelt.[...]"

Hab ich von der Stiegl-Pressestelle erhalten. Hab nur einen Teil rauskopiert, da 750 Zeichen nicht reichen und so.

Mr XY
14.06.2011 01:55

immerhin is ja wirklich eine fascistische unverschämtheit der kriegt nix zu trinken weil er ist ja ein sandler

Foren Administrator
01.05.2011 00:50
Wo bleibt der Eigentümer??

Wo belibt der Eigentümer?

Es ist ja bekannt, dass der Eigentümer von Stiegl deutsch nationalen Ideen aufgeschlossen gegenübstersteht. Wie ehrlich gemeint ist daher die Presseaussendung? Oder geht's nur ums Geschäft - weltoffen und modern wie in der Werbung? Es wäre wohl angebracht, wenn der Eigentümer eine Stellungnahme abgibt und nicht nur seinen Pressesprecher vorschiebt.

Briefmarkenkleber
03.05.2011 13:34

Ah, die Autoren haben keine Gesinnung, glauben Sie?
Ich fress die Gschicht nicht. Die Reaktion ist vorauseilender Gehorsam.

Poldi Fesch
01.05.2011 11:18
es geht nur

ums Geschaeft, worum denn sonst

rebella's_revenge
30.04.2011 19:53
denkt doch mal nach..

kein wirt lässt hausierer in seinem lokal herumlungern. diese haben ausreichend raum, um möglichen interessenten eine zeitung o.ä. zu verkaufen, nämlich auf der straße.
wenn ich mich in ein lokal hineinsetze, ohne etwas zu konsumieren, werde ich mit sicherheit auch hinausgeworfen.
im übrigen wurde ich (schülerin, besitze momentan kein geld mehr, da monatsende und wenig taschengeld) am donnerstag, den 28. april, von einem sandler als "Arschloch" beschimpft, weil ich einem Apropos-Verkäufer keine Zeitung abgekauft habe. ich solle meine euros fressen und daran ersticken, riet mir der alkoholisierte mann mit bierdose (etwa 50-80 cent) in der hand. ich habe in der vergangenheit häufig derartige zeitungen aus solidarität gekauft, doch das wars.

Cle Mens
01.05.2011 13:44
Mit Verlaub,

das ist keine sehr glaubwürdige Geschichte.

rebella's_revenge
01.05.2011 20:33

mag sein, aber wenn ich wert darauf legen würde, dass man mir glaubt, hätte ich schon längst eine sekte oder derartiges gegründet. habs gepostet, weil es bei mir eben relativ aktuell war.

stadtnaherholungsgebiet
01.05.2011 00:17
darum gehts nicht.

der gast hat sich ja nicht aufgeregt, dass der mann gehen musste, sondern über die art, wie die kellnerin das gemacht hat. und darüber, dass der den verkäufer nicht einladen durfte

rebella's_revenge
01.05.2011 20:41

.. und man sollte auch hinterfragen, welche art zeitung das sein soll, die derartig reißerische, unnötige artikel bringt. sicher ist es nicht fair, oder nett, es nicht zu gestatten, dass ein gast einen sandler auf ein bier einlädt, doch in diesem land geschehen weit skandalösere, grausamere dinge.

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