Schwerhörigkeit ist häufigste Berufskrankheit

  • Lärm kann zu Konzentrationsmangel, Schlafstörungen 
und eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen.
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    Lärm kann zu Konzentrationsmangel, Schlafstörungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen.

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460.000 Beschäftigte sind täglich einer Geräuschkulisse ausgesetzt, bei einem Viertel davon ist sie gehörschädigend

Wien - Lärmschwerhörigkeit ist in Österreich die häufigste Berufskrankheit. Mehr als 460.000 Beschäftigte sind täglich störenden bis gesundheitsschädlichen Geräuschen ausgesetzt. Darauf machte die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) anlässlich des 14. Internationalen Tag des Lärms am heutigen Mittwoch aufmerksam. Bei 128.000 Personen ist die tägliche Lärmbelastung gehörschädigend, hieß es in einer Aussendung.

Soziale Isolation droht

Lärm beginnt ab einem Lautstärkepegel von etwa 85 Dezibel, für gesundheitliche Auswirkungen ist vor allem die Lärmdauer entscheidend. Auch wenige Dezibel mehr machen einen großen Unterschied aus: Ein Plus von 3dB wird vom Menschen zwar kaum wahrgenommen, tatsächlich bedeuten aber nur 3dB mehr bereits eine Verdopplung der Schallenergie. Neben der Schwerhörigkeit als Folge von Schädigungen der Haarzellen am Innenohr, die für den Hörsinn verantwortlich sind, beeinträchtigt Lärm auch den Schlaf, die Konzentration, Blutdruck, Herz und Kreislauf sowie die Psyche.

Darüber hinaus führe Schwerhörigkeit oft auch zur sozialen Isolation, da die betroffenen Personen in einer lärmerfüllten Umgebung (beispielsweise Familienfeiern, Feuerwehrfest) Gesprächen nicht mehr folgen können und sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und vereinsamen.

Freizeitlärm

Hohe Lärmpegel seien aber nicht nur während der Arbeitszeit, sondern besonders auch in der Freizeit ein Problem, teilte das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung kürzlich mit.  Das IFA wies darauf hin, dass ein nur zweistündiger Diskobesuch einen bis zu zehnmal höheren Anteil am Entstehen eines späteren Gehörschadens haben kann, als eine komplette Arbeitswoche im Lärm. Ein MP3-Player schaffte es beispielsweise auf 90 dB - vor allem, wenn er bei Hintergrundgeräuschen wie in der U-Bahn aufgedreht werde. Ein Livekonzert oder ein Diskobesuch bringt es gar auf über 100 dB.  (APA/red)


Wissen

Lärm beginnt ab Lautstärken von 85 Dezibel (dB). In vielen Bereichen in Beruf und Freizeit ist dieser Wert schnell erreicht oder sogar überschritten:

  • Cafe/Restaurant: 75 bis 80 dB
  • Supermarkt: 75 bis 80 dB
  • Kreissäge: 100 dB
  • Flaschensortieranlage einer Brauerei: 90 bis 100 dB
  • Rockkonzert: rund 100 dB
  • Diskothek: rund 100 dB
  • Piccoloflöte Symphonieorchester: 96-112 dB
  • Streichinstrumente Symphonieorchester: 80-104 dB
  • Fernsehgerät: 65 bis 70 dB
  • PC: unter 65 dB
  • normales Gespräch: 55 bis 65 dB

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Lärm beginnt ab 85dB?

85 dB ist für mich schon extremer Lärm. Ich habe eher das Problem, dass ich Handy, MP3 Player, Fernseher etc. nicht leise genug stellen kann, weil es technisch einfach nicht vorgesehen ist. Das Handy auf der untersten Lautstärke ist für mich in einem stillen Raum immer noch unangenehm, die nächste Stufe darunter ist bereits 'Mute'.

Lärm beginnt erst ab 85 dB???

Gesundheitsschädlicher Verkehrslärm ist also kein Lärm, weil er nur Bluthochdruck, Schlaganfälle, Herzkreislauferkrankungen, Depressionen und Brustkrebs hervorruft aber keine Schwerhörigkeit verursacht?

Sind Flugzeuge die mit 75 Dezibel Spitzenschallpegel am Boden die Menschen aus dem Schlaf reißen und Gespräche mangels ausreichender Verständlichkeit unterbrechen auch kein Lärm? Oder sind sie doch Lärm, weil die Flugzeugturbine 120 Dezibel produziert?

Natürlich beginnt Lärm nicht erst ab 85 dB. Das ist hier eine verkürzte Darstellung. Man muss unterscheiden, ob das Ohr betroffen ist, oder der Lärm Stress erzeugt und vielleicht zu Herz-Kreislauferkrankungen führt.

85 dB ist der gesetzlich festgelegte Grenzwert für gehörgefährdenden Lärm bei einem 8 Stunden-Arbeitstag. Gesundheitliche Auswirkungen kann es schon darunter geben, vor allem, wenn man dem Lärm dauernd ausgesetzt ist.

Schlafen sie neben der Turbine?

Soviel Lärm ist das tatsächlich nicht

"Lärm" von Kindern zB. muss nicht mal 85dB haben, ist aber für manche schon ein Stressfaktor und somit auch laut.

Für manche ist die Frau die neben einem schläft

Stress und gesundheistschädigend.

