Trainer vermittelte Graf zu Humanplasma

27. April 2011, 11:43
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    foto: apa/ artinger

    Stephanie Graf mit Trainer Helmut Stechemesser.

Auch Stechemesser-Schützlinge Jolanda Ceplak und Susanne Pum­per laut Zeugen in Blutdoping-Skandal verwickelt

Wien - Österreichs Ausnahmeläuferin Stephanie Graf ist noch bis 20. Juni 2012 wegen eines Dopingvergehens gesperrt. Für die 38-jährige Kärntnerin mag dies belanglos sein, hatte sie doch ihre Leichtathletik-Karriere bereits am 14. Jänner 2004 überraschend beendet. Erst im Vorjahr war sie für versuchtes Blutdoping im Jahr 2003 nachträglich bestraft worden. Über diesen Fehltritt ihrer ehemaligen Kolumnistin hatte die Tageszeitung "Kurier" am 15. November 2009 berichtet und sich dabei auf Polizeiprotokolle berufen.

Nun liegt das Protokoll einer Zeugenvernehmung von Graf am 24. September 2009 vor. Die Olympia-Zweite über 800 m von Sydney 2000 wurde damals im Zuge der Causa "Humanplasma" von der "Soko Doping" vernommen. Graf hatte sich in der Plasmapheresestation in Wien Eigenblut abnehmen, laut eigenen Angaben aber nie rückführen lassen.

Stechemesser

Eingefädelt hatte diesen Blutdoping-Versuch, der laut Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bereits genügt, um für zwei Jahre gesperrt zu werden, ihr damaliger Coach Helmut Stechemesser. Der Sportmediziner aus der ehemaligen DDR ist seit dem Olympia-Bronzemedaillengewinn der Oberösterreicherin Theresia Kiesl 1996 in Atlanta über 1.500 m hierzulande als Leichtathletik-Trainer bekannt. Seit 1991 ist der mittlerweile 57-jährige Leipziger in Aspach (OÖ) im sportmedizinischen Bereich tätig.

"Konkret war es so, dass mich mein ehemaliger Trainer, Helmut Stechemesser, dorthin vermittelt hat. Stechemesser hat für mich bei Humanplasma einen Termin vereinbart", sagte Graf im Zuge ihrer Vernehmung im Frühherbst vor zwei Jahren. Die Vizeweltmeisterin von 2001 ist laut weiterer Zeugen- sowie Beschuldigtenvernehmungen übrigens nicht die einzige von Stechemesser betreute Athletin, deren Name im Zuge des Blutdoping-Skandals mehrmals aufgetaucht ist.

Pumper

Hämatologe Paul Höcker, der als Mediziner für Dopingzwecke bestimmte Blutabnahmen in den Räumlichkeiten von Humanplasma laut eigenen Angaben "an 25 bis 30 verschiedenen Sportlern" durchführte, blieb neben Graf vor allem Pumper in Erinnerung. "Bezüglich Pumper kann ich mich daran erinnern, dass diese sehr schlechte Venen hatte, und ich mir deswegen nicht sicher bin, ob wir tatsächlich eine Ery(throzyten)-Abnahme durchführen konnten", gab Höcker in seiner Beschuldigtenvernehmung am 29. September 2009 zu Protokoll.

Ceplak

Auch Krankenschwester Andrea W., die gemeinsam mit Höcker diese Blutabnahmen vornahm, konnte sich neben Graf konkret an Pumper erinnern. 800-m-Hallen-Weltrekordlerin Ceplak wurde hingegen vom geständigen Dopingsünder Bernhard Kohl, der seine Karriere im Herbst 2008 beendete, bei seiner Zeugenvernehmung am 30. März 2009 identifiziert. Der nach seinem dritten Tour-de-France-Rang 2008 entlarvte Radsportler gab an, dass Ceplak am 20. November 2005 gemeinsam mit ihm, dem ehemaligen Mountainbiker und nunmehrigen Spitzentriathleten Michael Weiss sowie einer anderen ausländischen Athletin zur Blutabnahme bei Humanplasma gewesen sei.

Die ehemalige LCC-Wien-Läuferin Ceplak wurde am 18. Juni 2007 positiv auf Erythropoietin (EPO) getestet und für zwei Jahre gesperrt. Auch Pumper wurde EPO zum Verhängnis. Die Langstreckenläuferin aus Wien ging den Dopingfahndern im Frühjahr 2008 gleich zweimal mit einem positiv Befund auf das im Spitzensport zu Blutdopingzwecken missbrauchte Hormon ins Netz. Die Folge war eine zweijährige Sperre bis 9. März 2010.

