Amazon enttäuscht mit Gewinneinbruch

27. April 2011, 08:39
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Der Kampf um Marktanteile hinterlässt beim weltgrößten Internet-Kaufhaus deutliche Blessuren

New York/Seattle - Der Kampf um Marktanteile hinterlässt beim weltgrößten Internet-Kaufhaus Amazon.com deutliche Blessuren. Wegen Investitionen in neue Geschäftsfelder verbuchte der US-Konzern im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch. Der Ebay-Konkurrent wies am Dienstag nach Börsenschluss in New York einen Überschuss von 201 Millionen Dollar (137,5 Mio. Euro) aus. Das waren fast 33 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Gewinn je Aktie belief sich auf 44 Cent. Analysten hatten mit 61 Cent je Dividendenpapier deutlich mehr erwartet. Der Umsatz kletterte den Angaben nach um 38 Prozent auf 9,86 Milliarden Dollar.

Amazon-Aktien brachen nachbörslich zunächst deutlich ein. Später notierten sie in etwa auf ihrem regulären Schlusskurs. Für das zweite Quartal geht Amazon von einem Umsatz von 8,85 bis 9,65 Milliarden Dollar aus. Damit würde der Online-Händler die Markterwartungen von 8,7 Milliarden Dollar übertreffen. Der Betriebsgewinn wird nach Schätzungen von Amazon zwischen 95 und 245 Millionen Dollar nach 207 Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum liegen.

"Niemals enthusiastischer"

"Wir waren niemals enthusiastischer, was die langfristigen Möglichkeiten angeht", sagte Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos am Dienstag und versuchte damit, die Anleger für seinen manchmal schmerzhaften Wachstumskurs zu gewinnen. In den vergangenen Jahren wurde Amazon für seine rasante Entwicklung und zweistellige Wachstumszahlen oft gelobt. Das 1994 gegründete Unternehmen schaffte den Sprung vom einfachen Online-Buchhändler zum Marktführer bei Internethandelskonzernen. Im vergangenen Sommer wurden erstmals mehr digitale Bücher als Printausgaben verkauft. Das Lesegerät Kindle gilt bereits als erfolgreichstes Vertriebsprodukt, muss sich aber nun des immer beliebter werdenden iPads von Apple erwehren.

Bezos will auch weiterhin kräftig in neue Produkte und Services investieren. Im laufenden zweiten Quartal dürfte sich das jetzige Bild deshalb wiederholen. Der Firmenchef prophezeite einen kräftig steigenden Umsatz und einen sinkenden Gewinn. Bereits in den vorangegangenen Quartalen hatte Bezos die Spendierhosen an und verärgerte damit die Aktionäre.

Amazon muss aufpassen - der Online-Marktplatz Ebay sitzt dem Händler im Nacken. Beide Firmen haben mittlerweile ein kleines Imperium aufgebaut. Zu Amazon gehören neben dem Schuhverkäufer Zappos.com auch der Babyartikel-Spezialist diapers.com sowie die Online-Drogerie soap.com. Ebay hatte den deutschen Online-Shopping-Club brands4friends übernommen und bietet mit seiner Tochter Paypal auch Bezahldienste im Internet an.

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft wuchs Ebay zwar deutlich langsamer, doch verdiente dafür mehr. Ebay legt die Zahlen für das erste Quartal am späten Mittwoch vor. (APA)

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