C.A.T. Oil steigert sich deutlich

28. April 2011, 11:24
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Wien - Die an der Frankfurter Börse notierte niederösterreichische C.A.T. Oil AG hat ihr Ergebnis im Vorjahr trotz gleichbleibenden Umsatzes deutlich steigern können.Der österreichische Öl- und Gasdienstleister sieht den Höchststand der weltweiten Ölförderung ("Peak Oil") bereits erreicht, es werde daher der Aufwand immer größer, das "schwarze Gold" aus der Erde zu holen. Eigentlich sei der Rohstoff viel zu wertvoll, um verbrannt zu werden, meinte Finanzvorstand Ronald Harder am Donnerstag. Stattdessen gebe es viele Anwendungsgebiete wie die Arzneimittelherstellung, wo Öl sinnvoller genutzt werden könne.

Die derzeitigen Ölpreise seien für C.A.T. oil "optimal", teurer sollte es aber nicht mehr werden, denn dies drücke auf Dauer auf die Nachfrage. Harder geht davon aus, dass sich das Geschäftsjahr 2011 genauso gut entwickelt wie 2010. Russland, einer der Kernmärkte, "produziert so viel wie noch nie", so Harder. Und auch das zweite Kernland Kasachstan pumpe kräftig. Von den Problemen in Nordafrika sei das Unternehmen nicht betroffen.


Gewinn mehr als verdoppelt

 

Der Nettogewinn stieg von 8,4 Mio. Euro auf 19,5 Mio. Euro auf mehr als das Doppelte. Der Umsatz lag 2010 bei 228,8 Mio. Euro und damit 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Hauptversammlung am 17. Juni werde eine Dividendenzahlung von 0,10 Euro je Aktie vorgeschlagen, das sind 25 Prozent des Gewinns, teilte der Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen am Donnerstag mit. Für 2009 waren - erstmals - 0,30 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 24,5 Prozent auf 56,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 19,9 Prozent auf 24,7 Prozent. C.A.T. Oil habe sich 2010 klar zu Effizienz bekannt und die Aktivitäten weiter auf das Kerngeschäft ausgerichtet, heißt es in einer Aussendung. Wenig profitable Services seien ausgegliedert worden. Auch das strikte Kostenmanagement sei konzernweit vorangetrieben worden. Vor allem durch die Reduzierung des Seismik-Geschäfts sowie die Auslagerung von Zusatzservices hätten die Kosten gesenkt werden können.

Reduktion der Materialkosten

Im Jahresvergleich gingen die Umsatzkosten um 3,4 Prozent auf 186,7 Mio. Euro zurück. Materialkosten und Kosten für Zulieferer reduzierten sich um 11,9 Prozent auf 62,6 Mio. Euro (71,1 Mio.). Auch bei den Personalkosten setzte das Unternehmen an: Der Mitarbeiterstand reduzierte sich im Vorjahr um 15,6 Prozent von 2.873 auf 2.424 Mitarbeiter. Die Löhne und Gehälter sanken durch die Auslagerungen gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent. Der Umsatz je Job blieb gegenüber dem Vorjahr mit durchschnittlich 75.200 Euro gegenüber dem Vorjahr stabil.

2010 sei ein Jahr des Übergangs gewesen, so Vorstandschef Manfred Kastner in einer Aussendung. Im laufenden Jahr wolle man das Conventional Drilling zum dritten Kerngeschäft ausbauen. Wegen der Anlaufkosten werde für 2011 ein niedrigeres Ergebnis erwartet, sagte Kastner der Nachrichtenagentur Reuters. Auf die Marge würden die zusätzlichen Kosten voraussichtlich aber nur einen geringen Einfluss haben. Ab 2013 rechnet Kastner dank des neuen Geschäftsfelds mit einer EBITDA-Steigerung von 50 Mio. Euro.

In den Jahren 2011 und 2012 will das Unternehmen insgesamt 150 Mio. Euro investieren. "Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2010 hat sich C.A.T. Oil entschieden, das Investitionsvolumen über das reine Instandhaltungsniveau hinaus zu erweitern", heißt es. Für das laufende Jahr ist C.A.T. Oil optimistisch und erwartet eine steigende Nachfrage für die angebotenen Dienstleistungen. Ende April beliefen sich die Aufträge für das laufende Jahr auf rund 230 Mio. Euro, dabei sei ein erster Conventional-Drilling-Auftrag enthalten.

C.A.T. Oil bietet Dienstleistungen an, mit denen die Lebensdauer von Öl- und Gasquellen verlängert werden kann, und ist auch in der Erschließung von Öl- und Gasfeldern tätig. In Russland und Kasachstan hat das 1991 gegründete Unternehmen eine führende Position im Hydraulic Fracturing inne. Ein Großteil der Mitarbeiter sind auch in diesen beiden Ländern tätig. (APA)

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