Bangkok und Phnom Penh beenden Kämpfe

28. April 2011, 18:23
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    foto: epa/mak remissa

    Kambodschanische Soldaten.

Nach sieben Tagen und 15 Toten legen beide Länder die Waffen vorerst nieder

Bangkok/Phnom Penh - Nach den heftigen Gefechten der letzten Tage an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha haben sich beide Länder am Donnerstag auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die Übereinkunft sei bei einem Treffen militärisch Verantwortlicher erzielt worden.

Zuerst verkündete Kambodscha das Friedensabkommen, Thailand bestätigte die Meldung kurz darauf. Ein Sprecher der thailändischen Regierung sagte, Grenzposten würden wieder geöffnet und die Geflohenen könnten in ihre Dörfer zurückkehren.

Seit vergangenen Freitag sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Der letzte - ein thailändischer Soldat - wurde in der Nacht auf Donnerstag erschossen. Mehr als 75.000 Menschen aus der Region sind auf der Flucht.

Der Regierungssprecher Kambodschas bezeichnete den Verlauf der Gespräche als "freundschaftlich" , die Armeen seien zuversichtlich, dass die Waffenruhe auch tatsächlich durchgesetzt werden könne. Er betonte, dass es sich um eine "vorläufige Abmachung" handle. Man müsse sehen, wie sich die Situation entwickelt.

Im Konflikt um den Tempel Preah Vihear an der gemeinsamen Grenze wurde bereits seit Anfang Februar geschossen. Zugespitzt hatte sich der gegenseitige Beschuss dann am 22. April. Die Glaubensstätte aus dem 11. Jahrhundert ist bereits seit Generationen, ebenso wie andere Tempel im Grenzgebiet, zwischen beiden Ländern umkämpft.

Preah Vihear wurde 1962 vom Internationalen Gerichtshof Kambodscha zugesprochen, was Thailand jedoch nie anerkannt hat. Neue Nahrung erhielten die Streitigkeiten, als 2008 Preah Vihear den Status eines Weltkultur-Erbes von der Unesco erhielt. Allerdings blieb ein Areal von 4,6 Quadratkilometern Größe in unmittelbarer Nähe des Tempels Streitgegenstand zwischen den beiden Ländern. Teile des kambodschanisch-thailändischen Grenzverlaufs wurden also nie formal demarkiert, was Nationalisten und sporadische Zusammenstöße immer wieder befeuert hat.

Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die jüngste Auseinandersetzung um den Tempel begonnen und schwere Waffen sowie Artillerie-Feuer eingesetzt zu haben. Die thailändische Armee wies die Vorwürfe des kambodschanischen Verteidigungsministeriums zurück, Giftgas-Patronen bei den Gefechten verwendet zu haben.

Vor drei Jahren entflammte der Konflikt kurz vor den landesweiten Wahlen in Kambodscha - dieses Jahr stehen in Thailand Neuwahlen ins Haus.

"Das Tempel-Thema wird immer dann entstaubt, wenn die politische Temperatur in Thailand steigt" , analysiert Duncan McCargo, Thailand-Experte von der Universität in Leeds.

Der vorläufigen Waffenruhe folgen wohl nun Gespräche zwischen den Premierministern beider Länder im nächsten Monat. (dpa, juh/DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2011)

Kommentar posten
21 Postings
h 90
00
29.4.2011, 05:59

Also von gestern auf heute wurde geschossen....

Michael_Gutsch
00
28.4.2011, 21:01

Vielleicht wäre dort eine UN-Resolution wichtiger und sinnvoller, als irgendwelche halbseidenen Experimente eine nicht definierbare Opposition (Wer? Ziele? Vorstellungen? Unterstützung durch die Bevölkerung?) zu einem despotischen Herrscher zu unterstützen.

Dieser Konflikt könnte durch eine entmilitarisierte Pufferzone welche durch wenige hundert UN-Blauhelme überwacht wird mit Sicherheit entschärft werden.

Anschließend könnte in Ruhe an einer dauerhaften Lösung gearbeitet werden.

h 90
00
29.4.2011, 05:59

Nachdem beide Staaten keine UN Blauhelme wollen wird das wohl nichts werden.

pierrejosephproudhon
02
28.4.2011, 19:30

Thaipolitik wird man auch nach Jahren Vorort nie restlos durchschauen, muss ich aus leidvoller Erfahrung sagen. Für mich das Land meines Herzens, aber alles offizielle ist schwer durchschaubar...

Nachdenklich 2011
00
28.4.2011, 22:36

bezieht man den Faktor "Korruption" ins Nachdenken ein, ist es sogar sehr schnell durchschaubar.

Man muss nur wissen, welchen "Seilschaften" bzw. Elite-Gruppen die betreffenden Politiker nahestehen.

h 90
00
29.4.2011, 06:02

Ich wollte aehnliches schreiben.
Wenn man jede Ethik rausnimmt, sogar jede Gauner Ethik und davon ausgeht, dass man alles und jeden kaufen kann, schlimmer als Prostituierte dann wird alles recht klar.
Heute Todfeind, morgen bester Freund, uebermorgen die rechtskonservative Partei an den Feind verkauft. Ueberuebermorgen eine linkslinke Partei gegruendet......

mag2412
04
28.4.2011, 11:22
und noch was.

Taksin war in Kambodscha, und hat u.U. was damit zu tun.

n

Flash Gordon
13
28.4.2011, 13:18

Das weiß doch in Thailand jeder dass Thaksin hinter all diesen Aktionen steckt. Sinn ist Thailand zu destabilisieren um mit seinen roten Anhängern erneut an die Macht zu kommen. Offenbar gibt es in Thailand noch weiteres Geld für ihn zu stehlen.

