Freitag ist Stichtag

27. April 2011, 14:18
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Lizenz-Entscheidungen in erster Instanz stehen an - Gratkorn gilt als Wackelkandidat - Spekula- tionen über zwei Bundesligavereine - Sanierungsplan für DSV Leoben angenommen

Wien - Am Freitag fällt in erster Instanz die Entscheidung über die Lizenzen der Saison 2011/12 für die Clubs der zwei österreichischen Fußball-Profiligen sowie die Aufstiegsanwärter aus den Regionalligen. Den Vereinen werden die Bescheide des Senats 5 im Laufe des Tages zugestellt, am späten Nachmittag wird dann offiziell bekanntgegeben, wer die Spielgenehmigung erhalten hat und wer "nachsitzen" muss.

Die lizenzlosen Vereine haben danach zehn Tage Zeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, über die dann das Protestkomitee bis spätestens 15. Mai urteilt. Damit ist der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga abgeschlossen. Sollten Vereine aber immer noch ohne Lizenz dastehen, bliebe ihnen binnen sieben Tagen nach Zustellung des Protestkomitee-Bescheids noch der Weg vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht, das spätestens am 31. Mai eine endgültige Entscheidung trifft.

Im Vorjahr erhielten Austria Kärnten und der FC Dornbirn keine Spielgenehmigung. Diesmal gelten Erstligisten wie Gratkorn als Wackelkandidaten, in diversen Medien wurde auch über eine mögliche Lizenzverweigerung für die Austria oder Schlusslicht LASK spekuliert.

"Primäres Ziel ist es, die Meisterschaft mit jener Anzahl an Clubs zu beenden, mit der diese begonnen worden ist", stellte Liga-Vorstand Georg Pangl in einer Aussendung vom Mittwoch noch einmal fest. "Dies ist mittlerweile schon seit sehr vielen Jahren auch deshalb der Fall, weil einigen Clubs die Lizenz verweigert werden musste. So bedauerlich dieser Umstand für den betroffenen Club ist, so kann dies im Sinne der Aufrechterhaltung der Qualitätsstandards immer wieder notwendig sein."

DSV Leoben wird saniert

Wie am Mittwoch bekannt wurde, ist der Sanierungsplan für den insolventen Regionalligisten DSV Leoben angenommen worden. Laut der Kreditschutzverbände KSV und AKV sieht der Plan die Auszahlung einer 20-prozentige Quote, davon zehn Prozent in bar und zehn Prozent innerhalb eines Jahres, vor. Die dafür notwendigen Finanzmittel konnten erlegt werden.

Die Verbindlichkeiten des Regionalligisten DSV, gegen den vor knapp einem Jahr am Landesgericht Leoben das Konkursverfahren eröffnet worden war, betrugt laut AKV rund 430.000 Euro. Mitentschuldet wurde auch die DSV Leoben Stadion Errichtungs- und BetriebsgmbH, für deren Verbindlichkeiten von rund 120.000 Euro eine 20-prozentige, noch nicht erlegte Barquote angeboten wurde.

Der 1928 als Werkssportverein Donawitz gegründete Verein war 2010 nach dem GAK und dem SV Bad Aussee als dritter steirischer Regionalliga-Klub - wiederholt - in den Konkurs geschlittert. 1956 war der DSV in die Staatsliga B aufgestiegen. Seither gehörte Donawitz immer einer der höchsten österreichischen Spielklassen an, ehe infolge eines ersten Konkurses Anfang 2009 der Zwangsabstieg in die Regionalliga Mitte erfolgte.

Die Ursache wurde damals beim ehemaligen Präsidenten Hans Linz gesucht, der seine Finanzierungszusagen nicht mehr erfüllen konnte, nachdem er als Vermittler von AvW-Genussscheinen selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war. Linz war Ende März dieses Jahres wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs, betrügerischer Krida und Begünstigung eines Gläubigers zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Durch die Reamateurisierung des Vereines und durch drastische Sparmaßnahmen konnte der Schuldenstand bis Ende 2009 auf ein überschaubares Maß reduziert werden, dennoch war ein neuerlicher Konkurs im Juni 2010 nicht zu vermeiden. (APA/red)

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