Großbritannien bläst zur Sittich-Jagd

1. Mai 2011, 11:09

Mit den Mönchssittichen soll sich nicht wiederholen, was bei den Halsbandsittichen versäumt wurde

London - Sie gehören ins tropische Südamerika - anzutreffen sind sie längst aber auch in Nordamerika und einer ganzen Reihe westeuropäischer Staaten. Mönchssittiche (Myiopsitta monachus) gehören zu den erfolgreichsten Bio-Invasoren aus der Vogelwelt.

Unauffällig sind sie nicht gerade: Das Gefieder ist leuchtend grün, ihre Schreie sind durchdringend laut, zudem nisten die bis zu 30 Zentimeter langen Papageien in Kolonien. Als einzige Papageienart haben sie zudem die Angewohnheit, Nester aus Zweigen anzufertigen. Der Nestbau ist auch einer der Faktoren, warum die Vögel als unerwünschte Einwanderer gelten: Nisten sie auf Kabelmasten, könnten sie Stomausfälle verursachen. Das britische Umweltministerium hat die Sittiche daher sogar zu einer "potenziellen Bedrohung der nationalen Infrastruktur" erklärt - auch wenn sich nur geschätzte 100 freilebende Mönchssittiche im Land befinden.

Rechtzeitige Eindämmung

Andere Auswirkungen der vorerst überschaubaren Plage könnten Ernteschäden und die Verdrängung einheimischer Vogelspezies sein. Britische Vogelschützer begrüßen daher den Entschluss des Ministeriums, gegen die Vögel vorzugehen, ehe sie zu einer wirklichen Plage werden. Die Sittiche, die bequemerweise in wenigen Kolonien zusammengefasst leben, sollen eingefangen und in ein Leben in Gefangenschaft überführt werden. Sollte die Entfernung der Nester nicht funktionieren, könnten sie auch abgeschossen werden - auch wenn das Ministerium erklärte, dass daran vorerst nicht gedacht wird.

Bei den verwandten Halsbandsittichen hat man den Zeitpunkt verpasst: Heute leben bereits einige zehntausend der aus Afrika und Asien stammenden Tiere in Europa. Als Kulturfolger halten sie sich allerdings hauptsächlich in Stadtgebieten auf und stellen kein landwirtschaftliches Problem dar. (red)

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pier paolo pasolini1
 
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Besser Sittiche als Aga-Kröten.
Ah ja und der größte Bioinvasor ist natürlich ....
der Mensch, der ganze Kontinent umgeformt hat.

wurzen sepp
 
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wir brauchen

eine sittichenpolizei.

der letzte leser
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Was wurde eigentlich aus den Wiener Halsbandsittichen?

Ich konnte zuletzt nur ein Exemplar in Schönbrunn (freilebend) sehen.

hast1
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ich glabe, die waren nur auf der durchreise.

Michel Berger
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Dafür entwickeln sich die grünen Halbmondsittiche hierzulande prächtig!

Lilith Boessse
 
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BIO-invasoren!

welche nicht-bio-invasoren gibt es?

fossey
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nice try, skynet

pox vobiscum
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Das will ich gar nicht so genau wissen...

DasWalross
 
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ok ohne scherz jetz...

klingt vielleicht grausig aba respektieren diese tiere unseren lebensraum???

was ich damit mein is dass diese ganzen tierschutz kampagnen mMn recht zweifelhaft sind weil es tiere im prinzip nicht anders machen wuerden als wir, naemlich --> sich aubreiten koste es was es wolle... das is der darwinismus meine lieben!!

jedem einzelnen viech nachzutrauern zeugt davon dass man zu viel zeit/emotionen auufgestaut hat denk ich...

Nick Tameer
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Tieren mangelt es - der alte Brehm hat es geahnt - an sittlicher Reife und sie sind, darwinistisch verdorben, unserer Schutzbemühungen nicht würdig. Aus gut informierten Zoologenkreise verlautet sogar: Katzen würden Whisky saufen. Und noch schlimmer: Schimpansen würden Geld für unnötige Forschungen vergeuden!

evolution hunter
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Unfassbar dieses Posting...

