Verbund mit weniger Gewinn als erwartet

28. April 2011, 08:14
posten

Konzern kann Stromabsatz kräftig steigern

Wien - Der börsenotierte Verbund-Stromkonzern hat im ersten Quartal operativ mehr verdient und insgesamt einen höheren Umsatz erzielt als erwartet. Dafür ging der Nettogewinn etwas stärker zurück als von Analysten prognostiziert. Für 2011 erwartet der Verbund bei einer durchschnittlichen Wasserführung ungefähr gleiche Ergebnisse wie 2010. Die Dividende werde sich weiter an einer Ausschüttungsquote von 45 bis 50 Prozent orientieren, wie der Verbund erklärte. Der Stromabsatz des Konzerns legte überaus kräftig zu.

Die Umsatzerlöse kletterten im Auftaktquartal um 13,8 Prozent auf 917,7 Mio. Euro, von der APA befragte Experten hatten im Mittel nur 2,5 Prozent Plus gesehen. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um 11,0 Prozent auf 215,8 Mio. Euro, erwartet war ein Anstieg um 8,3 Prozent.

Stärker ging dagegen der Nettogewinn zurück: Er verringerte sich um 9,5 Prozent auf 108,5 Mio. Euro, prognostiziert waren lediglich 3 Prozent Minus. Dieser Rückgang im Konzernergebnis sei im wesentlichen auf den Entfall des positiven Einmaleffekts (steuerliche Investitionsbegünstigungen) im Beteiligungsergebnis des Vorjahres der italienischen Sorgenia Group zurückzuführen, so der Verbund. Je Aktie verringerte sich der Nettogewinn - aufgrund der Kapitalerhöhung von Herbst, bei der sich die Aktienzahl von 308,2 Mio. auf 347,4 Mio. Stück erhöht hat - um 19,7 Prozent auf 0,31 (0,39) Euro.

Überaus kräftig - um 15,4 Prozent auf 14,547 (12,609) GWh - konnte der Konzern im ersten Quartal den Stromabsatz steigern, geht aus dem Zwischenbericht hervor. Der Wasserkraft-Erzeugungskoeffizient verbesserte sich im Jahresabstand auf 0,99 (0,92).

Deutschland-Absatz höher als im Inland

Die gesamte Strom-Eigenerzeugung des Verbund stieg  um 5,5 Prozent auf 6.970 GWh (6,97 TWh). Dabei betrug das Plus bei der Wasserkraft, die insgesamt 78 Prozent zur Eigenproduktion beisteuerte, 2,9 Prozent auf 5.409 GWh. Strom aus Wärmekraft gab es mit 1.526 GWh um 15,9 Prozent mehr, bei Wind/Sonne waren es +10,1 Prozent auf 35 GWh. Samt 7.577 GWh Fremdbezug (+26,2 Prozent) resultierte eine Konzernaufbringung von 14.547 GWh (+15,4 Prozent).

Der Aufwand des Verbund für Strombezug wuchs im Jahresabstand um 27,1 Prozent auf 481,9 Mio. Euro. Dieser deutliche Anstieg sei auf den höheren Stromabsatz (+1.938 GWh) zurückzuführen, bei zugleich relativ geringer Zunahme der Eigenerzeugung (+365 GWh), heißt es im Quartalsbericht von Donnerstag.

Von den 14.547 GWh Stromabsatz des Verbund im 1. Quartal gingen diesmal 5.484 GWh an Händler, um 58,7 Prozent mehr als ein Jahr davor. Der Endkunden-Absatz sank dagegen um 2,5 Prozent auf 2.694 GWh. Auch an Weiterverteiler wurde diesmal weniger abgegeben (-0,4 Prozent auf 6.001 GWh). 368 GWh waren Eigenbedarf.

Regional setzte der Verbund diesmal mehr in Deutschland als in Österreich ab. Von den 14.547 GWh Gesamtabsatz entfielen nun 6.010 (4.042) GWh auf unser Nachbarland und nur 5.956 (6.034) GWh auf den Heimmarkt. In Frankreich setzte der Verbund 1.905 (2.032) GWh ab.

Die für das Geschäftsjahr 2011 relevanten Futures-Kontrakte Year Base 2011, gehandelt im Vorjahr, lagen im Durchschnitt mit 49,9 Euro/MWh um 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Strom-Spotmarktpreisniveau stieg im 1. Quartal um 26,6 Prozent auf 51,9 Euro/MWh. Gründe sind die temporäre Abschaltung von sieben deutschen Kernkraftwerken, aber auch die Preise für Primärenergieträger und Emissionszertifikate, die unter anderem wegen Nordafrika- und Nahost-Krise zulegten. (APA)

Share if you care.