Viele Werke aus dem Nationalmuseum in Bagdad seien bereits vor dem Golfkrieg 1990 versteckt worden
Bagdad - Aus den irakischen Museen sind nach dem Sturz
des irakischen Machthabers Saddam Hussein offenbar nicht so viele
Kulturgüter gestohlen worden, wie bislang angenommen. Viele
Kunstwerke aus dem National-Museum in Bagdad seien bereits vor dem
Golfkrieg 1990 versteckt worden, wie der amerikanische Reservist und
New Yorker Staatsanwalt Matthew Bogdanos am Freitag in Bagdad
mitteilte. Damals seien Gold, Manuskripte und andere Gegenstände von
Museumsangestellten versteckt und anschließend nicht wieder in den
Bestand aufgenommen worden.
Verlust von tausenden Kunstgegenständen vermutet
Bogdanos sagte, der ursprünglich geschätzte Verlust von 170.000
gestohlenen Gegenständen sei zu hoch. Tatsächlich bewege sich der
Verlust in einer Spannbreite von tausenden Kunstgegenständen. Bürger
hätten eine Anzahl von geplünderten Antiquitäten wieder
zurückgebracht, weitere Gegenstände seien von den amerikanischen
Behörden sichergestellt worden. So glaube er, dass mittlerweile auch
ein wichtiger Teil der goldenen Harfe aus dem Jahre 2450 vor Christus
und der Schatz von Nimrud in Sicherheit sei. Andere Dinge wie die
Heilige Vase von Warca aus dem Jahre 3000 v. Chr. würden hingegen
noch vermisst.
Vermisst geglaubte Kunstgüter angeblich in Kellern des Museums wieder gefunden
Wie es weiter hieß, wurden viele vermisst geglaubte Kulturgüter in
den Kellern des Museums wieder gefunden. Andere Kulturschätze seien
seit 13 Jahren in bis zu 20 Schließfächern in der irakischen
Zentralbank gelagert worden. Bogdanos machte ehemalige Angestellte
des Museums für umfangreiche Verluste verantwortlich. Viele der
eingelagerten Kunstgegenstände seien zwar geplündert worden, aber in
den Räumen habe es keine Anzeichen für einen gewaltsamen Zutritt
gegeben. "Die Schlüssel zu diesen Stockwerk wurden zuletzt in dem
Safe des Direktors gesehen und werden nun vermisst."(APA/AP)