VW startet mit Rekorden ins Jahr

27. April 2011, 11:26
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Europas größter Autobauer verkürzte Abstand zu Weltmarktführer Toyota weiter

Wolfsburg - Gewinn verdreifacht, Umsatz um ein Drittel gesteigert: VW kommt seinem Ziel, den angeschlagenen Branchenprimus Toyota vom Thron zu stoßen, einen großen Schritt näher. 2011 steuert der Volkswagen-Konzern erneut ein Rekordjahr an.

Im Auftaktquartal stieg der Umsatz um über 30 Prozent auf 37,5 Mrd. Euro. Erstmals lieferte VW von Jänner bis März weltweit zwei Millionen Autos aus, 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Unter dem Strich standen 1,7 Mrd. Euro Gewinn. Das waren mehr als dreimal so viel wie im Vorjahresquartal mit 473 Mio. Euro.

"Der Verlauf des ersten Quartals zeigt die Stärke und Robustheit des Volkswagen Konzerns", sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Mittwoch in Wolfsburg. "Volkswagen ist 2010 auf die Überholspur gegangen. Und genau dort wollen wir auch im laufenden Jahr bleiben."

Für das Gesamtjahr geht VW davon aus, dass Umsatz und operatives Ergebnis die Rekordwerte des Vorjahres erneut übertreffen werden. Risiken seien aber die schwankenden Zinsen und Wechselkurse sowie die Rohstoffpreise.

Das Ergebnis sei vor allem von der anhaltend hohen Nachfrage in China, Indien, Zentral- und Osteuropa sowie in Nord- und Südamerika getragen worden, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Allein die chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften hätten ein anteiliges operatives Ergebnis von 557 Mio. Euro erwirtschaftet, die im operativen Konzerngewinn von 2,9 Mrd. Euro noch nicht enthalten seien.

Sein finanzielles Polster hat der Konzern erneut verbessert. Mit 19,6 Mrd. Euro in der Kasse - nach 18,6 Mrd. Euro Ende 2010 - sieht sich VW für anstehende Herausforderungen gut gerüstet: VW will bis spätestens 2018 größter und profitabelster Autobauer der Welt werden - und hat einen großen Schritt dorthin getan. Dagegen leidet der derzeit größte Autobauer der Welt, Toyota, unter den Folgen der japanischen Erdbebenkatastrophe. Ihm droht zudem eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

Audi als Erfolgsfaktor

Vor allem die Kernmarken VW und die Premiumtochter Audi trugen zum Erfolg bei. Die VW-Modelle Polo, Tiguan, Touareg, Jetta, Passat und Sharan seien besonders stark gefragt gewesen, heißt es im Zwischenbericht. Die Marke VW konnte ihr operatives Ergebnis mehr als verdoppeln - von 416 Mio. auf 1,06 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg von 18,6 auf 23 Mrd. Euro. Die tschechische Tochter Skoda setzte ihren Erfolgskurs fort, ihr operatives Ergebnis stieg von 100 auf 187 Mio. Euro.

Die VW-Tochter Audi steuerte mit einem operativen Ergebnis von 1,11 Mrd. Euro - nach 478 Mio. - erneut den größten Batzen zum operativen Konzerngewinn bei. Der Umsatz bei Audi knackte in den ersten drei Monaten die Marke von 10 Mrd. und wuchs um gut 27 Prozent auf 10,5 Mrd. Euro. Auch die künftige VW-Tochter Porsche startete mit hohem Tempo ins Jahr und verdoppelte im Auftaktquartal ihr operatives Ergebnis auf 496 Mio. Euro. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 2,28 Mrd. Euro zu.

Sorgenkind unter den neun Konzernmarken blieb die spanische Tochter Seat, die ihre Verluste allerdings im ersten Quartal deutlich verringern konnte. Nach einem Minus von 110 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum steht jetzt noch ein Verlust von zwölf Mio. in der Bilanz. Bei der Luxusmarke Bentley verringerte sich der operative Verlust um elf Mio. auf 25 Mio. Euro. Belastet wurde Bentley durch Vorleistungen für neue Produkte und Wechselkurseffekte.

Die Nutzfahrzeugsparte verkaufte im ersten Quartal 108.000 Einheiten und kehrte nach einem Verlust von 16 Mio. Euro mit einem operativen Gewinn von 92 Mio. Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Der Nutzfahrzeughersteller Scania, bei dem VW die Mehrheit der Stimmrechte hält, steigerte sein operatives Ergebnis wegen der höheren Nachfrage nach schweren Lkw und Bussen um 162 Mio. auf 376 Mio. Euro. Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen konnte sein Operative Ergebnis mit 287 Mio. Euro mehr als verdoppeln. (APA)

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