Heimische Industriedynamik lässt nach

28. April 2011, 12:02
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Geringeres Wachstum bei Neuaufträgen - Gestiegene Kosten bei Kunden schwer unterzubringen

Wien - Die Wachstumsdynamik der heimischen Industrie hat im zweiten Quartal nachgelassen. Die Neuaufträge legen weniger stark zu - weshalb die Betriebe die Produktionsausweitung drosseln. Das Verhältnis zwischen Orders und Lagerbeständen verschlechterte sich. Daher haben die Ökonomen der Bank Austria den EinkaufsManagerIndex (EMI) für April auf ein Niveau wie im vergangenen Herbst gesenkt. Dank der erhöhten Produktion hält das Tempo beim Jobaufbau aber noch an, und die Industrie werde 2011 wesentlich zum weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote beitragen, erklärten die Experten am Donnerstag.

Die Preis-Trends entwickelten sich zuletzt im April wieder zu Lasten der heimischen Produktionsbetriebe - nach einer leichten Entspannung im März. Wegen des Aufwärtstrends der Rohstoffe seien die Einkaufspreise jetzt weiter stark angestiegen, wenn auch langsamer als davor. Zugleich sei es den Erzeugern im harten Wettbewerb nicht mehr so gut gelungen, die gestiegenen Kosten in den Verkaufspreisen unterzubringen. Damit habe sich die Ertragssituation im April wieder mehr angespannt. Angesichts der weiter steigenden Nachfrage nach Rohstoffen und der anhaltenden Verunsicherung - Stichwort Krisenherde in Nordafrika - sei kein spürbarer Rohstoffpreisrückgang in Sicht.

Nach einem Produktionsanstieg der Industrie im vermutlich zweistelligen Bereich im ersten Quartal geht Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer für das Gesamtjahr weiterhin von einem Plus im Sektor um 6 Prozent aus. Damit werde die Industrie auch 2011 der wichtigste Träger der Fortsetzung der gesamtwirtschaftlichen Erholung und ganz entscheidend für den BIP-Anstieg 2011 um 2,8 Prozent verantwortlich sein, so Bruckbauer. (APA)

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