Greiner Group mit großen Plänen

28. April 2011, 12:28
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Erlöse wuchsen auf 1,13 Milliarden Euro - Vorstand Kühner: Akquisitionen in "bisher nicht gekannten Größenordnungen" werden geprüft

Linz - Das kunststoffverarbeitende Familienunternehmen Greiner Group mit der Zentrale in Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich hat 2010 ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 1,132 Mrd. Euro erwirtschaftet. Für das Jahr 2011 erwartet Vorstand Axel Kühner ein "hohes einstelliges Wachstum". Vor allem die steigenden Rohstoff-, Transport- und Energiekosten würden derzeit auf die Margen drücken. In einem Pressegespräch am Donnerstag in Linz kündigte er Akquisitionen "in bisher nicht gekannten Größenordnungen" an.

Die Greiner Holding AG (GHO), zu der Greiner Packaging (Verpackungen), Greiner Tool.Tec (Werkzeuge und Maschinen für Profilextrusion), die Schaumstoff-Sparte Greiner Foam International sowie die Greiner Technology & Innovation (neue Geschäftsfelder) gehören, hat im Jahr 2010 einen Umsatzzuwachs von 9 Prozent auf 821 Mio. Euro erzielt. Der Medizintechnik-Spezialist Greiner Bio-One (GBO) steigerte seinen Umsatz um 12 Prozent auf 311 Mio. Insgesamt ergebe das einen Umsatz von 1,132 Mrd. Euro, das liege auch über jenem von vor der Krise (2008: 1,111 Mrd.), so Kühner.

Die Investitionen stiegen 2010 im Vergleich zum Vorjahr bei der GHO um 14 Prozent auf 50 Mio. Euro und bei der GBO um 27 Prozent auf 43 Mio. Sie sollen sich heuer in ähnlichen Größenordnungen bewegen. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 195 auf 7.402. Etwa ein Drittel der Beschäftigten arbeitet in Österreich, mehr als die Hälfte im übrigen EU-Raum und 13 Prozent im Rest der Welt.

Fusion verzögert sich

Die ausgegliederte GBO hätte 2010 wieder in die GHO integriert werden sollen. Weil aber einige - vor allem steuerliche - Fragen offen sind, verzögere sich die Fusion noch etwas, erklärte der Vorstand. Inhaltlich arbeitet die Medizintechniksparte derzeit an Biochips im Bereich der Diagnostik. Sie sollen Schnelltests beim Arzt statt aufwendiger Laboruntersuchungen ermöglichen.

Aktuell bereitet die Gruppe Aktivitäten in Schwellenländern vor, Marktstudien für die BRIC-Länder und Südafrika werden erstellt. Vor allem in den kleineren Sparten (Tool.Tec, Foam International, Technology & Innovation) plant Kühner große Akquisitionen. Details wollte er noch nicht nennen, die Größenordnung bewege sich aber bei bis zu 50 Prozent des Spartenumsatzes.

Ausbauen will Greiner auch die Umwelttechnik. 2010 wurden drei insolvente Solartechnik-Betriebe erworben. Er gehe derzeit davon aus, dass alle drei erhalten bleiben, erklärte Kühner, und er hoffe, dass sie 2012 wieder ausgeglichen bilanzieren. Zudem untersuche man die Felder "links und rechts davon". Eine eigene Holding für den Umweltbereich sei denkbar, wenn er einmal 100 bis 150 Mio. Euro Umsatz mache, derzeit sei er in der Greiner Technology & Innovation untergebracht, so der Vorstand. (APA)

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