Nationalrat

Vorratsdatenspeicherung wird mit Änderungen beschlossen

27. April 2011, 16:38
  • Artikelbild
    foto: gegenvds.at

    Foto: Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung in Linz

Vier-Augen-Prinzip für Staatsanwälte - "Verbotene Veröffentlichung" von Vorratsdaten-Infos

Die Vorratsdatenspeicherung wird am Donnerstag mit einigen Änderungen im Nationalrat beschlossen. Ein genereller Richtervorbehalt für den Datenzugriff, wie er im Vorfeld zur Debatte stand, fehlt in dem der APA vorliegenden Abänderungsantrag. Es wird allerdings präzisiert, auf welche Daten auf Anordnung der Staatsanwaltschaft - also ohne richterlichen Beschluss - zugegriffen werden darf. Zudem soll hier das Vier-Augen-Prinzip gelten. Außerdem wird die unzulässige Veröffentlichung von Vorratsdaten mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht.

Stammdaten

Auf schriftliches und begründetes Geheiß der Staatsanwaltschaft können die Behörden künftig auf Stammdaten (Name, Adresse etc.) und Zugangsdaten (Teilnehmerkennung, E-Mail-Adresse oder IP-Adresse des Mail-Absenders) eines Users zugreifen. Allerdings wird festgehalten, dass lediglich Informationen zum Inhaber des betroffenen Anschlusses eingeholt werden dürfen, nicht aber von anderen Teilnehmern, mit denen er per Mail oder Telefon kommuniziert. Letzteres bedürfte dann einer gerichtlichen Bewilligung.

Ohne Richterbeschluss dürfen sie aber nicht ausheben lassen, mit wem er telefoniert hat

Das hieße in der Praxis, dass die Behörden beim Provider etwa Namen und Anschrift eines Handy-Kunden einholen dürfen. Ohne Richterbeschluss dürfen sie aber nicht ausheben lassen, mit wem er telefoniert hat. Für alle Datenzugriffe ohne Richterbeschluss gilt künftig das Vier-Augen-Prinzip, das heißt, der Antrag auf Auskunft muss von einem zweiten Staatsanwalt genehmigt werden. Und im Strafgesetzbuch schließlich wird noch das Delikt der "verbotenen Veröffentlichung" auf den "Inhalt von Ergebnissen aus einer Auskunft über Vorratsdaten" ausgeweitet, dafür ist ein Strafrahmen von bis zu einem Jahr vorgesehen.

April 2012

Die Vorratsdatenspeicherung soll mit April 2012 in Kraft treten. Ein Jahr danach soll das Justizministerium einen Bericht vorlegen, wie oft Daten abgefragt werden, damit beauftragen die Regierungsparteien das Ministerium per Entschließungsantrag. In einem weiteren "Entschließer" wird schließlich darauf verwiesen, dass die EU-Kommission die Vorratsdaten-Richtlinie bis Jahresende evaluieren und dann eventuell ändern will. Passiert das, soll die Bundesregierung entsprechende Gesetzesnovellen vorlegen, so der Wunsch für die Zukunft. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3
JosefGott
01
29.4.2011, 08:32

Ich BIN geLADEN! Wir dürfen nun unsere eigene Überwachung bezahlen, teils durch Providergebühren, teils durch Steuern. Fangen wird man damit freilich Niemanden weil Moafiosis sich ein VPN leisten können und alle anderen TOR nutzen werden.

Stuff
00
29.4.2011, 05:29
Mehr oder minder Liebe Abgeordnete zum Nationalrat!

Ihr habt also mehrheitlich brav die Hand nach oben gestreckt, damit die notleidende Sicherheitsindustrie Umsätze zuwegebringt, die wir alle bezahlen dürfen, 80% via Steuern und 20% via höhere Zugangskosten. Da ihr noch dazu so intelligent wart, das Gesetz erst mit 1. 4. 2012 in Kraft treten zu lassen, kann auch kein störrischer Staatsbürger, wie in Tschechien etwa schon geschehen, noch vor der Bezahlung dieser Rechnungen das Geschäft kaputtmachen, denn selbst wenn der Verfassungsgerichtshof nach dem 1. 4. 2012 da was aufhebt: Bezahlt ist bezahlt. Asoapechobera!