Wappen hea
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; )

ich empfehle den Besuch bei einem Bekannten nach Wahl mit Großsittichen. Dann können Sie sich ein Bild des "respektierten Lebensraumes" machen...

Andererseits habe ich noch keine Katze gesehen, die Lebensräume respektiert, keinen Hund gesehen, der nicht irgendwann einmal irgend etwas ankaut, sei es Nachbars Katze, eine Sofaecke oder alte Patschen.

Wie genau definieren Sie also das respektieren eines Lebensraumes: die Europäer haben sich in Amerika wohl auch nicht sonderlich an lokale Gebräuche gehalten, und der Golf von Mexiko wäre ohne Deep Water Fiasco wohl ökologisch auch noch ein wenig intakter.

Selbst die Finanzminister (und -innen) im Land unterminieren regelmäßig meinen finanziellen Lebensraum.

LCD
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Respektieren wir etwa den Lebensraum der Tiere? Wieso sollen die also (die von unserer Spezies verschleppt wurden) unseren Lebensraum respektieren?

pox vobiscum
02

Sie haben wohl zuviel Hitchcock gesehen, oder?

Grammelknoedel
02
30.4.2011, 22:28

> Sollte die Entfernung der Nester nicht funktionieren,
> könnten sie auch abgeschossen werden ...
Die würden also auf Nester schießen? Na gut, diese sind im Regelfall nicht ganz so schnell wie deren Erbauer.

LCD
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Aber nur wenn der Rückbau nicht zu kompliziert für Menschen ist.

Kräuterpfarrer Escobar
07
30.4.2011, 19:54
Falls sonst wer nicht weiss, was ein Kulturfolger ist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturfolger

Ist eh noch einer der sympatischeren Kulturfolgern, wenn ich als andere Beispiele Küchenschaben, Heimchen, Silberfischchen oder Wanderratten lese.

Und wer nicht weiss, wie ein Halsbandsittich aussieht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hals... andsittich

Also von denen hab ich noch keine gesehen. Ich würde sofort alle meine Silberfischchen gegen einen Halsbandsittich tauschen.

Wechselländer
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Silberfischchen fressen Hausstaubmilben und Schimmelpilze, es ist also gut, wenn man viele davon hat! Wenn es allerdings extrem viele sind, könnte es sein, dass es in Ihrer Wohnung schimmelt?

Kräuterpfarrer Escobar
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Ach, das wusste ich nicht. Ich dachte, das sind reine Schädlinge. So viele sinds nicht. Ich hab in alln den Jahren ungefähr ungefähr 10 Stk gesehen und getötet, aber recht rasch hintereinander. Hab dann vermehrt geputzt, gewischt und immer alle Brösel geräumt, weil zwei davon waren auf der Arbeitsplatte in der Küche, was ich schon extreeeeem ekelig fand.

Wechselländer
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Ich hab sie eigentlich ziemlich gern. Nicht nur wegen ihrer Nützlichkeit, sondern weil sie sehr schön zum Anschauen sind.

TuringBot
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Sie haben bei uns noch keine gesehen

weil die bei uns den Winter nicht überleben.

In Norddeutschland wird es wegen der Nähe zum Golfstrom nicht so kalt, daher können die dort überwintern. Nisten zB in alten Platanen auf Friedhöfen. Und nachdem die Lebensbedingungen für sie trotzdem grenzwertig sind, scheint die Gefahr einer "Invasion" jetzt auch nicht riesengroß.

Siehe zB http://www.papageien.org/df/

kata tonik
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Halsbandsittiche gibt es im Rhein-Main-Gebiet recht viele. Wiesbaden oder Heidelberg z.B. Leise sind die auch nicht unbedingt, aber immerhin niedlich.

h 90
00
30.4.2011, 20:39

und das es sowas immer wieder auf Inseln gibt.....

presumption of innocence
04
30.4.2011, 19:53
Sind sie winterhart?

Ich kenne sie nur aus Florida.

hast1
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ja, im winter werden sie hart.

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