Trotz Bedenken

SPÖ-Klub mit Bauchweh fürs Fremdenrecht

Katrin Burgstaller, Lukas Kapeller, 27. April 2011, 13:17
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    SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger kritisiert das rot-schwarze Fremdenrecht. An ein Wunder glaubt sie nicht.

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    Oberösterreichs SPÖ-Obmann Josef Ackerl schrieb einen Brief an Josef Cap und bat ihn, die Fremdenrechtsnovelle "noch einmal zu überdenken", ...

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    ... der denkt aber gar nicht daran und weiß den Großteil der SPÖ-Abgeordneten hinter sich - und damit hinter dem Fremdenrecht.

Trotz mancher Bedenken wird auch diesmal der Großteil der roten Abgeordneten der Regierung die Treue halten

Wien/Linz - Steht wieder einmal ein novelliertes Fremdenrecht an, sorgt das vor allem in den Reihen der SPÖ für Bauchweh. So auch diesen Freitag im Nationalrat. "Gerade innerhalb der SPÖ ist das Fremdenrecht ein Thema, das schwer zu verdauen ist", sagt der Abgeordnete Harry Buchmayr zu derStandard.at. Besonders im Magen liegt dem Oberösterreicher die Schubhaft für 16- und 17-Jährige.

Buchmayr kommt aus jener Landesgruppe, die sich mit den immer restriktiveren Fremdengesetzen am schwersten tut. Der oberösterreichische SPÖ-Obmann Josef Ackerl hat dem roten Klubobmann Josef Cap nicht zufällig in einem Brief angekündigt, dass die Abgeordneten aus seinem Bundesland "unter diesen Umständen der Novelle nicht zustimmen können und auch nicht werden".

Widerstand aus Oberösterreich

Drei Kritikpunkte führte Ackerl an: die Regelungen bei Deutsch vor und nach Zuzug, die Schubhaftregelungen in Bezug auf Kinder und die fehlende menschliche Lösung für ein Bleiberecht für jene Menschen, die trotz langjährigem Aufenthalt und guter Integration immer noch von Abschiebung bedroht sind.

"So wie das Fremdenrechtspaket vor einer Woche noch ausgeschaut hat", sagt Buchmayr, werde er nicht mitstimmen. Endgültig feststehen werde das aber erst nach der SPÖ-Klubsitzung am Mittwochnachmittag. Er gehe davon aus, "dass der Gesetzestext bis zur letzten Minute noch verhandelt werden kann".

Cap sieht Verbesserungen

Als lautstarke Kritikerin der jüngsten Fremdenrechtsnovellen gilt im SPÖ-Nationalratsklub auch Sonja Ablinger, ebenfalls aus Oberösterreich. Sie bestätigte am Mittwoch gegenüber derStandard.at, dass sie dem Paket ihre Stimme verweigern wird, "wenn kein Wunder passiert. Ich glaube aber nicht, dass sich noch wahnsinnig viel daran ändern wird." Konkret kritisiert sie beispielsweise die Rund-um-die-Uhr-Anwesenheitspflicht für Asylwerber und, wie Buchmayr, die Schubhaft-Regeln für Familien und Jugendliche.

Aus dem Büro von Josef Cap heißt es zu derStandard.at, es sei bedauerlich, wenn nicht alle Abgeordneten von der "Fremdenrechtsnovelle mitsamt den Verbesserungen überzeugt werden konnten". Im Vorfeld seien die geplanten Gesetzesänderungen mit einer "überwältigenden Mehrheit der SPÖ-Fraktion" gut geheißen worden. Noch seien aber zwei Tage Zeit, bis das Gesetz im Nationalrat beschlossen wird - "vielleicht überlegt es sich die Abgeordnete Ablinger bis dahin noch".

Parteidisziplin stärker als Bauchweh

Buchmayr sieht sich und seine oberösterreichische Nationalratskollegen in ihrer Ablehnung zum Fremdenrecht "sehr geschlossen". Aber: Es steht laut APA-Recherchen keineswegs fest, dass alle zehn SPÖ-Abgeordneten aus Oberösterreich die Linie bis Freitag durchhalten werden. Definitiv ihr Ja hat bereits Nationalratspräsidentin Barbara Prammer angekündigt. Auch ihr Kollege Kurt Gartlehner wird vermutlich zustimmen. Die drei Gewerkschafter Dietmar Keck, Hermann Krist und Walter Schopf könnten sich mit einem Nein auch deshalb schwertun, weil im Fremdenrechtspaket die vom ÖGB führend ausverhandelte Rot-Weiß-Rot-Card mitbeschlossen wird. Da kann man als Gewerkschafter schwer dagegen sein.

