Erste-Group liefert "glanzloses Ergebnis"

28. April 2011, 07:49
10 Postings

Rote Zahlen in Ungarn

Wien - Die Erste Group hat die Ergebnisse für das erste Quartal 2011 bekannt gegeben. Sie lagen unter den jüngsten Analystenschätzungen. Die Experten der UniCredit schreiben in einer ersten Einschätzung von "glanzlosen Ergebnissen". Sowohl die Schätzungen der UniCredit als auch die Konsensuserwartungen seien verfehlt worden.

Das Betriebsergebnis sank wegen rückläufiger Betriebserträge um 3 Prozent auf 953,6 Mio. Euro, der Nettogewinn war mit 260,6 Mio. Euro um 2,1 Prozent höher als im ersten Quartal 2010.

Rückläufig war der Zinsüberschuss. Die Kreditrisikikosten sanken bis Ende März um 13,4 Prozent auf 460 Mio. Euro. Im Ausblick stellt der Vorstand am Donnerstag in der Quartalsmitteilung fest, dass in Ungarn und Rumänien für 2011 noch erhöhte Risikokosten zu erwarten seien, weil dort die Rezession mit Verzögerung überwunden werde. In allen anderen Ländern sollten hingegen die Risikikosten heuer um 10 bis 20 Prozent sinken.

Sorgenkind Ungarn

Höhere Risikovorsorgen und die ungarische Bankensteuer haben in der Ungarn-Tochter im Quartal das Ergebnis rot gefärbt, dort wird ein Verlust von 31,8 Mio. Euro ausgewiesen. In der Ukraine-Tochter wurde der Verlust auf ein Drittel auf 2 Mio. Euro reduziert, Rumänien bilanzierte zum Quartalsende gerade noch positiv. Im Österreich-Geschäft blieben die Ergebnhisse auf dem Niveau der ersten Monate 2010.

Die Belastungen aus den Bankensteuern in Österreich und Ungarn wurden nach drei Monaten mit 47,9 Mio. Euro beziffert.

Bank sieht sich auf Kurs

Die Bank sieht sich trotz der anhaltenden Verluste in Ungarn und der Ukraine auf Kurs für einen Gewinnsprung im laufenden Jahr. In den beiden Ländern hatte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen wegen höherer Rückstellungen für faule Kredite im ersten Quartal insgesamt einen Verlust von 34 Millionen Euro verbucht. Dennoch ist Firmenchef Andreas Treichl überzeugt, die Profitabilität in diesem Jahr deutlich zu steigern, wie er am Donnerstag sagte. Börsianer trauen der Bank für 2011 einen Nettogewinn von 1,269 Milliarden Euro zu nach einem Plus von einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr.

Die Erste Bank ist der zweitgrößte Kreditgeber in Mittel- und Osteuropa. In vielen Ländern dieser Region hatte sich die Wirtschaft zu Jahresbeginn weiter erholt, so dass das Geldhaus die Vorsorgen für faule Kredite um gut 13 Prozent zurückschrauben konnte. Wegen geringerer Zinseinnahmen, einem sinkenden Handelsergebnis und höherer Verwaltungskosten stieg der Gewinn im ersten Quartal lediglich um gut zwei Prozent auf 260,6 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Plus von sieben Prozent gerechnet. An der Börse gab die Aktie daher knapp drei Prozent nach.

Das größte Sorgenkind für die Erste Bank ist das Geschäft in Ungarn: In dem österreichischen Nachbarland macht dem Institut neben der schwierigen Wirtschaftslage eine neuen Bankensteuer zu schaffen, die die Erste zum Jahresauftakt knapp 14 Millionen Euro kostete. Zudem erwartet Treichl dort im laufenden Jahr ein weiteres Ansteigen der Rückstellungen für faule Kredite. Dennoch habe das Geldhaus keine Absichten, sich von dem dortigen Geschäft zu trennen. (APA)

Share if you care.