Javornik

Daneben wurde mit der Slowenin Helena Javornik, die 1995 den Wien-Marathon gewonnen hatte, noch eine weitere ehemalige Stechemesser- und LCC-Wien-Athletin wegen EPO-Dopings im März 2008 für zwei Jahre bis 11. Juni 2010 suspendiert. Auch der mittlerweile wegen versuchten Blutdopings und der Weitergabe von illegalen Dopingmitteln zu 15 Monaten teilbedingt verurteilte Ex-Sportmanager Stefan Matschiner war in seiner aktiven Zeit als Mittelstreckenläufer ein Schützling des Leipziger Sportarztes gewesen.

Slowenische Medien hatten im Frühjahr 2009 von einer möglichen Involvierung von Ceplak und Javornik in den österreichischen Blutdoping-Skandal berichtet. Beide Läuferinnen gaben daraufhin zu, zwar Kontakt mit Matschiner gehabt zu haben, bestritten aber bisher so wie die mittlerweile national wieder erfolgreiche Pumper sämtliche Dopingvorwürfe gegen ihre Personen. Stechemesser wollte zu den Vorwürfen gegen seine Person nicht Stellung nehmen. "Dazu sage ich gar nichts", lautete der knappe Kommentar des 57-Jährigen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
1 2
von Aachen
00
28.4.2011, 09:22
Zweierlei

Wenn in Spanien ein Spitzenradfahrer des Dopings überführt wird, kommt es zu keiner Strafe und kein Titel wird aberkannt. Wenn in Österreich jemand die Möglichkeit hat zu Dopen, dann wird er sofort gesperrt und von den Medien durch den Dreck gezogen.

Ernesto Chavez
00
28.4.2011, 09:21
Lügen über Lügen über

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Der Mann mit dem Hut
07
28.4.2011, 09:16
Alt aber treffend!

Zitat S. Graf: " Ich würd nie dopen, da könnt ich mich ja beim Rasieren nicht mehr in die Augen schauen!"

christian2009
01
28.4.2011, 08:58
übrigends

übrigends, gutes Buch vom Matschinger. Da sieht man das Ganze dann doch mit anderen Augen.

kamelchen hat ganz viel hunger
00
28.4.2011, 08:41

paul hoecker hat einen sehr schoenen nachnamen.

stuffy
61
28.4.2011, 06:57

Sie hat zwar nicht gedopt, wird aber wegen Dopings gesperrt - was ist denn das für eine vertro...lte Rechtssprechung?

Sind da nur mehr lauter Irre am Werk?

cucina
00
28.4.2011, 18:14

Gibt es auch eine linkssprechung?

zol ex
00
28.4.2011, 10:28

Plasmaentnahme zum Zweck einer eventuellen späteren Rückführung ist Teil einer Dopingmethode.

re flexion
14
28.4.2011, 07:29
Ist so

wie wenn ein Lehrer einen Schummler bei dir erwischt. Du hast ev. noch nicht geschummelt aber er gibt dir trotzdem einen "Fleck" wegen Schummelns.

roundabout
00
28.4.2011, 03:42
Der LCC Wien

seinerzeit vom Laufpapst Dolfi Gruber gegründet. Der würde sich im Grab umdrehen.

Kondratjew -Zyklus
 
11
28.4.2011, 02:55
Hauptsache, die Roten haben Frau Graf in den ORF gehievt.

Aber darüber schreibt niemand (mehr).

Yes I can!
00
28.4.2011, 09:42
beim kohl haben alle immer die övp-brücke betont...

weil der pröll mit einem in NÖ wohnenden sportler fotografiert wurde nach der leistung bei der TdF. bei graf vergisst man das lieber gaaaanz schnell...

Kondratjew -Zyklus
 
00
30.5.2011, 19:44
Für Mediengeile ist jeder Anlass recht.

forever52
00
28.4.2011, 01:35
Müssen d i e Ihre Förderungen...

