SPD leidet weiterhin an Sarrazin

27. April 2011, 17:48

Protest nach Einstellung des Parteiausschlussverfahrens

Berlin - Die SPD kommt in der "Causa Sarrazin" nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Die Proteste gegen den Verbleib des ehemaligen Berliner Finanzsenators und Bundesbankers in der Partei werden immer massiver. "Ich bin zutiefst enttäuscht" , sagt Mehmet Tanridverdi, der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände. Er hat seinen Austritt aus der SPD angekündigt. Auch der Gründer des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokraten, Sergey Lagodinsky, will sein Parteibuch zurückgeben. Im Internet haben Tausende eine "Berliner Erklärung" unterzeichnet, in welcher der "Zick-Zack-Kurs" der SPD-Führung kritisiert wird.

Der Unmut richtet sich gegen SPD-Chef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles. Noch vor wenigen Monaten, als Sarrazin seine umstrittenen Integrationsthesen propagierte und von einem "jüdischen Gen" sprach, hatten die beiden auf einen Parteiausschluss Sarrazins gedrängt. Nun ist das Verfahren überraschend schnell eingestellt worden. Nachdem Sarrazin erklärt hatte, er habe niemanden diskriminieren wollen, zog auch die SPD-Spitze ihren Antrag auf Ausschluss zurück.

Die hessischen Jusos fordern den Rücktritt von Nahles. Sie hatte von einer "klugen Entscheidung" gesprochen und den Verbleib für die SPD-Spitze abgenickt, da Gabriel im Osterurlaub weilt. Nils Schmid, SPD-Chef in Baden-Württemberg, fordert: "Sarrazin muss die Konsequenzen ziehen und von selbst aus der Partei austreten." Doch der denkt nicht daran, sondern erklärt, dass er "einfaches SPD-Mitglied" bleibe. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2011)

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17 Postings
zar1
01
28.4.2011, 10:18
"SPD leidet weiterhin an Sarrazin"

Was ist denn das für eine Krankheit?

"Able Danger"
01
28.4.2011, 17:41

Eine erbliche.

Dodelbert Engfuss
00
28.4.2011, 09:42
Ballast abwerfen, Genossen!

Um wieder an Höhe zu gewinnen, muss die SPD endlich eine moderne Arbeitnehmerpartei werden statt zu einer Transfernehmerpartei zu mutieren. Abwurf von jeder Menge ideologischem Ballast und seiner ewig gestrigen Träger ist daher Gebot der Stunde. Links ist für sie ohnehin nichts mehr zu holen, da tummeln sich längst schon die anderen.

Thyristor
00

"Zu holen" ist der in der Tat einzig angemessene Ausdruck.

Jürgen Rembremerding
40
28.4.2011, 11:08
"Links ist für sie ohnehin nichts mehr zu holen, da tummeln sich längst schon die anderen"

Die Linksfaschos?

http://www.spiegel.de/politik/d... 67,00.html

exi2
31
28.4.2011, 03:02
das sollte man verallgemeinern

die SPD leidet nämlich an den Hartzfaschisten! Davon ist Sarrazin nur einer. Andere sind Schröder, Hartz, Müntefering, Beck, Steinmeier, und überhaupt alle Mitglieder des sog. Seeheimer Kreises - einer Partei in der Partei.
Sarrazins Ausschluß wäre ein guter Anfang gewesen. Nun werden eben die Sozialdemokraten die SPD in Scharen verlassen. Sollens die Faschos in der SPD ruhig den Parteinamen behalten, denn was sie sind, das sieht man an ihrem Verhalten.

cantanto
00
28.4.2011, 11:42
Seit wann gibt es "Sozialdemokraten"

im tatsächlichen Sinn des Wortes in der SPD?

Ich erkenne nur mafiöse Gewerkschafter, getarnte Wirtschaftsliberale und ein paar Sozialromantiker...

