Deutsches Kartellamt überprüft AUA-Mutter

28. April 2011, 11:31
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Verträge mit Geschäftskunden werden unter die Lupe genommen

Bonn - Das deutsche Kartellamt nimmt die AUA-Mutter Lufthansa und mehrere Großkunden wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung ins Visier. Derzeit werden bei zahlreichen Lufthansa-Großkunden die Verträge mit Blick auf die Rabattkonditionen geprüft, sagte eine Behörden-Sprecherin am Donnerstag in Bonn und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland".

Wer bei der größten europäischen Fluglinie als Firmenkunde Rabatte erhalten wolle, müsse laut Vertrag weitreichende Daten preisgeben, die auch Einblicke in die Preis- und Rabattgestaltung der Konkurrenten gäben. Die Lufthansa wollte sich zu dem Vorwurf nicht konkret äußern.

"Wenn sich bestätigen sollte, dass damit Wettbewerbsparameter der Konkurrenten offengelegt werden, wäre das schädlich und könnte den Wettbewerb verzerren und beschränken", erklärte die Kartellamtssprecherin. Gegen wie viele Unternehmen sich die Vorwürfe richten, konnte sie zunächst nicht sagen. Es handle sich aber nicht um Einzelfälle, sondern um einen größeren Kreis. Namen wurde nicht genannt.

Untersuchungen im Anfangsstadium

Die Untersuchungen, ob der sogenannte Geheimwettbewerb beschränkt sei, befinden sich der Sprecherin zufolge erst im Anfangsstadium. "Wir sind dabei, den Sachverhalt aufzuklären, die Ermittlungen laufen." Welche Konsequenzen möglicherweise auf Lufthansa zukommen könnten, sei noch ungewiss. Ein Airline-Sprecher sagte, man arbeite in der Sache bereits seit eineinhalb Jahren mit dem Kartellamt zusammen. Von der aktuellen Befragung bei den Großkunden wisse die Lufthansa nicht.

Laut Zeitungsbericht gehören die Konzerne Bayer und BASF zu den Kunden. Dagegen seien Volkswagen und der Motorenbauer Deutz wegen der Rabatt-Bedingungen als Kunden ausgestiegen. Lufthansa verlange Zugriff auf alle Daten über Flüge, die die Unternehmen über ihre Firmenkreditkarte buchten - Flüge mit Konkurrenten wie Air Berlin oder Air France-KLM eingeschlossen. Viele Unternehmen seien auf die Lufthansa angewiesen.

Zum Vorwurf, dass der Konzern von seinen Firmenkunden Zugriff auf Wettbewerberdaten verlange, wollte sich der Lufthansa-Sprecher nicht äußern. "Dazu kann ich schon aus Vertraulichkeitsgründen nichts sagen." Er verwies darauf, dass die Lufthansa keine Angaben zu ihren Vertragsdetails machen könne und es sich zudem um eine laufende Untersuchung handle. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Frostige Stimmung bei der Deutschen Lufthansa.

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