...nicht zurückzahlen ?
Sponsorengelder, Sportförderung etc...

kamelchen hat ganz viel hunger
10
27.4.2011, 23:57

es wurde nicht gedopt in Ö! das WEISS ich! aber natuerlich wird in Ö den nestbeschmutzern mehr glauben geschenkt als den ehrlichen sportlern. unglaublich! wir sind TATSAECHLICH eine der wenigen sauberen nationen. genau DAS ist der grund dafuer, dass wir nicht in der absoluten weltspitze vorhanden sind, obwohl unsere SAUBEREN athlten sensationelle leistungen abliefern. nicht unsere athleten sind schuld, sondern die anderen - DIE DOPER!

Da Chigurh Toni
00
28.4.2011, 10:48
lol, scherz oder?

natürlich wird auch in österreich gedopt. frag mal nach bei den biathleten, schwimmern, radfahrern, fußballern, etc.

Epomania
00
28.4.2011, 08:47
Ö dopt nicht?

Glauben heißt nicht wissen. Fakt ist, dass volle kanne gedopt wird. Nur mit der wahrheit nehmen es manche nicht so genau. Es wird sich auch nichts ändern, solange doper von heute trainer und funktionäre von morgen sind.

hurchzua
00
27.4.2011, 16:40
Da kann man gleich an den Osterhasen glauben,

wenn man meint, dass auch nur ein Weltmeister oder Olympiasieger über die 800m der letzten 20 jahre nicht gedopt war.

Das sagt einem die Logik:
1.) Einige der Weltbesten waren definitiv gedopt.
2.) Doping bringt bei dieser Sportart eindeutige Vorteile.
3.) Die Leistungsdichte ist in einer solchen Weltsportart ernorm.
4.) Einen "Wettbewerbsnacht" nicht gedopt zu haben, lässt sich daher weder durch hervorragende Anlagen noch durch Training aufholen.

linuxforeverlinux
120
27.4.2011, 17:44

bereits mit ihrer einleitung haben sie zugegeben, dass sie keine ahnung von logik haben!
sie meinen, dass einige der weltbesten ( welche?? ) gedopt haben --> ok, das mag ja stimmen, aber ihre schlussfolgerung daraus ist komplett falsch, weil es dann nicht zwingend heissen muss, dass auch andere weltklasseathleten gedopt haben müssen!
ganz einfach: wenn sie 10 weisse schwäne sehen, muss nicht zwangsläufig der 11te auch weiss sein!

Christobal Daumenzee
00
27.4.2011, 20:32
der 11te Schwan, der war's

wenn ich zehn weisse, gedopte schwäne sehe, ist es völlig egal, ob der 11te gedopte schwan weiß, schwarz oder pink ist!
ihre vergleiche hinken gewaltig - da ist es fast schon sarkasmus, wenn sie anderen postern (in vielen ihrer kommentare zu allen möglichen themen) keine ahnung von logik vorwerfen.
sie sollten IHRE logik mal überprüfen!

jumpingjack flash
00
27.4.2011, 19:59

alle sind gedopt - die wahrscheinlichkeit dass wer gegen gedopte gewinnt - also ohne MEHR leistung bringt = null.

Jussumen
01
27.4.2011, 19:55
dass ich nicht lache

die "logik" mit den schwänen ist der hammer. selten so etwas dummes gelesen. bei den beispielen der gedopten weltklasseathleten weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.
eine frage an sie: wenn marion jones, die nachweislich thg genommen hat (vermutlich auch noch epo), von einer anderen dame im 100m lauf geschlagen wird liegt es doch nahe dass die andere dame auch gedopt hat oder? die leistungsfähigkeit durch die einnahme von anabolen steroiden (wie z.B. thg) steigt ENORM an, sodass es unmöglich ist für eine natural athletin mit der gedopten athletin mitzuhalten, geschweige denn sie zu schlagen.

Dr Don Tango
07
27.4.2011, 16:30

man hat das gefühl nur der sungi alfred ist der einzige lichtblick beim lcc.

fesch & gscheit
03
27.4.2011, 20:34
ja

kann man so sagen. der alfred kann zwar (meistens) nicht vom laufen allein leben, ist aber als sportler ein echtes vorbild. sowas findet man sonst beim lcc nicht.

Pavo Nurmi
01
27.4.2011, 17:02
genau so ist es...

...der alfred ist das wahre aushängeschild des lcc.

er hat in wahrheit in den letzten 10 jahren mehr leute zum laufen gebracht als steffi graf, susi pumper und andreas berger zusammen.

und das ganz ohne in der weltklasse mitzulaufen.

wenn auch seine zeiten (für einen amateur) sehr sehr respektabel sind!

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