Navi-Hersteller TomTom gibt Kundendaten an Polizei weiter

28. April 2011, 11:31
643 Postings

Firmen-Chef Goddijn: "Haben diese Art der Verwendung nicht vorausgesehen"

Navigationsgerätehersteller TomTom sorgt derzeit für Schlagzeilen. Aus einem Bericht der niederländischen Zeitung Algemeen Dagblad geht hervor, dass GPS-Daten der Kunden ohne ihr Wissen an die Polizei weitergegeben wurden. Diese wurden zur verbesserten Positionierung von Radarfallen genutzt. TomTom hatte den Kunden versichert, die Übermittlung der Fahrdaten sei anonym und würde nur zur Produktoptimierung genutzt. Nun hat sich der Konzern offiziell dafür entschuldigt.

Umsatzeinbußen kompensieren

Durch die zunehmende Konkurrenz von Smartphones mit GPS Navigation, sah sich der Navi-Hersteller gezwungen, den sinkenden Umsatz mit anderen Verkaufsbereichen zu kompensieren. Dazu gehörte der Verkauf von Verkehrsdaten wie Geschwindigkeitsprotokolle der Nutzer an Behörden, Unternehmen und die niederländische Polizei. Viele Kunden reagierten empört.

Verkehrssicherheit erhöhen

Nun befindet sich Europas größtem Navigationsgeräte-Hersteller auf damage control Kurs und entschuldigt sich offiziell in einer E-Mail an die Kunden für den Datengau. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, glaubte der Konzern damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen. "Wir haben diese Art der Verwendung der Daten nicht vorausgesehen und viele unserer Kunden sind nicht glücklich darüber", erklärt TomTom-Chef Harold Goddijin. Er versprach "diese Art der Verwendung in Zukunft zu vermeiden".

Österreichische Kunden

TomTom-Kunden in Österreich sind nicht von den niederländischen Geschehnissen betroffen. Entsprechend der aktuellen Rechtslage sei die heimische Polizei nicht zur Einsicht der GPS-Daten berechtigt. (ez)

Der WebStandard auf Facebook

  • TomTom war zu alternativen Einnahmequellen gezwungen, um den Umsatzeinbußen durch die Smartphone-Konkurrenz entgegenzuwirken.
    foto: tomtom

    TomTom war zu alternativen Einnahmequellen gezwungen, um den Umsatzeinbußen durch die Smartphone-Konkurrenz entgegenzuwirken.

Share if you care.