Die Sonnseite des Hochlantsch

    17. Mai 2003, 12:10
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    Der aufragende Gipfel des Hochlantsch galt immer schon als exzellenter Aussichtspunkt. Steinböcke und Gämsen, steile Felsen und eine üppig-alpine Flora locken in die Steiermark

    Der knapp über 1700 m aufragende Gipfel des Hochlantsch galt immer schon als exzellenter Aussichtspunkt, auch wenn man von ihm nicht den Großglockner sehen kann, wie der Topograf und Burgschauspieler F.C. Weidmann im Jahre 1832 behauptete. Immerhin reicht die Sicht von den Wiener Hausbergen – mit Rax und Schneeberg – bis zu den Niederen Tauern und zum Gesäuse, bis zu Glein- und Koralpe. Die Erhebungen der Fischbacher Alpen mit Rennfeld und Teufelsstein hat man sozusagen direkt vor der Nase.

    Der Hochlantsch ist bekannt für seine reiche, alpine Flora mit Feuerlilie, Türkenbund und Alpenrose. Eine besondere Attraktion stellen Steinböcke dar, die sich vorwiegend in den steilen Nordwänden aufhalten. Die Ahnen dieser Tiere stammten aus dem Nationalpark Engadin in der Schweiz; sie wurden zur Mitte des vorigen Jahrhunderts übersiedelt und haben sich deutlich vermehrt. Steinböcke sind leicht zu beobachten, sie flüchten vor dem Menschen nicht sehr weit. Deshalb konnte man sie auch gut jagen, was zu ihrer Ausrottung in unseren Breiten führte, zumal man in ihrem Gehörn ein wirksames Potenzmittel sah. Selbstverständlich gibt es auf dem Hochlantsch auch Gämsen.

    Um diese Jahreszeit bietet sich eine Tour auf den beliebten Berg vom Süden her an, da dort die Vegetation schon sehr weit gediehen ist und die Sonne noch nicht ihre volle Kraft entfaltet. Zudem beginnt man die Wanderung auf der hoch gelegenen und auf einer Straße erreichbaren Teichalm, was die zu bewältigende Höhendifferenz beträchtlich vermindert. – Die Tour weist keine Schwierigkeiten auf, obgleich der Bereich rund um den Gipfel felsig ist. Im Bereich der oberen Felskante ist natürlich Vorsicht geboten.

    Die Route

    Beim Teichwirt auf der Teichalm wählt man die rote Markierung 740, die – mit einigen steilen Abschnitten – zum Kamm führt. Am oberen Rand der Felsen geht es bequem weiter bis zum Gipfel. Gehzeit ab Teichwirt 2 Stunden. Es folgt der relativ steile Abstieg auf der roten Markierung nach Westen zum Gasthaus "Steirischer Jokl", wo man den kurzen Abstecher zur Wallfahrtskirche Schüsserlbrunn nicht auslassen sollte. Ab Gipfel eine Dreiviertelstunde. Weiter hinab – rot markiert Nummer 743 – zum Gasthaus "Zum guten Hirten" und dann auf der roten Markierung 02 (und 745) zum Mixnitzbach und diesen entlang zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab "Steirischer Jokl" 1¾ bis 2 Stunden. (DER STANDARD, Printausgabe vom 17./18.5.2003)

    Von
    Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 4½ bis 4¾ Stunden, Höhenunterschied rund 600 m. Gasthaus "Steirischer Jokl" und "Zum guten Hirten". Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 134 (Passail).
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