Beben schmälert Gewinn von Honda

28. April 2011, 12:53
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Japanischer Autobauer gibt keine Prognose

Tokio/Seoul - Honda bekommt die Folgen des verheerenden Bebens in Japan massiv zu spüren. Der drittgrößte Autobauer des Landes wies am Donnerstag für das vierte Geschäftsquartal bis Ende März wegen zahlreicher Ausfälle in der Lieferkette einen Gewinnrückgang um 52 Prozent aus. Das Schlimmste steht aber offenbar noch bevor. Das laufende erste Quartal bis Juni werde "sehr hart" und die folgenden Quartale "vielleicht noch schlimmer", warnte Honda-Finanzchef Fumihiko Ike bei der Vorlage der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2010/2011 per Ende März an. Für das neue Jahr wagte Honda wegen der unsicheren Aussichten denn auch keine Prognose.

Die Naturkatastrophe schmälerte den Betriebsgewinn von Honda im vierten Quartal um umgerechnet 376 Mio. Euro (45,7 Mrd. Yen). Insgesamt brach dieser um 52 Prozent auf 380 Mio. Euro ein. Analysten hatten ursprünglich im Schnitt mit mehr als doppelt so viel gerechnet. Der Nettogewinn fiel um 38 Prozent. Die japanischen Autobauer wurden schwer von dem Beben und dem Tsunami getroffen. Viele Teile für die Produktion fehlen wegen der Schäden an den Zulieferer-Werken. Auch die eigenen Fabriken sind zum Teil lädiert. Im Zuge dessen ist die Produktion bei Honda um 50 Prozent eingebrochen. Erst bis Ende 2011 soll sie wieder auf Hochtouren laufen. Ähnlich sieht es bei Rivale Toyota aus. Wegen der Engpässe ist sogar Toyotas Position als Weltmarktführer in Gefahr.

Bisher ist unklar, wie schnell sich die japanischen Autobauer von der Krise erholen. Zwar sind auch einige ausländische Konkurrenten betroffen, am schlimmsten hat es aber die heimische Branche erwischt. Indirekt profitieren von der Schwäche der Japaner konnte der südkoreanische Rivale Hyundai , der fünftgrößte Autobauer der Welt. Hyundai ist weniger abhängig von japanischen Zulieferern als etwa der US-Konkurrent General Motors. Der Konzern konnte den Gewinn im abgelaufenen Quartal um 47 Prozent auf 1,88 Bill. Won (1,2 Mrd. Euro) steigern. (APA/Reuters)

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