Bisher kein Leck im Reaktor in Fukushima gefunden

27. April 2011, 11:16
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Atomsicherheitsbehörde: Jedoch nur Teil des Gebäudes untersucht – Arbeiter waren weit erhöhter Strahlung ausgesetzt

Tokio - Ferngesteuerte Roboter haben bei einer Kontrolle des Reaktorbehälters des bei der Naturkatastrophe havarierten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima zunächst "keinen bemerkenswerten Wasserausfluss" entdeckt. Dies teilte der AKW-Betreiber Tepco nach japanischen Medienberichten am Mittwoch mit. Die Untersuchungen würden fortgesetzt. Dazu werde mehr Wasser in den Behälter geleitet. Es solle dann unter anderem gemessen werden, ob es beim Druck Veränderungen gibt, hieß es bei der Nachrichtenagentur Kyodo.

Der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde Nisa, Hidehiko Nishiyama, sagte vor Journalisten, dass dennoch die Möglichkeit eines Lecks bestehe. Die Roboter hätten nur einen Teil des Reaktorgebäudes untersucht.

Falls keine Probleme auftauchten, könne in den kommenden Tagen damit begonnen werden, die Brennstäbe wieder vollständig mit Wasser zu bedecken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

Die Agentur Kyodo hatte unter Berufung auf die Atomsicherheitsbehörde gemeldet, dass aus dem Reaktor 1 möglicherweise Wasser auslaufe. Dies könne das Einleiten von Kühlwasser in die innere Schutzhülle behindern, mit dem die Brennstäbe im Inneren vor dem Schmelzen bewahrt werden sollen. Das Mega-Erdbeben und der nachfolgende Tsunami am 11. März hatten das Atomkraftwerk schwer beschädigt. 

Arbeiterin war dreifach zu hoher Radioaktivität ausgesetzt

Eine Arbeiterin hat im Atomkraftwerk Fukushima in Japan eine viel zu hohe Strahlendosis abbekommen. Der Wert sei mit 17,55 Millisievert mehr als dreimal so hoch wie der festgelegte Grenzwert von fünf Millisievert für einen Zeitraum von drei Monaten, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch den AKW-Betreiber Tepco. Gemessen wurde der Wert bereits Ende März. Die Frau, die um die 50 Jahre alt sei, habe derzeit keine gesundheitlichen Probleme. Gefährlich bei radioaktiver Verstrahlung sind allerdings die Langzeitfolgen - wie etwa ein erhöhtes Krebsrisiko.

Zwei weitere Frauen seien wohl ebenfalls einer Strahlendosis oberhalb des Grenzwertes ausgesetzt gewesen, hieß es unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde Nisa weiter. Noch sei nicht geklärt, wie es zu der Verstrahlung kam. Möglicherweise hätten die Arbeiterinnen stark radioaktiv belasteten Staub eingeatmet, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji. Seit 23. März arbeiten demnach keine Frauen mehr an dem zerstörten Kraftwerk.

Vor einigen Tagen hatte Kyodo berichtet, dass es mittlerweile 30 Fukushima-Helfer gibt, deren Gesamtdosis bei mehr als 100 Millisievert liegt. Zum Vergleich: Für Mitarbeiter von Atomkraftwerken in Deutschland ist eine Strahlendosis von höchstens 20 Millisievert pro Jahr erlaubt. (APA)

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