Parteiausgaben

Neue Vorwürfe gegen Hans-Peter Martin

27. April 2011, 16:19

Ehemaliger Mitstreiter Ehrenhauser: Befreundete Unternehmer unverhältnismäßig bezahlt - Aufhebung der Immunität beantragt

Der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser, ehemaliger Mitstreiter von Hans-Peter Martin, geht beinahe täglich mit neuen Vorwürfen über die angeblich missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern durch seinen Mentor im EU-Parlament, Martin, an die Öffentlichkeit. 

Der neueste Vorwurf: Martin habe befreundete Unternehmer großzügig bezahlt - das Geld stammt aus der öffentlichen Kostenrückerstattung (rund 2,3 Mio Euro) für den Wahlkampf 2009. Die Salzburger Nachrichten berichten in der morgigen Ausgabe (Donnerstag) über ein Honorar von 96.000 Euro an den Fotografen O.S. - unverhältnismäßig hoch im Vergleich zu ähnlichen Fotohonoraren, findet Ehrenhauser.

Aufhebung der Immunität beantragt

Darüber hinaus besteht seiner Meinung nach der Verdacht, S. habe angegebene Leistungen nicht erbracht oder sie seien bereits durch andere Honorare über Zahlungen des Europaparlaments beglichen worden. Eine Sachverhaltsdarstellung liegt bei der Wiener Staatsanwaltschaft, die beim EU-Parlament bereits um die Aufhebung der Immunität Hans-Peter Martins angesucht hat.

Martinweist die Vorwürfe zurück und erklärt laut Salzburger Nachrichten: O. S. sei ein international erfolgreicher Fotograf, „den ich auch als Berater sehr schätze". Er sei deshalb für ihn auch sehr wichtig gewesen, weil sich Ehrenhauser im Frühjahr 2009 sehr schwankend verhalten habe und es erst am 4. Mai fix gewesen sei, dass er zur Wahl antreten werde. „Hätte ich keine professionellen Mitarbeiter im Hintergrund, hätte es den Wahlkampf 2009 gar nicht geben können."

O.S wird in dem Bericht zitiert: Er habe für Martin nicht nur fotografiert, sondern ihn auch bis zur Erfindung von Wahlslogans beraten. „Ich bin ja auch Publizist."

Ehrenhauser: Honorar unverhältnismäßig hoch

Martin Ehrenhauser sieht das anders: Hans-Peter Martin versuche immer durch persönliche Untergriffe von der Sache und den Fakten abzulenken. „Dass ich den Wahlkampf leite, stand nie zur Debatte. Oft war ich 24 Stunden täglich mit Hans-Peter Martin unterwegs."

Ehrenhauser beton, Martin habe Martin Herrn S. den Rechnungstext vorgeschrieben, wie eine E-Mail zeige. In Rechnung gestellt wurden für 96.000 Euro wiederholte Fotoshootings, Fotos und Begleitung beim Wahlkampfauftakt 2009, Bearbeitung der Bildsujets sowie umfassende Beratung in Medienfragen. Ehrenhauser sagt, im Vergleich dazu habe ein Fotograf, der das Foto von Martin für das Wahlplakat 2009 und von allen anderen Kandidaten der „Liste Martin" geschossen habe, nur 792 Euro erhalten.

Aufklärungsbedarf gibt es für Ehrenhauser offenbar auch, was die Zahlung von 694.000 Euro an eine deutsche Dienstleistungsfirma betrifft. Martin: Dieses Unternehmen habe über die Jahre hinweg intensive Beratungsleistungen erbracht. „Sie umfassen unter anderem strategische Planung und Beratung, die Mitarbeit an einer internationalen Kandidatur freier Bürgergruppen bei den Europawahlen 2009, Supervision und Coaching.

Ehrenhauser fordert Hans-Peter Martin auf, sein Mandat im EU-Parlament zurückzulegen, er habe mit den Prinzipien der Liste Martin gebrochen.

Österreich: Martin zahlte 51.000 Euro an Ehefrau

Auch Österreich bringt in der Donnerstags-Ausgabe neue Vorwürfe gegen den EU-Parlamentarier. Demnach bezahlte die Liste Martin im September 2010 "Kostenersätze" in der Höhe von 51.182,86 Euro aus der staatlichen Parteienförderung an die Ehefrau von Hans-Peter Martin, Heike Kummer. So verrechnete sie allein für Kilometergeld 20.587,39 Euro. Nimmt man den amtlichen Satz von 0,42 Euro km, hätte Kummer im Auftrag der Liste Martin knapp 50.000 Kilometer zurückgelegt. Dabei verrechnete Hans-Peter Martin der Partei seinerseits 7.569,58 Euro Kilometergeld.

