Evaluierung der Bundestheater: Zinggl hakt nach

27. April 2011, 17:27
3 Postings

Parlamentarische Anfrage, warum die Studie nicht veröffentlicht wird

Wien - Die Ergebnisse der Evaluierung von Staats- und Volksoper sowie des Burgtheaters seien, beteuert man in den Häusern, äußerst harmlos. Doch Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) weigert sich, die Berichte zu veröffentlichen: Sie holte sogar, wie berichtet, ein Gutachten ein, das ihr bestätigt, die Ergebnisse unter Verschluss halten zu dürfen.

Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, hingegen vertritt die Auffassung, "dass es im Interesse der Bevölkerung sein muss, maximale Transparenz auch in die Gebarung der Bundestheater zu bringen". Er brachte daher am Mittwoch eine parlamentarische Anfrage an Schmied ein.

Er möchte u. a. wissen, in welchen Geschäftsbereichen der Bundestheater ein Sparpotenzial ausgemacht wurde und welche Details, würden sie veröffentlicht, Wettbewerbsnachteile für die Bühnen nach sich ziehen könnten, wie Schmied in einem APA-Interview befürchtete. Zinggl fragt auch nach dem Durchschnittseinkommen der Ensemblemitglieder und in wie vielen Produktionen diese pro Jahr durchschnittlich mitwirken. Mehrere der insgesamt 34 Fragen drehen sich um die Spitzengagen pro Auftritt.

Zinggl thematisiert zudem die Beauftragung. Er möchte wissen, wie hoch die Gesamtkosten der Evaluierung waren, aus welchen Gründen Ernst & Young mit der Durchführung betraut wurde und ob es davor ein Ausschreibungsverfahren gab. Ein solches ist ab einer gewissen Summe (ca. 100.000 Euro) vorgeschrieben. (Thomas Trenkler/ DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2011)

Hintergrund:
Evaluierung der Bundestheater: Bericht bleibt unter Verschluss
Schmied holte Gutachten ein, um schweigen zu dürfen

Share if you care.