Des wegen kann man auch nicht Schlafen von Frauen im Bett verbieten

"Für manche ist die Frau die neben einem schläft
Stress und gesundheistschädigend."
Für andere wiederum ist die Frau, die auf, unter oder neben einem liegende, jedoch putzmuntere Frau Stress und gesundheitsschädlich.;-)

Wie schaffen Sie den Sprung von stressiger Geräuschkulisse zu unrealistischen Verboten?

Schauens in meiner Gegend gibt es viele Autobahnen

und mehrer Schienen.

Und die die sich über den Lärm aufregen sind die, die sich billigen Grund entlang der Autobahn/Schienen gekauft haben und isch jetzt aufregen das es da laut ist.

Lärmschutz für die die vorher dort wohnen klar - aber wer im Wissen der Eisenbahn/AUtobahn dort hinzieht - ist Selber Schuld

Bei uns verläuft sowohl Schienenbahn(Südbahn) entlang als auch die Autobahn (A2) auf der anderen Seite des Ortes.
Beide Verkehrswege verlaufen nicht unmittelbar an Wohngegenden vorbei, trotzdem ist die Geräuschkulisse ggf. nicht zu "überhören".
Einen Flugplatz darf man in näherer Umgebung ebenfalls vermuten. ;-)

Wenn sie weiter weg wohnen

nutzt auch die Lärmschutzwand nix - dann müsste es eine Lärmschluckwand sein.

Die Mobilität der massen hat halt Ihren Preis

Ich wollte ursprünglich nur darauf hinweisen, dass eine räumliche Entfernung nicht zwingend das Lärmproblem lindern kann.
Lärm kann auch als Schwerhöriger als solches aufgefasst werden; das kann ggf. belastender sein als ein "normaler" Hörer, da meist der Lärm eine undefinierbare Kulisse ist wie laut sprechende oder schreiende Kinder, deren "Unterhaltung man als gut Hörender ja noch nachvollziehen kann.
Für schlecht Hörende ist das nur Gekreische.

Das ist abaer dann subjektiver "Lärm"

der Gesetzgeber versucht es halt über objektive Dezibel zu steuern. Was vermutlich auch nicht anders gehen wird

Orchestermusiker

sind hohen Lärmpegeln (besonders Blechbläser und Schlagzeug) ausgesetzt, mit Spitzenwerten je nach Aufführung.
Diese Untersuchungen gibt es (in Deutschland zumindest) bereits seit Jahrzehnten.

:P

Also ich hab da wen im Büro ... also wenn die telefoniert und der Empfang schlecht wird ... mich wundert da gar nix ... =)

Kreissäge: 100 dB

Nicht richtig. Wie wir von Stephan Rossegger wissen, kau a Kreissooa bis zu 160 db laut wean:

=> http://www.youtube.com/watch?v=M... page#t=52s

Ohrstöpsel

eher...in der U-Bahn könnte ich bei der Musik von sämtlichen IPods (od. sonst. MP3-Player) mittanzen!!!
Dann fahren eben solche Leute in die Arbeit und beklagen Schwerhörigkeit...sitzen dann beim Arzt der nachfragt "welche Lärmquellen haben sie in der Arbeit oder Daheim?" und dann kommen solche Auswertungen zustande.
Dies wird dann als "Berufskrankheit" eingestuft und vielleicht gibts auch noch a Göld dafür.

seltsames artikelbild... sellerie macht schwerhörig? oder schützt davor? oder muss vor lärm geschützt werden?

mehr berufsschutz für knollengemüse! ;o)

ist das...

.. eine Palatschinke im Bild?

Das ist eine Sellerieknolle

ich habe allerdings noch nie gehört, dass Sellerieknollen an Schwerhörigkeit leiden. Dazu müssten sie irgendwas wie Organe zum Hören besitzen und die sind mir beim Sellerieputzen und -schneiden noch nie aufgefallen. Abgesehen davon muss da zwischen den Hörorganen auch noch so was wie ein Hirn sitzen - auch wenn man das bei menschlichen Musikhörern in der U-Bahn gelegentlich anzweifeln darf.

Nein, ein Badeschwamm.

leider wird auf wundersame weise der bahnlärm nicht erwähnt.

gerade davon sind viele menschen, die in der nähe einer bahnstrecke wohnen tag und nacht betroffen. vor allem nachts fahren sehr lange güterzüge, die mehr als 100dB schallen und hallen.

1. Welcher grundböse Mensch hat Sie mit vorgehaltener Pistole gezwungen an einer Bahnstrecke zu wohnen?

2. 100db erreichen Sie vielleicht wenn Sie direkt an der Strecke stehen, aber nicht wenn Sie an der Strecke wohnen.

3. Die ÖBB haben ein halbes Vermögen für Lärmschutzwände ausgegeben.

4. Mit guten Fenstern lässt sich das Problem weiter minimieren.

1.Sie können unter best. Windbedingungen die Bahn über einige 100e Meter weit hören, aber so klar, dass Sie glauben, direkt daneben zu stehen.
2.siehe 1.
3.einseitige Lärmschutzwände haben ggf. den Nachteil, das sie den Lärm eben in eine Richtung abgeben, doppelte können den Lärm "aufschaukeln".
4. passt nicht hierrein, da dieser Punkt allen anderen Punkten widerspricht.

Ad 1) zwischen hören und Lärm

ist aber noch ein Unterschied

Sie haben schon Recht.
Deswegen schrieb ich ja unter best. Windbedingungen.
Muss nicht immer so sein.

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