Luigi Giovanni
00
29.4.2011, 10:05

Ist das jetzt ironisch gemeint?

h 90
00
29.4.2011, 06:03

Und nicht wenige dieser Regierung sind auch von Thaksin gekauft......

mag2412
82
28.4.2011, 11:12
kambodscha

sollte den thais dankbar sein, für die hilfe die ihnen in den letzten 20 - 30 jahren gewährt wurde, aber nein, kaum kriegen die wieder ein wenig luft, müssens gleich wieder einen konflikt anzetteln. obwohl sei niemals auch nur den funken einer chance gehabt hätten.

laos und kambodscha sind wirtschaftlich, infrastruktur, gesellschaftlich, medientechnisch, 1000 jahre zurück. es gäbe bis heute keine einzige brücke über den mekong, hätte nicht thailand diese gebaut. es gäbe keine ärzte, würden die nicht in bangkok ausgebildet werden usw.

und wenn der internationionale gerichtshof "zuschlägt" heist das noch lange nichts.

der kosovo - ein teil serbiens - wurde auch die albaner verscherbelt, weil irgendein bürokrat das so wollte !?

Dekkard
11
28.4.2011, 15:23
Also ich war gerade in Kambodscha...

...da hat sich in den letzten 7 Jahren sehr viel getan. Die leben bald in bescheidenen Wohlstand wenn das so weiter geht. Klar, ohne Entwicklungshilfe und dem Ausnehmen von Touris an Flughäfen und Grenzposten würds langsamer gehen...

fridakeynes
10
28.4.2011, 16:20
kambodscha ist ein bitterarmes land, in dem eine sehr kleine schicht

sehr reich ist und nur in touristenzentren wie siem reap kann ein teil der einwohner vom geld, das die touristen bringen, profitieren! von wohlstand ist dieses land so weit entfernt wie afghanistan!

Dekkard
11
28.4.2011, 16:34
Sie waren mit Sicherheit weder in...

...dem einen, noch in dem anderen Land. In Phnom Penh gibt es bereits Nobelviertel wo ausschließlich Lexus (überhaupt fast die meistgesehene Marke) fahren. Von wo haben sie ihre Informationen bitte? Ich war soeben dort, und beziehe mich auf Veränderungen in den letzten 7 Jahren.

fridakeynes
10
28.4.2011, 19:03
ich war letztes jahr in kambodscha....natürlich haben

sie in phnom penh luxuskarossen gesehen, ich schreibe ja, dass eine kleine schicht sehr reich ist....wenn sie allerdings phnom penh verlassen und durch das land reisen, werden sie vielleicht bemerken können, dass außerhalb von phnom penh, siem reap und sihanoukville bittere armut herrscht! ansonsten können sie ja auch bei amnesty international oder bei wikipedia oder bei der UNO oder auch bei transparency nachlesen, wie es um das land steht, das nach wie vor zu den less developed dieser welt gehört, gemeinsam mit laos!

Dekkard
01
28.4.2011, 20:19
Natürlich...

...genauso wie das Isaan in Thailand auch bitterarm ist. Aber es ist ein wesentlicher Unterschied zu einem Kambodscha vor 10 oder gar 15 Jahren (zwischen 10 und 15 ist der Unterschied nochmal gewaltig, ein Bekannter von mir hat 1997 noch ein Haus dort gehabt und den letzten Bürgerkrieg miterlebt). Ich habe auch von "bescheidenem Wohlstand" geredet. Und die einsamen roten Stricherln die sie mir geben sind ein wenig peinlich...

h 90
10
29.4.2011, 06:07

Der Isaan ist schon lange nicht mehr bitterarm.
Wo die Leute arm sind ist meist der Grund, dass sie:

Spielsuechtig sind
Neues Auto/Motorrad/Handy auf Kredit kaufen und nicht zurueckzahlen koennen
Yaba nehmen

Alle die nichts davon machen leben recht gut.

fridakeynes
00
28.4.2011, 21:25
im vergleich ist immer alles relativ, keine frage!

und ich will mir gar nicht vorstellen, wie das vor 10 oder 15 jahren war, denn mir hat schon gereicht, was ich an armut und hoffnungslosigkeit letztes jahr erlebt habe! dabei sind die kambodschaner ein sehr herzliches und sonniges volk, eigentlich unglaublich, angesichts des unvorstellbaren horrors, den sie erleben mussten!

Dekkard
00
29.4.2011, 11:33
Na dann seien sie froh...

...das sie nicht Anfang des letzten Jahrzehnts dort waren! Weil das kann man absolut nicht vergleichen. Und genau das habe ich gemeint, als ich sagte dort könne bald BESCHEIDENER Wohlstand herrschen.

fridakeynes
22
28.4.2011, 12:23
sehr lustig! und für die thailändische unterstützung von pol pot & konsorten

sollen die kambodschaner wohl auch dankbar sein? laos und kambodscha sind stark unterentwickelte länder, an deren elend sich die thailänder (und nicht nur die) auch noch bereichern! oder glauben sie ernsthaft, die thai bauen den laoten irgendwas umsonst hin? laos ist ein land, reich an bodenschätzen und es wird gerade darüber verhandelt, wer was bekommt! eines ist aber jetzt schon sicher: die bevölkerung wird auch hier wieder leer ausgehen....

phutpichler
00
28.4.2011, 11:09
Sie haben (wieder einmal) nix gemacht....

außer sich wehren müssen:

http://www.mfa.go.th/web/3034.php

Ja ne, ist klar -Wie die bundesbürger so schön sagen ;-)

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