Hinter vorgehaltener Hand hört man aus der SPÖ, es würden wohl nicht mehr als drei, allerhöchstens fünf Abgeordnete verbleiben, die Nein zum neuen Fremdenrecht sagen werden.

Länder-Kritik verhallt

Dabei wird auch in anderen Ländern Kritik laut. Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) richtete der damaligen Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) schon vor Wochen aus: "Es tut mir leid, Frau Innenministerin. Wir halten Deutsch vor Zuzug für einen völlig falschen Weg." Und die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger legte noch heute nach: "Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dem integrationsfeindlichen Fremdenrechts-Flickwerk."

Die geplante Novelle betrachtet man auch in Tirol "mit Sorge". Im Parteivorstand der Tiroler SPÖ wurde eine Resolution verabschiedet, in der Abmilderungen des Gesetzes gefordert wurden. Trotzdem heißt es aus dem Büro des Parteichefs Hannes Gschwentner: Ob die Tiroler Abgeordneten Josef Auer und Gisela Wurm der Novelle zustimmen werden, "überlassen wir den Abgeordneten". Und auch aus der Wiener Partei hört man: Der Bürgermeister hat seine Kritik mehrfach geäußert, werde aber den Nationalratsabgeordneten nichts ausrichten, geschweige denn vorgeben.

Tradtionell Probleme mit Fremdenrecht

Mit rotem Widerspruch gegen das neue rot-schwarze Fremdenrecht ist abgesehen vom einen oder anderen Oberösterreicher also nicht zu rechnen. 2005 war der Widerstand noch größer: Die Erweiterung der Schubhaft und die Möglichkeit, traumatisierte Flüchtlinge abzuschieben, empörte anfangs gut ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten.

Nur vier davon blieben am Ende der Sitzung fern - und zeigten so ihren Protest: Caspar Einem, Andrea Kuntzl, Melitta Trunk und Walter Posch. Letzter war damals Menschenrechtssprecher und sagte öffentlich, er könne das Gesetz nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Bei der nächsten Wahl war für Posch kein Platz mehr im SPÖ-Klub. (Katrin Burgstaller, Lukas Kapeller, derStandard.at, 27.4.2011)

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Festnetzwiederanmelder
01
29.4.2011, 14:38
Tut das gut! die SPÖ ist überflüssig geworden!

Ich hab noch nie die SPÖ gewählt und werde es so wie es aussieht auch niemals tun! Yeah. Bleib ich bei den Grünen. Kein Problem. Hoffentlich kommen ein paar SPÖ-Wähler auch ins grüne Lager. Denn die SPÖ ist nunmehr überflüssig. Konservativ - Rechte wählen eh FPÖVPZÖ und der Rest eben Grün oder gar nicht.

Die SPÖ bietet nichts mehr an, was die anderen Parteien nicht können! Na geil!

Ronaldo Cator
01
29.4.2011, 16:49

Die SPÖ ist nach wie vor die anti-liberalste Parlamentspartei in Österreich. Grün, schwarz und blau sind alle wirtschaftsliberal.

Lt K.....
00
29.4.2011, 19:21
:-)

Spricht das jetzt gegen oder für die SPÖ?

Ronaldo Cator
00
29.4.2011, 21:18

Na, beides natürlich, je nach Anschauung.

verteilerkreis
00
29.4.2011, 14:02
die gewählten Mandatare flüchten vor den Abstimmungen und verlassen den Saal,

die Bevölkerung flüchtet vor den Wahlen und meidet die Wahllokale

Genowo
01
29.4.2011, 12:49
Die SPÖ ist nur mehr ein billiger Abklatsch der drei rechten Parlamentsfraktionen.

Den wenigen aufrechten Sozialdemokraten, die der rechtspopulistischen Schleimspur nicht folgen wollen, fehlt offenbar auch das Rückgrat, ihren Widerstand gegen die xenophobe Gesetzgebung durchzuhalten.

Wir sind die Guten!!
03
29.4.2011, 02:52
CAP "weiß den Großteil der SPÖ-Abgeordneten hinter sich"

... wo sie sich aus scham für ihr mutlosigkeit verstecken müssen?

Frico
14
28.4.2011, 23:09

Ich verstehe nicht, warum da manche SPler "nur" Bauchweh bekommen. Da haben schon manche die in den "Genuss" dieser österr. Gesetze gekommen sind, plötzlich keine Luft mehr bekommen. Die sind schlicht und ergreifend erstickt an dieser Unmenschlichkeit. Solange diese SP Typen bei diesen Gesetzen nur Bauchweh bekommen, werde ich mich zumindest übergeben!