LCD
11
28.4.2011, 20:31

Piraten oder Kommunisten wählen, weil:
Piraten schaffen das wieder ab.
Und bei Kommunisten gewöhnt man sich daran ;)
Nee, war nur Spaß! Kommunisten würden sowas natürlich nie befürworten.

untypischer Leistungsträger
01
28.4.2011, 16:49
SPÖVP züchten sich also eine "Kaste der Unberührbaren".

Als 'Reaktion' auf die Skandale der letzten Zeit bezüglich Korruption, Steuerhinterziehung und Vetternwirtschaft sehr konsequent.
Jeder, der sich erdreistet, das Maul auf zu machen, kann dank Vorratsdatenspeicherung nachhaltig ruiniert werden.

Und das alles kurz vor der Entscheidung des EuGH.

IHR SEID EINE SCHANDE FÜR DEN RECHTSSTAAT!

Wir sind Hehlerware
01
28.4.2011, 15:04
Teilt den Verantwortlichen eure Meinung mit!

barbara.prammer@parlament.gv.at, fritz.neugebauer@parlament.gv.at, 3pr@parlament.gv.at, sonja.ablinger@parlament.gv.at, werner.amon@parlament.gv.at, gertrude.aubauer@parlament.gv.at, jakob.auer@oevp.at, josef.auer@parlament.gv.at, martin.bartenstein@parlament.gv.at, petra.bayr@parlament.gv.at, ruth.becher@parlament.gv.at, dagmar.belakowitsch-jenewein@parlament.gv.at, gabriele.binder-maier@parlament.gv.at, dieter.brosz@gruene.at, christiane.brunner@parlament.gv.at, josef.bucher@parlament.gv.at, h.buchmayr@aon.at, josef.cap@spoe.at, katharina.cortolezis-schlager@parlament.gv.at, renate.csoergits@parlament.gv.at, gerhard.deimek@fpoe.at, sigisbert.dolinschek@parlament.gv.at, karl.donabauer@parlament.gv.at, heribert.donnerbauer@parlament.gv.at,

Wir sind Hehlerware
00
28.4.2011, 15:08
Wir sind Hehlerware
00
28.4.2011, 15:05

claudia.durchschlag@liwest.at, f.essl@lk-salzburg.at, hannes.fazekas@spoe.at, anna.franz@parlament.gv.at, adelheid.fuerntrath-moretti@parlament.gv.at, hermann@gahr.at, carmen.gartelgruber@fpoe.at, kurt.gartlehner@parlament.gv.at, kurt.gassner@spoe.at, andrea.gessl-ranftl@aon.at, franz.glaser@parlament.gv.at, eva.glawischnig@gruene.at, alois.gradauer@parlament.gv.at, f.grillitsch@bauernbund.at, wolfgang.grossruck@parlament.gv.at, gerald.grosz@bzoe.at, kurt.gruenewald@gruene.at, wilhelm.haberzettl@parlament.gv.at, heinz-peter.hackl@parlament.gv.at, christoph.hagen@parlament.gv.at, roman.haider@parlament.gv.at, elisabeth.hakel@parlament.gv.at, karin.hakl@parlament.gv.at, michael.hammer@parlament.gv.at, p.haubner@wirtschaftsbund.at, ursula.hau

undalleswirdgut
00
28.4.2011, 14:09
... der höchste Prozentsatz einer Bevölkerungsgruppe, welche Angst vor dieser Vorratsdatenspeicherung haben sollte, sind unsere korrupten Politiker die dies heute beschließen werden. Gut so.

Oder haben sie sich eine Vorratsdatenspeicherungs-Immunität irgendwo hineinschreiben lassen? Wenn nicht, an die Arbeit ... ein paar Minuten habt ihr noch ...

Günther W. Berger
10
28.4.2011, 14:08
Vermutlich werde ich als einziger heute viele rote Stricherl ernten...

...aber wenn wir erst nach schlimmen Fällen anfangen, organisierte Kriminalität zu überwachen, dann sind wir zu spät dran.

Dieser doppelte Richterbeschluss plus 1 Jahr Freiheitsstrafe sollten Mißbrauch gut in Schach halten.

