"Freistaat" Christiania: Zugänge blockiert

28. April 2011, 08:59
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Bewohner haben freiwillige Schließung von Cafés und Haschisch-Shops beschlossen

Kopenhagen - Der Kopenhagener Alternativ-Stadtteil Christiania hat aus Protest gegen den Druck zur "Normalisierung" der Kommune seine Läden, Stände und Lokale für Besucher vorerst geschlossen. Der Rat der Bewohner des selbst ernannten Freistaates beschloss, alle Zugänge zum Gelände zumindest für einige Tage zu blockieren. Man brauche eine "Denkpause", sagte ein Sprecher am Mittwoch (gestern).

Die Stadt Kopenhagen, die Ende Februar einen vier Jahrzehnte währenden Rechtsstreit um das Eigentum an dem ehemaligen Militärgelände endgültig gewann, bot den "Christianiten" zuletzt an, das Gelände zu einem Preis von rund 150 Millionen Kronen (20,1 Millionen Euro) für sich zu erwerben. Dieses Angebot soll nun in Ruhe unter den rund 700 Anwohnern beraten werden.

Schließung illegal

Sowohl Boutiquen, Cafes als auch die bei Jungtouristen äußerst beliebte Haschisch-Meile "Pusher Street" sind derzeit für Außenstehende nun unzugänglich. Umweltbürgermeister Knud Foldschack bezeichnete die Schließung der Geschäfte in Christiania als illegal. Obwohl man auch bei der Polizei die gleiche Rechtsmeinung vertritt, gedenkt diese nicht einzuschreiten: "Dass die Kopenhagener Polizei jetzt ausrücken soll, um etwas aufzumachen dessen Schließung wir 39 einhalb Jahre lang angestrebt haben, fühlt sich schon ein bisschen seltsam an, befand Polizeisprecher Jens Jespersen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Ritzau. (APA)

  • Die Eingänge zum "Freistaat" bleiben vorerst geschlossen.
    foto: epa/jens noergaard larsen

    Die Eingänge zum "Freistaat" bleiben vorerst geschlossen.

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