Indrani Gunasekera
01
29.4.2011, 12:38

denen wird noch das scheissen kommen..... spätestens nach der nächtsten Wahl. Die logische Folge von Bauchweh.

zombie69
 
41
28.4.2011, 20:42
Und wieder redet

man um den heissen Brei. Es gilt klar unmissverständlich zu sagen dass diese ungebremste und unkontrollierte Zuwanderung langfristig weder für die Umwelt noch die vorhandenen Ressourcen von Vorteil sind. Dass die Einwanderung unter dem Strich schon heute mehr kostet als sie einbringt ist ebenfalls klar zu kommunizieren. Von den negativen Nebeneffekten dieser unkontrollierten Einwanderung in der Kriminalität, Sozialhilfe etc. ganz zu schweigen.

Wir sind die Guten!!
03
29.4.2011, 02:59
GENAU! deswegen lass ich omi nur von burgenländerinnen pflegen ....

.... klingel im AKH so lange nach einer schwester bis eine tirolerin kommt ...
.... und geh in kein amt, bevor nicht sämtliche steuereinnahmen wirklich von österreichern stammen ...
sonst gehts noch?

bratak
02
28.4.2011, 15:02
is eh egal könnte man meinen

in spätestens 8 wochen kommt die nächste verschärfung. und ja, es klingt polemisch, aber nebenbei werden die unis ausgetrocknet, unsinnige tunnel gebaut und gelder ins ausland transferiert, alles völlig unbemerkt ...

soisdes
01
28.4.2011, 14:51
und wieder einmal wird die

meistbetriebene sportart in bananenland gespielt - umfallen

Werner Faygmann
00
28.4.2011, 15:07
Rudascountry...

...und Capland!

Werner Faygmann
06
28.4.2011, 14:33
Werte SPÖ...

...wir haben dich fertig, wie man so schön in Fussballerkreisen sagte! - Sucht euch bei den nächsten Wahlen andere WählerInnen... eure "Politik" ist für ein ganz bestimmtes Klientel gemacht - aber ich glaub, die wählen gleich wen anderen...

propagandaresistent
04
28.4.2011, 14:30
Denn sie wissen nicht, was sie tun.....

Von den Damen und Herren, die dieses Fremdengesetz beschließen, wird garantiert kein einziger davon selbst jemals betroffen sein. Da kann man leicht Grauslichkeiten beschließen, um sich an andere Leute anzubiedern, die ebenfalls selbst davon nie betroffen sein werden.

Werner Faygmann
01
28.4.2011, 14:04
Weil wir eben Marionetten...

...und keine den WählerInnen verpflichteten Mandatare haben... die Bezahlung ist allerdings eindeutig besser als die für die besten Marionetten!

Alaska Saedelaere
07
28.4.2011, 13:59
Die SPÖ sollte ihre Märchenshow einfach bleiben lassen

Jedes Mal, wenn Grauslichkeiten im Fremden/Asylrecht beschlossen werden, zieht die SPÖ ihre Bauchweh-Show ab, um dann wieder brav mit der ÖVP zu stimmen. Diese Show nimmt doch der SPÖ niemand mehr ab.

märchenonkel
01
28.4.2011, 13:35
"mit Bauchweh" und a bisserl schwanger ... grauslig.

Lord Jim
08
28.4.2011, 13:32

caspar einem war der letzte vertrauenswürdige politiker, schade daß für so jemanden in unserer schändlichen politlandschaft kein platz ist.ich sollte aufhören zeitung zu lesen sonst zermahle ich mir meine zähne noch zu staub.

Walter Bimini
00
29.4.2011, 16:38
und jetzt baut er als sanierer leute ab

Werner Faygmann
30
28.4.2011, 14:05
Und deswegen...

...ist er zu Stronach abgebogen... geh bitte!

I. O.
14
28.4.2011, 13:11
wie immer

SPÖ blinkt ständig nach links, aber biegt dann doch nach rechts ab!
Liebe unzufriedenen SPÖ-ler!...Denkt ihr noch nicht daran aus diesem Partei auszutrete,n und ein neue echte Linkspartei gründen?

Lt K....., Mag (FH)
00
28.4.2011, 21:31

Davon hätten die Gegner linker Gesinnungen mehr als die Anhänger selbst. Denken Sie an Deutschland.

Genowo
02
29.4.2011, 12:58
Und Sie wählen so lange das "kleinere Übel" bis Sie endgültig verkauft sind?

Kann diese Logik einfach nicht nachvollziehen.

Wer Haltung hat und sich in den Spiegel schauen können will, kann diese SPö schon lange nicht mehr wählen!

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