Mitglieder der Baath-Partei lassen Assad im Stich

28. April 2011, 10:01
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Protest gegen Niederschlagung der Proteste: 200 Politiker zurückgetreten

Damaskus - Sechs Wochen nach Beginn der blutigen Unruhen in Syrien beginnt das seit 1963 autoritär regierende Regime der Assad-Dynastie zu bröckeln. 200 Politiker der allmächtigen Baath-Partei aus der Protesthochburg Deraa reichten am Mittwoch ihren Rücktritt ein.

In der Stadt im Süden des Landes, nahe der Grenze zu Jordanien, hatten die Demonstrationen am 18. März ihren Anfang genommen. Die Politiker begründeten am Mittwoch ihre Entscheidung damit, dass Sicherheitskräfte von  Präsident Baschar al-Assad Hunderte getötet und Tausende verletzt hätten.

Zudem erklärten 28 Baath-Mitglieder aus der Hafenstadt Banias im Nordwesten in einer weiteren Erklärung, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, ebenfalls ihren Rücktritt. Sie warfen den Sicherheitskräften Folter und Mord vor.

Vor Ausbruch der Demonstrationen für Demokratie und gegen Assad wäre ein solcher Schritt undenkbar gewesen. Die Baath-Partei regiert Syrien seit 1963. Die syrische Armee hat die Berichte über die Meuterei in der Armee übrigens dementiert. Die Regimegegner hatten zuvor berichtet, etliche Offiziere hätten sich geweigert, auf Demonstranten zu schießen. Einige von ihnen seien daraufhin von Angehörigen der regimetreuen Republikanischen Garden wegen Befehlsverweigerung erschossen worden. In einem heute veröffentlichten Video, das Aktivisten aus der belagerten Stadt Daraa schmuggeln konnten, sind junge Demonstranten zu sehen, die rufen: "Wir haben keine Angst, die Armee steht auf unserer Seite." (red/Reuters)

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