Herz-Kreislauf-Krankheiten häufigste Todesursache

27. April 2011, 16:58
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Die Hälfte der Patienten mit der Diagnose Herzinsuffizienz sterben innerhalb von vier Jahren

Düsseldorf - Die Zahl der Herzschwäche-Patienten ist im Zunehmen, mit mehr als 28 Millionen Betroffenen in Europa ist sie eine der häufigsten internistischen Erkrankungen. Die 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die noch bis 30 April in Mannheim stattfindet, widmet sich diesem Thema.

Schwerpunkt des Kongresses ist die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und die Regeneration. "Herzschwäche ist unverändert eine der ganz großen diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen der modernen Medizin", so der Kardiologe und DGK-Präsident Michael Böhm. Die Hälfte der Patienten mit der Diagnose Herzinsuffizienz sterben innerhalb von vier Jahren, mehr als 50 Prozent der Patienten mit "schwerer" Herzinssuffizienz sterben innerhalb eines Jahres.

Die Entwicklungen beim Herzinfarkt sind dennoch erfreulich: Die Zahl der Herzinfarkt-Toten ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland insgesamt um 10.500 Todesfälle oder 15,4 Prozent gesunken. Die Sterbeziffer bei Männern und Frauen hat in allen Altersgruppen abgenommen, am stärksten in der Gruppe der 70- bis 80-Jährigen. DGK-Präsident Böhm: "Dieses sehr positive Ergebnis ist auch auf die Zunahme der Katheter-Einrichtungen zurückzuführen. Sie verbessern vorwiegend die mangelnden Kapazitäten in den neuen Bundesländern."

In den 830 Katheter-Labors für Erwachsene in Deutschland wurden 864.858 Herzkatheter-Untersuchungen und 310.166 Eingriffe (z.B. Ballon, Stent) durchgeführt. Es wurden 271.439 Stents (Gefäßstützen gegen Gefäßverschluss) eingesetzt und 51.496 elektrophysiologische Untersuchungen durchgeführt.

Diese sehr positiven Ergebnisse, die durch die Fortschritte der kardiologischen Diagnostik und Behandlung möglich wurden, haben natürlich ihren Preis. Von 2002 bis 2008 stiegen in Deutschland die Krankheitskosten für Herzkrankheiten insgesamt um 35,512 Milliarden Euro an (plus 16,2 Prozent). (red)

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