Komödie + Tragödie + Messi = Epos

28. April 2011, 11:51
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Technisches & Psychologisches en détail

In den beiden vorangegangen Analysen der Clásico-Serie haben wir vor allem die Mannschaftstaktiken unter die Lupe genommen. Das war schön und gut. Hoffen wir jedenfalls. Heute wollen wir uns noch mehr auf Details einlassen - weil das Spiel unter strategischen Gesichtspunkten wenige neue Aspekte zeigt und ein Ausschluss dem CL-Semifinal-Hinspiel im Bernabeu die entscheidende Wende gibt. Die Dauer-Debatte "Ballbesitz-orientierter Fußball gegen Catenaccio der Prägung Mourinho" soll an dieser Stelle nicht stattfinden. Uns interessieren die Feinheiten eines Weltklasse-Fußballspiels.

Deshalb heute weniger zu den "großen" Plänen der beiden Teams:
60 Spielminuten lang bewegen sich weder Real Madrid noch der FC Barcelona außerhalb ihrer Matchpläne und bieten eine Vertiefung des in den Duellen der letzten Woche Gesehenen. Madrid bestimmt durch die Höhe des Pressings Spielrhythmus und -tempo, Barcelona wird trotz oder wegen der intensiven Ballsicherung in eine passive Haltung gedrückt. Dieser Tausch der Spielkontrolle scheint absurd und hat doch großen Einfluss im mentalen Bereich. Weil die üblichen Rhythmuswechsel und Temposteigerungen für Barca kaum möglich sind, zeigen die blauroten Spieler negative Körpersprache und more of the same - nur noch langsamer. Verkehrte Welt für eine Auswärtsmannschaft, die mit einem torlosen Spiel gut leben müsste. Denn die Freude am eigenen Spiel ist für den fußballerischen Ansatz der Katalanen wesentlich und speist ihr Selbstvertrauen. Die Strategie José Mourinhos nimmt ihnen beides und stärkt so das Selbstbewusstsein seiner eigenen Mannschaft. Dass Real Madrid wiederum auf einem schmalen Grat steht (von Tanzen kann keine Rede sein), beweisen Pepes Ausschluss und die Folgen.

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