Deutsche Bank hält Kurs auf Rekordziele

28. April 2011, 08:27
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Das Institut kann gegen den Trend seinen Gewinn steigern und verdient im ersten Quartak drei Milliarden Euro

Frankfurt - Die Deutsche Bank hält dank unerwartet robuster Geschäfte im Investmentbanking Kurs auf ihre Rekordziele. Vorstandschef Josef Ackermann bekräftigte, 2011 solle ein Vorsteuergewinn aus den operativen Geschäftsbereichen von zehn Mrd. Euro in den Büchern stehen. "Die Deutsche Bank ist sehr gut in dieses Jahr gestartet", erklärte der Bankchef.

Verblüffung bei den Analysten

Für das erste Quartal wies das größte deutsche Geldhaus einen Vorsteuergewinn von drei (Vorjahreszeitraum: 2,8) Mrd. Euro aus - und verblüffte damit die Analysten, die eigentlich einen Rückgang erwartet hatten und der Deutschen Bank ihre ehrgeizigen Jahresziele bisher nicht so recht abnahmen. Allein die Investmentbank steuerte in den ersten drei Monaten 2,6 Mrd. bei. Damit reichte sie zwar nicht ganz an das starke Vorjahresniveau heran. Doch die Erträge erwiesen sich als stabiler als bei etlichen internationalen Konkurrenten, die zuletzt besonders über eine Flaute im Anleihehandel geklagt hatten.

"Der gesamte Bereich hat bei vielen Produkten Marktanteile gewonnen und seine Position als eine der weltweit führenden Investmentbanken gefestigt", erklärte Ackermann im Zwischenbericht. Damit zahlen sich die Investitionen in der Krise aus, die Schere zwischen starken und schwachen Banken öffnet sich. Über einen ähnlichen Trend hatte am Mittwoch bereits die große Schweizer Rivalin Credit Suisse berichtet.

Auf mittlere Sicht will sich Ackermann zwar unabhängiger vom schwankungsanfälligen Investmentbanking machen. In diesem Jahr soll es aber mit 6,4 Mrd. Euro abermals den Löwenanteil zum Konzerngewinn beitragen. Vom Filial- und Firmenkundengeschäft erwartet der Vorstandschef im Gesamtjahr einen Ergebnisbeitrag von 1,6 Mrd. Euro. Knapp die Hälfte schaffte die Sparte nun mit 788 Mio. Euro schon im ersten Quartal. Davon entfielen allerdings 236 Mio. Euro auf einen einmaligen Effekt, der sich aus der Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank ergab. Die Postbank, die nun erstmals für den gesamten Berichtszeitraum konsolidiert wurde, lieferte einen Ergebnisbeitrag von 221 Mio. Euro ab.

Nach Steuern schaffte die Deutsche Bank im ersten Quartal einen Gewinn von 2,1 (1,8) Mrd. Euro - das zweitbeste Ergebnis in der Konzerngeschichte. Nur Anfang 2007 war es noch etwas besser gelaufen. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) verbesserte sich auf 9,6 Prozent. Ende 2010 waren es noch 8,7 Prozent. (APA/Reuters)

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    Analysten hatten schwarz gesehen, doch die Deutsche Bank übertraf alle Erwartungen.

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