Kernkraft im Schlagloch: TW1-Diskussion zu 25 Jahre Tschernobyl

27. April 2011, 17:07
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Läutet die Reaktorkatastrophe von Fukushima das Ende der Atomkraft ein?

Läutet die Reaktorkatastrophe von Fukushima das Ende der Atomkraft ein? Hans Blix, ehemaliger Chef der Atomenergiebehörde, dämpft verfrühte Hoffnungen: "Fukushima ist nicht das Ende der Straße für Atomkraft, aber es ist ein Schlagloch." Unter der Leitung von Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid und TW1-Info-Chefredakteur Christoph Takacs diskutierten Experten in der Schaltzentrale des AKW Zwentendorf. TW1 zeigt die Aufzeichnung der Runde heute, Donnerstag, im Rahmen eines Schwerpunktes um 20.45 Uhr.

Aus Tschernobyl habe man gelernt, sagt Blix: "Und wir werden genauso viel aus Fukushima lernen." Dem widerspricht Risikoforscher Wolfgang Kromp: "Wir haben einiges gelernt, aber offensichtlich nicht genug." Nach Tschernobyl wurden ferngelenkte Roboter entwickelt, die in Bereichen eingesetzt werden können, die für Menschen im Katastrophenfall nicht mehr betretbar sind. In Japan fehlten diese Technologien. Der ehemalige Leiter des internationalen Tschernobyl-Forums, Friedrich Seinhäusler, verweist auf europäische Defizite: "Keiner der EU-Staaten wäre in der Lage, die Katastrophe besser zu bewältigen als in Fukushima." Atomkraft überfordere Menschen, sagt Angelika Claußen von der Vereinigung "Ärzte gegen Atomkraft" .

Die Verantwortung Österreichs als Gegner und gleichzeitiger Bezieher von Atomstrom sieht Andreas Molin vom Umweltministeriums beim Einzelnen: Jeder Stromkonsument könne die Entscheidung selbst treffen, ob er Atomstrom bezieht.

Diskussion und Dokus auf TW1 ab 20.15. Wiederholung: 29.4.: 16.15, 23.15; 30.4.: 11.00. (prie, DER STANDARD; Printausgabe, 28.4.2011)

  • Expertendiskussion zu 25 Jahre Tschernobyl: Hans Blix, Andreas Molin, Friedrich Steinhäusler, Wolfgang Kromp, Angelika Claußen (v. li.).
    foto: standard/cremer

    Expertendiskussion zu 25 Jahre Tschernobyl: Hans Blix, Andreas Molin, Friedrich Steinhäusler, Wolfgang Kromp, Angelika Claußen (v. li.).

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