Serbiens Premier für Reinvestition vom Gewinn der Telekom Srbija

27. April 2011, 17:11
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Geplanter Verkauf des Mehrheitsanteils nicht mit Finanzierung von Budget und Wahlkampf verknüpft

Der Gewinn der Telekom Srbija aus dem Vorjahr sollte reininvestiert werden, erklärte der serbische Ministerpräsident Mirko Cvetkovic, heute, Mittwoch bei einer parlamentarischen Anfrage zur Privatisierung des Unternehmens. Das Geld sollte in den technischen Ausbau fließen, sagte er unter Hinweis, dass das Unternehmen "neue Investitionen" brauche.

Die Telekom Srbija hat im Vorjahr einen Nettogewinn in Höhe von 17 Mrd. Dinar Euro (170 Mio. Euro) erzielt - um 27,6 Prozent mehr als 2009. Der Umsatz belief sich auf 117,4 Mrd. Dinar (+ 3,9 Prozent). In die Modernisierung des Telekommunikationsnetzes und der Dienstleistungen wurden 2010 nach Angaben des Unternehmens 15,95 Mrd. Dinar investiert.

Mühe

Die Telekom Srbija war das Thema einer heutigen Regierungsstunde im Parlament angesichts der Bemühungen der Behörden, einen 51-prozentigen Anteil zu verkaufen. Die meisten Oppositionsparteien widersetzen sich dem Regierungsplan. Der geplante Verkauf der Telekom Srbija stehe weder mit der Finanzierung vom Budget noch des anstehenden Wahlkampfes in Verbindung, versicherte Cvetkovic. Die regelmäßigen Parlamentswahlen sind im Frühjahr 2012 fällig.

Die Telekom Austria hatte im März als einzige Bieterin 800 bis 950 Mio. Euro für den zum Verkauf stehenden Anteil an der Telekom Srbija und Investitionen in Höhe von 450 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren in Aussicht gestellt. Serbien fordert allerdings einen Mindestpreis von 1,4 Mrd. Euro. Deshalb erhielt die Telekom Austria eine - bereits zweite - Nachfrist bis zum 3. Mai, um ihr Angebot nachzubessern. Der serbische Staat ist mit 80 Prozent an der Telekom beteiligt, weitere 20 Prozent befinden sich im Besitz der griechischen OTE. Zum Verkauf sollen 31 Prozent des serbischen Staates und der Anteil der Griechen kommen.

Staatsbesitz

Auch wenn der Verkauf womöglich im Mai erfolgreich beendet sei, werde das Geld erst in einigen Monaten überwiesen werden, so Cvetkovic weiter. Aufgrund der Verkaufsprozedur dürften die Mittel heuer daher nicht bereit stehen. Die Ängste, dass die von dem Telekom-Verkauf stammenden Finanzmittel intransparent verwendet werden könnten, seien ebenfalls unbegründet, so der Ministerpräsident. Es werde ein genauer Plan angelegt werden, das Regierungsbudget sei stabil und die Finanzeinnahmen verliefen nach Plan. Die Telekom Srbija, die ein gewinnbringendes Unternehmen im Staatsbesitz sei, werde noch gewinnbringender im Privatbesitz werden, ist der Regierungschef überzeugt.

Der serbische Premier kündigte heute auch an, dass Serbien im August oder September eine neue Kreditvereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abschließen werde. Die Verhandlungen sollen im Mai beginnen. Am 15. April war ein dreijähriges IWF-Kreditabkommen abgelaufen, im Rahmen dessen Serbien rund 1,5 von genehmigten 2,9 Mrd. Euro in Anspruch genommen hat. (APA)

 

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