Orlando Bosch 1926-2011

Verstorbener Flugzeugbomber kündigte Enthüllungen an

29. April 2011, 12:27
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    foto: ap/ javier galeano

    Für die kubanischen Behörden stehen Orlando Bosch, sein Komplize Luis Posada Carriles,  George W. Bush und Adolf Hitler (von rechts) auf einer Stufe.

Dokumente sollen Wahrheit über Anschlag auf kubanische Linienmaschine ans Licht bringen

Miami - Der kubanische Extremist und Gegner von Revolutionsführer Fidel Castro, Orlando Bosch, ist tot. Bosch sei am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Miami gestorben, teilte ein enger Freund der Familie mit. Bosch, dem in Venezuela ein Anschlag auf eine kubanische Verkehrsmaschine im Jahr 1976 mit 73 Todesopfern zur Last gelegt worden war, sei an einer "langen und schmerzhaften Krankheit" gestorben, teilte Pedro Corzo mit, ohne nähere Angaben zu machen. Bosch lebte zuletzt auf freiem Fuß in Miami.

Panzerfaust gegen Schiff

Bosch hatte die kommunistische Revolution in Kuba zunächst unterstützt, schloss sich später aber militanten Castro-Gegnern in den USA an. Der zum überzeugten Anti-Kommunisten gewandelte Extremist wurde 1968 in den USA zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte mit einer Panzerfaust auf ein polnisches Schiff gefeuert, das im Hafen von Miami ankerte. 1972 wurde er auf Bewährung freigelassen und reiste dann illegal nach Venezuela. 

"Alle Flugzeuge Castros sind Kampfflugzeuge"

Dort wurde er nach dem Anschlag auf eine kubanische Verkehrsmaschine 1976 inhaftiert. Die venezolanischen Behörden sahen in Bosch den mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags, er wurde jedoch nie wegen des Bombenanschlags verurteilt. Anfangs verteidigte Bosch den Anschlag noch mit dem Argument, "alle Flugzeuge Castros" seien "Kampfflugzeuge" und manchmal sei es "unmöglich zu vermeiden, dass Unschuldige zu Schaden" kämen, später distanzierte er sich aber von seinen Aussagen.

Die Kamera-Pistole

Im Interview mit der katalanischen Zeitung La Vanguardia erzählte Bosch, dass einer seiner Versuche, Fidel Castro zu ermorden fast gelungen sei: zwei Mitglieder seiner Organisation hatten es 1971 in Santiago de Chile geschafft, als Reporter des Fernsehsenders Venevision getarnt in die Nähe des Revolutionsführers zu gelangen.

In der Kamera war eine Pistole versteckt. Die Attentäter hatten laut Bosch die Zusicherung des chilenischen Geheimdienstes, dass ihnen nichts passieren würde, wenn sie Castro attackierten. Im letzten Moment verließ den Schützen aber dann der Mut, bedauerte Bosch.

Ein mittlerweile freigebenenes CIA-Dokument belegt, dass Bosch 1976 stolz bekanntgab, seine Organisation stehe hinter der Ermordung des chilenischen Außenministers Orlando Letelier.

Bei seiner Rückkehr in die USA wurde er wegen illegalen Verlassens des Landes während seiner Bewährungszeit inhaftiert. 2005 kündigte er in einem Zeitungsinterview an, nach seinem Tod werde durch veröffentlichte Dokumente die Wahrheit über den Anschlag auf die kubanische Linienmaschine ans Licht kommen. (red/APA)

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Alfred Fux
04
Der Herr Bosch ist ein gutes Beispiel

für den militanten Anti-Kommunisten. Dass er auf freiem Fuß leben durfte, obwohl er eigentlich ein gefährlicher Irrer war, zeigt wie sehr sich die USA vor allem verneigt, das ihre soziopatische Ideologie unterstützt. Auch geisteskranke Massenmörder dürfen an der Gesellschaft teilhaben. Solange sie nur Anti-Kommunisten sind.

john pell
00

einer recht Terroristen keiner diie USA geschutz haben

schwarz ist das neue blau
211
29.4.2011, 11:50

"...an einer "langen und schmerzhaften Krankheit" gestorben..."

na immerhin.

Hoerbis
10
17.12.2011, 10:36

ja, da fällt's verdammt schwer nicht schadenfroh zu sein....

Arjuna, the beautiful
12
29.4.2011, 10:10

Was für ein krankes A...h!

Troll2506
12
29.4.2011, 09:27

Ein kleiner Fehler im Artikel:
Die cubanischen Revolutionäre haben sich erst nach der Machtergreifung dem Kommunismus zugewand, auch wenn sie immer Parallelen zu diesem aufwiesen.
Während der Revolution waren sie sogar das Feindbild der KP in Cuba.

