Industrie zeigt Optimismus mit Einschränkungen

27. April 2011, 12:03
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Konjunkturelle Erholung hält an - Beschäftigungsaufbau nimmt zu

Wien - Der konjunkturelle Aufwärtstrend in der österreichischen Industrie setzt sich fort. Das IV-Konjunkturbarometer, welches als Mittelwert aus den Beurteilungen der gegenwärtigen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten bestimmt wird, steigt nochmals moderat von  plus 34 Punkten im Vorquartal auf nunmehr plus 37 Punkte.

"Die österreichische Industrie fungiert weiterhin als Motor der konjunkturellen Erholung. Im Zuge einer kräftigen Expansion der Produktionstätigkeit in der Sachgütererzeugung im ersten Quartal 2011 und einer weiterhin steigenden Kapazitätsauslastung wächst auch die Investitionsneigung der Unternehmen allmählich wieder. Die Aussicht auf einen sich selbst tragenden Aufschwung gewinnt damit an Kontur", hält Generalsekretär Christoph Neumayer das Hauptergebnis der IV-Konjunkturerhebung für das erste Quartal 2011 fest. "Mehr als die Hälfte der Unternehmen, genau 55 Prozent, berichtet von einem aktuell wieder guten Geschäftsverlauf. Im Vergleich zu den während der letzten Aufschwungphase 2006/2007 erreichten Anteilen von bis zu 80 Prozent hat die Erholung allerdings noch nicht dieselbe Breite erreicht. Somit kann man für die Industriekonjunktur von einem Optimismus mit Einschränkungen sprechen."

Ergebnisse im Detail

IV-Chefökonom Christian Helmenstein: "Die Wachstumserwartungen liegen auf dem Niveau einer konjunkturellen Hochkonjunkturphase. Dieser Optimismus ist umso bemerkenswerter, als die konjunkturellen Störfaktoren sowohl an Zahl als auch an Bedeutung im ersten Quartal erheblich zugenommen haben. Angefangen von den Preissteigerungen bei Rohöl im Zuge tatsächlicher oder drohender Produktionsausfälle in Nordafrika und im arabischen Raum, der Erdbebenkatastrophe in Japan und ihren Folgen, der Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung und dem Wiedereintritt in eine Phase geldpolitischer Straffung nimmt der konjunkturelle Gegenwind im internationalen Umfeld zu. Die Erholungsdynamik dürfte damit einstweilen ihren Plafond erreicht haben."

Die Auftragsbestände weisen derzeit einen geringfügig verbesserten Saldo von plus 55 Punkten nach  plus 53 Punkten auf - mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Unternehmen bezeichnet ihren Auftragsbestand wieder als gut, allerdings nimmt die Auftragsreichweite kaum mehr zu. Dies gilt besonders für den Auftragseingang aus dem Ausland, welcher sich im ersten Quartal 2011 eher verhalten entwickelte. Hier schlägt sich die zuletzt noch zunehmende Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung dämpfend nieder, sodass der Saldo unverändert bei +49 Punkten verharrt. Dennoch wird das Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten weiterhin exportbegünstigend wirken. Lieferausfälle in einige Regionen werden voraussichtlich durch Mehrlieferungen in andere Regionen, nicht zuletzt aufgrund von Angebotsverknappungen aus japanischer Produktion, weitgehend kompensiert.

Zahl der Beschäftigten nimmt zu

Der im Jahr 2010 einsetzende Beschäftigungsaufbau in der Industrie wird im kommenden Quartal nicht nur anhalten, sondern vorübergehend sprunghaft an Dynamik gewinnen (Saldo von +25 nach zuvor +3). Dessen ungeachtet trachten die Unternehmen weiterhin danach, die kriseninduzierten Verluste bei der Arbeitsproduktivität und den Lohnstückkosten wettzumachen.

An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung beteiligten sich 423 Unternehmen mit mehr als 289.000 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible "Saldo" aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. (red)

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