Jürgen Rembremerding
63
28.4.2011, 09:08
"Faschos in der SPD"

Das ist immer lieb! alles was mir nicht passt ist "Fascho"! Uns selber ist man ja dann, wenn man z.B. Schröder nicht mag dann auch gleich zum tapferen Antifaschiten geadelt.

So blödelt das Jungbürgertum vor sich hin, während der echte Faschismus z.B. in Ungarn fröhlich seine Urständ feiert.

Jürgen Rembremerding
03
27.4.2011, 20:36
Raus mit Helmut Schmidt aus der SPD:

http://noz-news.com/parteien/... limen.html

schokolade süss
00
28.4.2011, 17:18
Sarazzin, Kelek, Schmidt haben Recht....

SPD und Grüne beziehen in der Islampolitik Positionen, die sich immer deutlicher von unseren unterscheiden. Die Parteien, die früher zum Beispiel für Frauenrechte auf die Straße gingen, zeigen heute Verständnis für die Rolle, die der traditionelle Islam der Frau zuweist, also für ihre Unterdrückung. Man hat den Eindruck, als dürfe man bei SPD und Grünen nicht über die Wertekollision des Islam mit unserer freiheitlichen Gesellschaft diskutieren.

dazu passend ein interessanter Blog : http://cigdemtoprak.de/2011/04/2... /#more-696

LG ALEVITIN

Warentester
00
28.4.2011, 15:13

Jetzt ist auch schon wurscht. Jetzt schadet der transatlantische Zigarettenopi eh niemanden mehr (ausgenommen jene, die er zu Passivrauchern macht).

cantanto
00
28.4.2011, 11:45
Genau!

Und dann bitte schnell einen Gottesstaat etablieren!

Nick Tameer
01
28.4.2011, 09:29

Eh zu spät - und außerdem dürfte er als eines der wenigen noch lebenden Exemplare von Mentholzigaretten-Rauchern besonderen Artenschutzvorschriften unterliegen.

BogumirOrjoltschaschtsch
 
02
28.4.2011, 09:20
Was die Sozialdemokraten der fundamentalistischen Gruppe am meisten stört...

ist der Umstand, dass man weder Schmidt noch Sarrazin mit der billigen Faschismuskeule wegmachen kann. Wären sie bei der NPD oder zumindest bei der FDP täte man sich leichter. So müsste man sich aber mit den Argumenten dieser beiden auseinandersetzen, gar Sarrazins Buch lesen und die Schmidtschen Beiträge in Der Zeit, was man nicht kann oder will. Und so schoss er (sie) messerscharf, dass nicht sein kann was nicht sein darf.
Wenn aber die beiden gar unwiderlegbar recht haben, dann regiert man mit ratloser Polemik und schafft sich als Partei des Sozialen gleich mit selbst ab!!!

zombie69
 
13
27.4.2011, 18:45
Amüsant

Wer meint er müsse gegen Bücher, andere Meinungen und unbequemen Fakten mit Hass, Ausgrenzung und Fertigmachung reagieren, der verliert langfristig auf ganzer Linie. Da bringt es augenscheinlich auch nichts wenn man zuerst fast eine ganze Partei im Rücken hat. Die Wahrheiten, und sind sie so unbequeme wie in der Migrationspolitik, werden sich immer durchsetzen und das ist auch richtig so. Es ist nur noch amüsant anzusehen und zu hören wie sich nun die Gegner Sarrazins mit allen verfügbaren Worthülsen aus der peinlichen Angelagenheit rauswinden wollen.

Nick Tameer
00
28.4.2011, 09:43

Sie haben natürlich insofern recht, als der Begriff des "Rechtsabweichlers" der Tradition der SPD eher fremd ist. Aber wenn man einmal davon absieht, ist Ihnen - gerade wenn Sie ein Freund besonders unbequemer Wahrheiten sind - schon einmal zu Sinn gekommen, dass eine Partei unter Umständen auch ganz bestimmte Positionen vertreten und andere ablehnen könnte, weil sie die einen eben für richtig die anderen für falsch halten könnte, auch wenn Sie vielleicht diese Meinung nicht teilen?

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