Schlägerei zwischen Roma und Rechtsradikalen

27. April 2011, 11:29
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Vier Verletzte - Hunderte Polizisten im Einsatz - Anlass ungeklärt

Budapest - Zu einer Gruppenschlägerei zwischen Roma und Mitgliedern der paramilitärischen Vereinigung "Vederö" ist es am Dienstagabend in der zentralungarischen Ortschaft Gyöngyöspata gekommen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, einer davon schwer, berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI. Mehrere hundert Polizisten seien in der Gemeinde eingetroffen und mehrere Menschen abgeführt worden. Während offiziell erklärt wurde, dass der Grund für die Schlägerei bisher nicht geklärt sei, beklagten Roma die aggressiven Angriffe mit Steinen auf ihre Häuser durch die Mitglieder von "Vederö".

Häuser mit Steinen beworfen

Laut Aladar Horvath, Vorsitzender der Roma-Bewegung Bürgerrechte, sei die Schlägerei am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr ausgebrochen, nachdem uniformierte Personen Steine auf ein Haus in der Roma-Siedlung geworfen hatten. Weiter hätten unbekannte Personen aus der Ferne Gegenstände auf die Roma gerichtet, die wie Waffen ausgesehen hätten. Am Dienstag seien mehrere Mitglieder von "Vederö" nach Gyüngyöspata zurückgekehrt, die die "verminderte Aufmerksamkeit" der Polizei ausnutzten, berichtete das Roma-Pressezentrum (RSK). Diese Personen hätten gemeinsam mit ihren Sympathisanten in Gyöngyöspata jene Roma den ganzen Tag über provoziert, die nicht in der Roma-Siedlung, sondern im Ortskern wohnen.

Laszlo Horvath, Regierungsbeauftragter aus dem Komitat Heves, betonte, dem "politischen Katastrophentourismus" nach Gyöngyöspata müsse ein Ende gesetzt werden. Das "politische Festival" habe im März begonnen. Laut dem Sprecher des Polizeipräsidiums des Komitats Heves, Balint Soltesz, ist ein Verfahren wegen der Gruppen-Schlägerei eingeleitet worden.

Während der Osterfeiertage hatten rund 300 Roma-Frauen und Kinder Gyöngyöspata aus Angst vor dem angekündigten "Vederö"-Trainingslager verlassen und waren vom Roten Kreuz im Ferienlager in Csilleberc und in einem Kulturzentrum in der Stadt Szolnok untergebracht worden. Diese "Evakuierung" war später von Regierungssprecher Peter Szijjarto und auch seitens des Roten Kreuzes dementiert worden. Es handle sich um einen "Osterurlaub", der länger geplant war, und nicht um eine "aus plötzlicher Notwendigkeit vollzogene Aussiedlung", wurde betont. In den Medien jedoch widersprachen Roma aus Gyöngyöspata dieser Behauptung. Ihre Frauen und Kinder hätten den Ort aus Angst vor den Rechtsradikalen verlassen. Die Polizei hatte das Trainingslager mit hohem Aufgebot aufgelöst und dessen Organisatoren abgeführt. (APA)

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