Energiespardetektive in der Schule

27. April 2011, 19:59
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Kärntner Projekt "Ökolog" gewann EU-Umweltpreis

"Je jünger die Schüler sind, desto besser lassen sie sich motivieren", erläutert Helga Spitzer, als man ihr den EU-Preis überreicht, der jedes Jahr von der EU-Kommission für herausragende, innovative Umweltprojekte anlässlich der EU-Wochen für nachhaltige Energien vergeben wird. Vor etwa eineinhalb Jahren hatte sie zusammen mit dem mittlerweile pensionierten Pädagogen Josef Groeber die Idee, Umwelt- und Klimaschutz in ein Schulprojekt zu packen mit "Energiespardetektiven", also Schülern, die das Projekt leiten und Sparpotenziale ausmachen. Für diese Idee überreichte ihr kürzlich EU-Energiekommissar Günther Öttinger den heurigen Preis in Form einer Statue. Ein Geldpreis war nicht drin - wie auch die beiden zuständigen Ministerien, Lebens- und Unterrichtsministerium, keinen Zuschuss dazu leisteten, damit die beiden Lehrer nach Brüssel fliegen konnten.

350 Schulen sind dabei

Dabei ist das Projekt namens Ökolog äußerst erfolgreich und längst nicht mehr nur auf Kärnten beschränkt. 350 Schulen - vornehmlich Volks- und Hauptschulen aber auch landwirtschaftliche Weiterbildungsinstitutionen - machen mit. Dabei wird ein Team von sechs bis acht Energiespardetektiven benannt, die sich dann mit der spezifischen Umweltsituation ihrer Schule befassen. Diese Kinder bekommen einen speziellen Button (siehe Abbildung). "Wir haben festgestellt: Bei jeder Schule gibt's was anderes einzusparen", sagt Spitzer. "Überall wird was anderes verschwendet: Wasser, Papier, Energie."

In den Ökolog-Schulen wird jede umweltschützerische Schwachstelle in Form von Klassenprojekten abgearbeitet: Da wird über rezyklierbaren Müll ein Memory gestaltet; da gibt es ein Quiz über Alternativenergien. Da wird zur Veranschaulichung von den Schülern selbst ein Niedrigenergiespielzeughaus gestaltet. Für die Anschaffung der notwendigen Materialien wurden in Kelag und Baumax Sponsoren gefunden.

"Die Kinder sind total begeistert", erläutert Spitzer, die Direktorin der Neuen Mittelschule in Spittal an der Drau ist. Ihr im Projekt gesammeltes Wissen, wie möglichst umweltschonend hantiert werden kann, tragen die Kinder dann nach Hause und "schauen den Eltern auf die Finger". Spitzers Wunsch: dass das Ökolog-Projekt auch in Kindergärten installiert wird. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe, 28.4.2011)

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