Heike Kummer verlangte von der Partei auch noch 8.765,69 Euro "Büroaufwand" und 32.066,35 Euro "Reisekosten". Alle diese Zahlungen scheinen in der Abrechnung der Liste Martin auf. Kummer legte dafür am 6.9. 2010 eine Abrechnung - die keine Details enthält. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Martin spricht von "haltlosen Anschuldigungen"

Hans-Peter Martin wehrt sich gegen die jüngsten Vorwürfe. Er bezeichnet die Anschuldigungen in einer Aussendung als Rufmordkampagne und als "haltlos".

Es handle sich in Wirklichkeit um den Kostenersatz für die Nutzung eines Fahrzeuges, das seine Frau der "Liste Martin" über Jahre hin weg für entsprechende Fahrten zur Verfügung gestellt habe und das unter anderem auch im Wahlkampf 2009 zum Einsatz kam. Der Kostenersatz liege deutlich unter dem Wert, der sich im Entwurf der Abrechnung findet. Er decke auch nicht die tatsächlichen Erhaltungs- und Abnutzungskosten des Fahrzeuges im Rahmen der für die "Liste Martin" gefahrenen Kilometer. (red, derStandard.at, 27.4.2011)

Kommentar posten
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Berli Jucker
01
28.4.2011, 21:43
Ziegen würden Martin wählen!

Elettra
70
28.4.2011, 17:22
Die Frage ist

hat Ehrenbrauser so viel selbst zur Seite geschafft dass er nun Mittel für eine eigen Liste hat,

oder gibt es einen Finanzie, das würde auch das freche Auftreten von Effenbrauser nun gegenüber Herrn Dr. Hans-Peter Martin erklären.

perigord
 
03
29.4.2011, 00:41
Die Antwort ist

ganz einfach:

Sie, Herr Dr. Martin brauchen nur ENDLICH Ihre Buchhaltung offenzulegen. Dann wird man SOFORT feststellen können, ob Sie sauber abgerechnet oder sich unrechtmäßig an Steuergeldern bereichert haben.

It's that simple.

Da Sie jedoch nicht die geringsten Anstalten machen, diesen so logischen und einfachen Weg zu beschreiten, MUSS man davon ausgehen, dass Ehrenhausers Vorwürfe stichhaltig sind und Sie, Herr Dr. Martin, verlogene Rückzugsgefechte führen.

Denn so blöd, darauf zu verzichten, mit einem vorliegenden Beweis alle Vorwürfe zu entkräften, sind nicht einmal Sie in Ihrer hypertrophen Verblendung.

Also: entweder SOFORT her mit der Buchhaltung, oder SOFORT Klappe halten und zurücktreten.

galiontariaho
01
28.4.2011, 20:26
was das auftreten gegen hpm auch erklären würde..

wäre etwa.. dass die methoden hpms zu dieser reaktion geführt haben..
wie schon bei den vorgängern, die alle mit diesem scheinheiligen populisten gebrochen haben..

Elettra
70
28.4.2011, 16:53
Dr. Hans-Peter Martin unbestechlich

Der einzige Volksvertreter von allen - mal von den Grünen abgesehen - der nicht bestechlich ist.

PERLENQWIEN
 
00
Und die Erde ist eine Scheibe!

g'stieß
00
29.4.2011, 12:59

wenn ich derart lange finger in fördertöpfe machen könnte, wäre ich auch nicht durch irgendwelche pressure groups bestechlich.

bully bullson
00
29.4.2011, 10:39
..also, wenn ich einen Haufen Geld mit einem Buch verdient und...

...mir noch über eine Mio Euro "zur Seite geschafft" hätte....dann wäre ich auch "unbestechlich"!:-)))

Alfredo E. Newman
05
28.4.2011, 17:06

wozu sich bestechen lassen, wenn man sich durch Steuergelder bereichern kann.

Elettra
61
28.4.2011, 17:13
@Alfredo E. Newman

Sie haben den Sinn der Parteiförderung nicht verstandenen.

Die Parteiförderung ist wieder der Bestechlichkeit der Parteien bestimmt.

Ob eine Liste mit diesem Geld Socken stopft ist einerlei, Hauptsache sie dient dabei der Sache des Wählers.

PERLENQWIEN
 
00
*wider die Bestechlichkeit. Setzten, ungenügend.

Und das war nur die Orthographie.

Der Rest ist genauso verheerend.

galiontariaho
02
28.4.2011, 20:28
so ein verlogener unsinn..

gerade hpm, dem sie ja blind nachlaufen, hat doch gerade mit kopierten aufdeckungen von anderen personen und parteien auf darauf hingewiesen, wie verschwenderisch und missbräuchlich hier gelder verwendet werden..

natürlich ist es NICHT sinn der parteiförderung damit die privaten socken zu bezahlen.
selbstverständlihc ist das missbrauch und das zählt zu jenen dingen, die ihr gott jahrelang angeprangert hat und offensichtlich selbst betrieben hat.

sie sind wohl nur ein scheinmoralist, dem es wohl nie um die inhalte eines hpm gegangen ist. auch ein profiteur dieses korrupten populisten?

skip it
03
28.4.2011, 19:56
sie sind so polemisch luegend wie sie offenbar bloed sind:...

