Windstrom ab 2030 voll konkurrenzfähig

27. April 2011, 18:02
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Studie: Umwegrentabilität durch dämpfende Wirkung auf Strompreise hoch

Wien - Strom aus Windkraft, verglichen mit anderen Erneuerbaren schon jetzt unter den günstigsten, wird sich ab 2030 ganz ohne Zuschuss rechnen. Davon gehen die meisten Studien aus. Sollte eine vom Berater A. T. Kearney erstellte Prognose eintreten, die einen überproportionalen Anstieg der Strompreise in den nächsten Jahren unterstellt, könnte dies schon ab dem Jahr 2023 der Fall sein.

"Die positiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaft können sich schon jetzt sehen lassen", sagte der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl, am Mittwoch bei der Präsentation einer neuen Studie. Die gemeinsam mit der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Verkehrsministeriums gemachte Studie zeigt auf, dass in Befolgung des nationalen Aktionsplans für erneuerbare Energie (plus 1550 Megawatt Windkraft bis 2020) 2,8 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst würden - mit deutlich positiven Effekten für den Arbeitsmarkt.

Zusätzlich wirke Windenergie dämpfend auf den Strompreis, weil bei guten Windverhältnissen teurer produzierende Kraftwerke nicht ans Netz müssten. Eine Studie von Pöyry für die European Wind Energy Association beziffert die Einsparung aus diesem Merit-Order-Effekt mit elf Euro je MWh 2020. Moidl: "Bezogen auf Österreich wären das 680 Mio. Euro an preisdämpfender Wirkung".

Probleme bereiten den Windparkbetreibern die steigenden Kosten für die Errichtung neuer Anlagen. Zwar seien Windräder der jüngsten Generation etwa siebenmal so leistungsstark wie vor zehn Jahren; "die haben sich aber auch entsprechend verteuert", sagte Martin Steininger von der Windkraft Simonsfeld im niederösterreichischen Weinviertel.

Weil im neuen Ökostromgesetz, das bis 9. Mai in Begutachtung ist, zwei Ausschreibungen pro Jahr und Abschläge auf den Einspeisetarif (derzeit 9,70 Cent je kWh) vorgesehen sind, sehen die Windstromproduzenten ihre Kalkulationsbasis gefährdet. Auch die Grünen verlangen ein Umdenken.

Mit Anfang 2011 haben 83 Unternehmen in Österreich 625 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1,011 MW betrieben. Damit wurden 2,1 Mrd. kWh Strom erzeugt - soviel wie 600.000 Haushalte benötigen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.4.2011)

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