Die Saisonpläne des Wiener Staatsballetts

27. April 2011, 12:58
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Manuel Legris plant nach "sehr sehr herausfordernder" erster Spielzeit vier Premieren, große Tournee sowie Personalen für Roland Petit und Nurejew

Wien - Manuel Legris hat nach eigener Aussage eine "verrückte" erste Spielzeit als Chef des Wiener Staatsballetts hinter sich: Acht Premieren gleich nach dem Antritt, eine hierarchische Neuordnung der Compagnie, die auf Staats- und Volksoper aufgeteilt ist. "Das muss man erst einmal verstehen. Es war eine sehr, sehr herausfordernde Saison", resümierte er am Mittwoch bei der Pressekonferenz für 2011/12, bei der er drei Premieren in der Staatsoper und eine in der Volksoper ankündigte  und eine Tournee nach Monte Carlo und Tokio.

Einige neue Ballett-Dirigenten

Das Rezept der Direktion Legris lautet weiterhin: "Ich bin in den Studios". Stücke, die der ehemalige Danseur Etoile der Pariser Oper selbst gut kennt und mit den Tänzern einstudiert - wie zuletzt "Don Quixote", das mit einer Auslastung von 99,9 Prozent das erfolgreichste der vergangenen Saison war. Nun steht etwa Pierre Lacottes "La Syphlide" am 26. Oktober in der Staatsoper zur Premiere an, Legris hat es "überall auf der Welt getanzt". Als Dirigent steht Peter Ernst Lassen am Pult. "Sie werden in der kommenden Saison einige neue Ballett-Dirigenten erleben, von denen ich sehr viel halte", so Legris.

Die zweite Premiere ist als "Hommage" dem französischen Choreographen Roland Petit gewidmet, neben "L'Arlesienne" und "Carmen" wird auch "Debussy pour sept danseurs" gezeigt (Premiere am 12. Februar), zu Saisonschluss steht dann wie auch heuer wieder eine "Nurejew Gala" auf dem Programm. In der heurigen Fassung werden dabei Stücke gezeigt, die in engem Zusammenhang mit Nurejews Pariser Direktionszeit stehen. Legris selbst wird bei Jerome Robbins "In the Night" sowie in Nurejews "Cendrillon" gemeinsam mit der Pariser Danseuse Etoile Aurelie Dupont tanzen.

Jerome Robbins, "für mich ein absolutes Genie", ist auch die kommende Premiere mit drei Werken am 3. Mai als "Hommage" gewidmet. Mit dem Abend gastiert die Compagnie im Dezember in Monte Carlo, eine weitere Tournee führt im Frühjahr 2012 mit der "Fledermaus" und einer Gala nach Tokio. "Das ist wahnsinnig wichtig für die Compagnie", betonte Legris, der die Tourneetätigkeit weiter ausbauen will. Auch die neue Hierarchie mit Ersten Solotänzern und -tänzerinnen an der Spitze, sei für das internationale Renommee bedeutsam. "Außerdem spornt es die Leute an, zu wachsen. Es ist ja nicht so, dass nur die Ersten Solisten große Rollen bekommen."

Schwerpunkt  Nachwuchsförderung

Rein mit Tänzern der Volksoper besetzt ist die einzige dortige Premiere der kommenden Spielzeit, die am 2. März 2012 "Carmina Burana" von Vesna Orlic, "Nachmittag eines Fauns" von Boris Nebyla und "Bolero" von Andras Lukacs zusammenspannt. "Marie Antoinette", "Le Concours", und "Max und Moritz" stehen in der Volksoper weiterhin am Programm, in der Staatsoper werden "Dornröschen" und "Anna Karenina" wiederaufgenommen, weiters auf dem Spielplan steht ein Abend mit Werken von Balanchine und Robbins, weitere "Juwelen der Neuen Welt" sowie die diesjährigen Erfolge "Don Quixote" und "Schritte und Spuren".

Ein Schwerpunkt gilt der Nachwuchsförderung. Die "Jungen Talente" der Compagnie wird es auch in der kommenden Saison an einem Abend zu bewundern geben, außerdem präsentiert der Ballettclub im Odeon erstmals "Junge Choreographen des Wiener Staatsballetts". Auch die Ballettschule erhält schon am 26. Juni einen großen Auftritt: In einer Matinee werden erstmals drei Einakter statt einer Nummernrevue getanzt, zum ersten Mal ist außerdem das Staatsopernorchester dabei. (APA)

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    "Sehr, sehr herausfordernde Saison": Ballettdirektor Manuel Legris mit Maria Yakovleva im Februar bei einer Probe zu 'Don Quixote'

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