...in diesen diskussionen wurde ihnen immer wieder erklaert, dass "die parteien" keineswegs mit foerderungsgeldern tun koennen, was sie wollen.

foerderungsgelder sind ZWINGEND zweck-, zeit- und objektgewidmet.

und wieso das der bestechlichkeit der parteien dient bleibt bestenfalls aus den selbsterfahrungstrips unser aller wertesten meistverurteilten abgeordneten ableitbar.

endgueltig absurd werden sie, wenn sie uns allen ernstes einreden wollen, ein zb aus foerdergeldern finanziertes schwimmbecken diene den waehler-interessen.

Alfredo E. Newman
01
28.4.2011, 18:47

Aber wenn man seine eigene Wohnung zu einem Wucherpreis an die eigene Partei vermietet, dient das nicht der Sache des Wählers.
Das dient nur ihm selber, um sich gierig zu bereichern.

chrili_rakete
 
02
28.4.2011, 17:23
Elettra ist scheinbar zufällig auch der Name ...

... eines Softwarepaketes zur Verschlüsselung von Computerdateien.

Elettra
60
28.4.2011, 16:49
Die Hintergründe

Hier geht es nicht darum ob Herr Dr. Hans-Peter Martin dies oder das gemacht hat, es geht einzig darum dass der Topf der Parteiförderung gedeckelt ist, alles was etablierte Parteien nun Dr. Hans-Peter Martin wegnehmen können ist Ihr Gewinn.

Das erklärt auch das massive Drängen hier im Forum zu einem Rücktritt,

wohl wissend dass Herr. Dr. Hans-Peter Martin weiter im Vertrauen des Volkes und Wählers steht ist dies die einzige Chance ihn von der Politischen Bühne zu entfernen,

Ist erst wieder Wahlkampf angesagt, 2014 ist bereits die nächste EU Wahl ist dies nicht mehr möglich, zu viel eigenen Dreck am Stecken hat die große Politik.

skip it
03
28.4.2011, 19:59
absolut unwahr...

...1. ist das geld ja offenbar weg: lt. ehrenhauser missbraeuchlich ausgegeben.

2. floesse es bestenfalls an den staats-saeckel zurueck.

da es aber zur verwendung im vorjahr vorgesehen war, kann es nicht heuer ausgegeben werden.

halten s' doch einfach ihr immer bloeder suelzendes luegenmaul.

Elettra
70
28.4.2011, 16:44
So die Parteizentralen machen gerade Feierabend

nun ist hier wieder die Stunde des Volkes,

von diesem höre ich nichts, keine Demos keine massenhaften - bis auf die gefakten - Leserbriefe.

Das Volk ist mit Herrn Dr. Hans-Peter Martin zufrieden.

PERLENQWIEN
 
00
HPM: Er darf sich jetzt zurückziehen...

und muss auch mal ein bisschen brav sein.

legal eagle
 
03
29.4.2011, 10:59
sie, reden's bitte nicht für mich.

ich bin teil des staatsvolkes und ich finde martin in seiner wehleidigen lügenhaftigkeit unerträglich, ebenso wie seine kläglichen versuche, seine persönliche geldgier mit politischen motiven zu verbrämen.

Verzweifelnd
02
29.4.2011, 09:24

"Das Volk ist mit Herrn Dr. Hans-Peter Martin zufrieden."

Geilo, auch Cäser hat von sich in der 3. Person gesprochen, Napoleon auch. Wie Sie gestrickt sind zeigt sich deutlich, das Ganze hat auch eine medizinische Bezeichnung ("Megalomanie") ;-)

galiontariaho
02
28.4.2011, 20:32
vielen dank für den beitrag aus der hpm-parteizentrale...

gegen strasser gabs übrigens uach keine demos, meinen sie also dass die beiden korrupten eu-politiker strasser und hpm vom volk geliebt werden?

ist das volk also mit strasser und hpm zufrieden?

ihre propganda ist nicht nur entlarvend, weil sie ihre scheinheiligkeit aufzeigt, sie ist auch wunderbar peinlich

vberger
02
28.4.2011, 18:54
Stunde des Volkes

Ich bin ein normaler Bürger und finde die politischen Akteure zum grössten Teil zum kotzen, aber Herr HPM das mieseste Idividium das momentan in der europäischen Politik am Werken ist. Hoffentlich nicht mehr lange.

lola1234
13
28.4.2011, 16:48
papperlapapp,

schauen wir mal nächsten Sonntag in der Krone, ob es die Kolumne dann noch gibt.

michelkholhaas
03
28.4.2011, 15:17
51 Tsd. € als Fahrtkostenersatz ?

Wenn das wahr ist, gehört HPM als Listenführer zumindest geschäftlich unter Kuratell gestellt, denn um 51.000 € kaufe ich das Auto, nutze es und verkaufe es nach dem Wahlkampf wieder!

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