Alfred Fux
04
Im Grunde gehts den Amis nur darum

jemanden zu beschimpfen ohne Schimpfwörter zu benutzen. Kein Amerkianer weiß, was Kommunismus ist. Für Amerikaner ist es nur ein mit Emotionen aufgeladenes und ansonsten substanzloses Wort. Sie assoziieren bis heute die UdSSR und China mit Kommunismus, obwohl die weit davon entfernt sind, auch nur im Geringsten kommunistisch zu sein. Das einzig kommunistische an denen ist ihre Nationsbezeichnung. Und was Staatsnamen über Ideologien aussagen hat die "Deutsche Demokratische Republik" deutlich gemacht.

entenfutallesgut
14
28.4.2011, 17:45
Dann könnte der Schurkenstaat

doch jetzt die Miami Five freilassen ...

"Able Danger"
126
28.4.2011, 17:25
Warum wird der Mann hier

als Extremist bezeichnet und nicht als Terrorist?

Alfred Fux
03
Richtige Frage

Noam Chomky würde das so beantworten:
"Terror is what they're doing to us."

Geniusx
 
00
Warum wird der Mann hier als Extremist bezeichnet und nicht als Terrorist?

...weil er Freiheitskämpfer des Kapitals war!

wwg
24
29.4.2011, 11:36

weil derstandard wenn es um nicht kapitalistisch regierte Laender geht einen extremen Rechtsdrall hat.

Der Waehlerwille
 
00
27.3.2012, 12:34
Der Standard hat einen Rechtsdrall? :D

ikepod
016
29.4.2011, 10:50

weil in österreich nur harmlose tierschützer als terroristen bezeichnet werden dürfen ;-)

Hans Krankls Frisör
01
29.4.2011, 04:16

Naja,... richtig positiv ist jetzt weder das eine noch das andere Wort.

papst benedikt
228
28.4.2011, 21:01

weil die kette der berichterstattung, die voneinander abschreibt, bei reuters beginnt, über apa verläuft und bei red endet. "extremist" ist die propagandasprachregelung für terroristen, die sich auf "unserer" seite befinden.

Corpseman (ex-Flat Decider™)
01
30.4.2011, 12:58
da tun sie Reuters ...

jetzt aber Unrecht, die machen sich durchaus Gedanken über sowas:

http://blogs.reuters.com/blog/archives/7146

Alfred Fux
20
Wenn sich die "Gedanken" machen

- was ich absolut bezweifle, denn Reuters bekommt seine Vorgaben aus Industriellenkreisen und nicht aus der Redaktion - weshalb verwenden sie dann den Begriff Extremist? Der ist ebenso emotional beladen und qualifizierend.
Ich denke, dass das Wort Terror und Terrorismus für bestimmte Politiker reserviert worden ist, um gezielt die Massen zu manipulieren. Ein Wort, das nicht durch die Medien an "unerwünschter Stelle" benutzt und damit stumpf gemacht werden soll.

Der Waehlerwille
 
00
27.3.2012, 12:36
http://www.witzige-werbespots.tv/uploads/f... 518367.jpg

Ein Hütchen reicht bald nicht mehr ...

Puritsche
 
01
29.4.2011, 02:32
dr. kokos
 
10
29.4.2011, 10:49

bitte link an reuters schicken, denn diese wichtige info dürfte dort noch nicht angekommen sein.

(tatsächlich sieht die englische wikiversion hier auch ein wenig anders aus.)

http://en.wikipedia.org/wiki/Orlando_Bosch

Puritsche
 
00
29.4.2011, 12:05

Von FBI und US-Army bezeichnet als "Anti-Castro terrorist", "unrepentant (Anm. reueloser) terrorist".
Lese ich im ersten Absatz von: http://en.wikipedia.org/wiki/Orlando_Bosch

dr. kokos
 
00
30.4.2011, 15:26

ja eh, das ist eben der unterschied.

Ernst Guevara
422
28.4.2011, 15:35
daran erkennt man sehr klar den unterschied,

mit welchem politischen hintergrund jemand zu den waffen greift. die lateinamerikanische guerilla war ein phänomen der linken. sie wurde zwar in der regel eingeführt, um die revolution zu machen, hat aber tatsächlich erreicht, dass das starre politische system aus terror und diktatur relativ durchbrochen wurde, wie in zentralamerika. die bewaffnete politische rechte ist eher als rasender psychopath in erscheinung getreten, siehe der herr bosch, aber zb auch die vom damaligen US-präsidenten reagan finanzierten contras in nicaragua, die schwangeren frauen die bäuche aufschlitzten, oder die todesschwadronen, die in guatemala um die 250.000 menschen, vor allem indigenas, ermordeten oder auch die kolumbianischen kettensägen-massaker-rechten.

permobil
20
29.4.2011, 08:54
und das meinen sie wirklich ...

Wenn Linke zu den Waffen greifen - "erreichen sie das Durchbrechen starrer politische system aus terror und diktatur ..."

Wenn Rechte zur Waffen greifen, sind das "rasende Pyschopathen"

Sorry, selten so einen Blödsinn gelesen.

P.S. Wie wird man dann eigentlich linke Diktaturen wieder los? Und von denen gibt es ja einige ... Jetzt könnten Sie natürlich sagen, so was wollen eh nur rechte Psychopathen ;-)

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