Antarktis-Schmelze führt zu Rekordansammlung von Buckelwalen

30. April 2011, 17:55

Forscher zählten 306 Tiere in der Wilhelmina Bay - Grund ist üppiges Vorhandensein von Krill

San Francisco - US-Forscher haben nahe der Antarktis die bisher größte Ansammlung von Buckelwalen entdeckt. Die Tiere fraßen sich an der ebenfalls größten Konzentration von Krill satt, die in 20 Jahren beobachtet wurde, wie das Team um Douglas Nowacek von der Duke Universität in Durham im Journal "PLoS ONE" berichtet.

306 Buckelwale zählten die Forscher auf einer Expedition im Mai 2009 in der Wilhelmina Bay an der Antarktischen Halbinsel: Das entspricht mehr als fünf Walen pro Quadratkilometer. Auch im folgenden Jahr fanden die Forscher eine ähnlich große Ansammlung. Der Grund dafür: riesige Mengen Krill, die Nahrung der Wale.

Kurzfristiger Nutzen, langfristige Ungewissheit

Eine Ursache für das gute Futterangebot sehen die Forscher in der Klimaerwärmung. Zum Untersuchungszeitpunkt im Herbst auf der Südhalbkugel war das Meer früher bereits weitgehend mit Eis bedeckt. Krill - kleine Krebstiere - zieht sich unter den Schutz der Eisdecke zurück, wo die Krebse und Larven überwintern. In den Jahren 2009 und 2010 bedeckte dünnes Meereis aber nur weniger als zehn Prozent der Bucht.

"Der Rückgang des Eises ist kurzfristig gut für die Wale - sie können fressen, soviel sie wollen", kommentiert Ari Friedlaender, Mitautor der Untersuchung. "Langfristig könnte er sich aber negativ auf beide Arten auswirken, und ebenso auf alles andere, das im südlichen Ozean auf Krill angewiesen ist." Denn die Krebse sind eines der wichtigsten Glieder der antarktischen Nahrungskette und eine Basis für das gesamte Ökosystem.

Der zumindest derzeit reich gedeckte Tisch für die Buckelwale hat noch eine andere Folge, berichten die Forscher. In der riesigen Walversammlung haben sie Paarungsgesänge ausgemacht, weit entfernt von den üblichen Paarungsgebieten in wärmeren Meeresteilen. "Wenn Weibchen ein solches Futterangebot finden, warum sollen sie dann jedes Jahr zu den Paarungsplätzen wandern?", fragt Nowacek. Die Erwärmung beeinflusse also bereits unmittelbar den Lebenszyklus der Tiere. (APA/red)

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12 Postings
Karl Martell II.
00
11.5.2011, 16:49
Märchenstunde

Erst im Jahre 2008 hatte die Antarkis die größte jemals gemessene Eisfläche. Diese Zeitung berichtet sogar darüber:

http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryospher... arctic.png

Andy82
 
10
Kurzfristiger Nutzen, langfristige Ungewissheit

wirkt a bissl wie das letzte abendmahl

Hermann Weiler
72
30.4.2011, 23:24
"Die Erwärmung beeinflusse also bereits unmittelbar den Lebenszyklus der Tiere. "

Das ist natürlich eine sensationelle Neuigkeit.

Auch die hin und wieder zu beobachtenden Paarungen auf der Donauinsel sind natürlich auf den Klimawandel zurückzuführen, was sonst?

Searles
 
02

Nun, die Paarungszeit auf der Donauinsel und der Lobau duerfte sich gegenueber 1980 bereits um durchschnittlich ein-zwei Wochen vorverlegt haben.

Hermann Weiler
00
Ich nehme an,

du hast dich intensiv mit diesem Aspekt des Klimawandels befasst.

Searles
 
00

Meine gesamte Freizeit widme ich diesem Thema :)

Hermann Weiler
10
Die gesamte Freizeit als Spanner zu verbringen empfinde ich als fad

Searles
 
00

Es ist wie bei einer Weinverköstigung: Die unterschiedlichen Jahrgänge des konsumierten Guts bringen die Würze.

denk mal
00
Ob wir wohl auch dereinst auf der Donauinsel

Paarungsgesänge auf Wahlversammlungen ausmachen werden können? Das wäre einmal eine willkomme Auswirkung des Klimawandels!

another_stranger_me
05
30.4.2011, 23:11

psst - kein wort zu den japanern!

Roter Baron
20

die japaner finden sie überall
sie fahren ja über ganzen globus
bis zum südpol runter
wenn sein muss

allerdings
fukushims bringt hoffnung
wenn die fugus jetzt so groß werden wie waale
könne sie sich das sparen.

roter baron

hlg
62
30.4.2011, 19:24
ich bin besorgt... ;-)

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