Bei der Vorratsdatenspeicherung geht es um die verlässiche Aufspürung hochkrimineller Strukturen, und nicht um unser Gras im Kasten, eine hin und wieder unbezahlte Zeitung oder ein der/dem Ex gewünschtes blaues Auge.

LCD
00
28.4.2011, 20:25

Und jetzt mal die Antwort auf die Frage was VDS mit organisierter Kriminalität zu tun hat. Kann sich denn kein Mafioso VPN leisten (10 Euro im Monat sind wohl zu viel für Mafiosis)? Oder TOR nutzen?

HotDoc
00
28.4.2011, 18:35

wo daten sind werden daten mißbraucht!!!

dermond
00
28.4.2011, 17:55

doppelter richterbeschluss???

4 augen prinzip der ermittler hab ich herausgelesen

Charmeoffensive
01
28.4.2011, 14:37

Der Evaluierungsbericht der Europäischen Kommission bestätigt, dass höhere Aufklärungsquoten im Bereich der organisierten Kriminalität durch die VDS nicht zu erwarten sind: http://bit.ly/kx8uFc

Außerdem widerspricht die VDS laut einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des dt. Bundestages der EU-Charta der Grundrechte: http://bit.ly/h04Fqd

hier könnte ihr name stehen
01
28.4.2011, 14:17
"Bei der Vorratsdatenspeicherung geht es um die verlässiche Aufspürung hochkrimineller Strukturen, (...)"

und der paragraf 278a wird ausschliesslich gegen kriminelle organisationen und niemals nicht missbräuchlich eingesetzt...

hier könnte ihr name stehen
124
28.4.2011, 12:54

....................../´¯/)
....................,/¯../
.................../..../
............./´¯/'...'/´¯¯`·¸
........../'/.../..../......./¨¯\
........('(...´...´.... ¯~/'...')
.........\.................'...../
..........''...\.......... _.·´
............\..............(
..............\.............\...

Christ Kind
06
28.4.2011, 12:34
es its ja sicherlich in dem Gesetz

auch vorgesehen, dass die Staatsanwaltschaft jederzeit Auskunftspflicht gegenueber dem Buerger hat, welche Daten, zu welchem Zeitpunkt, mit welcher Begruendung, eingehoben wurden.

Oder etwa nicht.....

kein nick will mir mehr einfallen
016
28.4.2011, 12:33

damals, zu weihnachten 1989, haben sie uns im fernsehen ein paar verrostete racks mit uralt-kassettenrekordern aus rumänien gezeigt. jeder telefonanschluss könne damit überwacht werden, alles haben die kommunisten abgehört. soooo böse war dieses regime, soooo menschenverachtend. gut, dass diese diktaturen weg sind, dass das gute system gesiegt hat, haben sie uns damals erklärt.

sebald
01
28.4.2011, 13:44

die udssr ist leider in gestalt der räteunion wiederauferstanden, beides gesteuert von der city of london

Charmeoffensive
01
28.4.2011, 11:57

Wir sollten uns überlegen, wie wir uns dagegen wehren! Demos helfen nichts, wie die Erfahrung zeigt.

Lichtfreak
02
28.4.2011, 13:52
Normale Demos helfen nicht!

weil es ihnen egal ist!

Erst wenn es wieder Krawalle gibt, bewegt sich was.

bonetree
00
28.4.2011, 11:35

Dürfen Sie auch auf die Verbindungsdaten meines Computers zugreifen (nicht auf den Inhalt sondern auf die IPs + Zeitstempel)?

maruh
00
28.4.2011, 11:42

deine ip plus datum und uhrzeit wird auf jeder seite die du anwählst gespeichert.
war schon immer so

doSomething()
00
28.4.2011, 16:16
falsch.

so sehr ich auch gegen die vds bin, aber ihre aussage ist schlichtweg falsch: "adress"-aufrufe dürfen explizit nicht gespeichert werden.
war schon immer so.

bonetree
00
28.4.2011, 11:43

Ich meinte natürlich bei MEINEM isp und nicht auf dem jeweiligen Server.

ü-strichal
01
28.4.2011, 12:29

such dir einfach einen proxy zum surfen ... werd ich in zukunft auch nicht anders machen ...

http://www.proxyliste.com/

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.