Zwei Jahre nach Todesflug AF 447: Blackbox gefunden, Gehäuse ist leer

27. April 2011, 18:52
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Tauchgang im Atlantik: Roboter zu Wrackteil in 4.000 Meter Tiefe hinabgelassen - Hinterbliebene klagen

Paris -Knapp zwei Jahre nach dem Air-France-Absturz über dem Südatlantik ist am Unglücksort das Gehäuse des Flugdatenrekorders gefunden worden. Das gaben die Flugunfallermittler der französischen Behörde BEA am Mittwochabend bekannt. Allerdings war das von Trümmern umgebene Gehäuse leer. Unklar blieb, wo das Aufzeichnungsgerät - das sogenannte Crash Survivable Memory Unit (CSMU) - mit den wichtigen Daten ist. Nach dem ersten zwölfstündigen Einsatz des Tauchroboters habe am Mittwoch ein zweiter Tauchgang begonnen.

Ein Tauchroboter sei an der Bergungsstelle ins Wasser gelassen worden, teilte die Luftfahrtermittlungsbehörde BEA mit. Das Spezialschiff "Ile de Sein" hatte am frühen Morgen mit 68 Menschen an Bord den Ort erreicht, wo Anfang April in 4.000 Metern Tiefe ein großes Wrackteil mit Leichen entdeckt worden war.

Die französische Regierung erhofft sich von der Mission Aufschluss über die Ursache des Absturzes der Maschine während des Fluges AF-447 am 1. Juni 2009. Auskunft darüber kann nur die Blackbox geben, die in dem georteten Teil vermutet wird.

Hinterbliebene klagen

Knapp zwei Jahre nach dem Absturz haen Hinterbliebene BEA verklagt. Sie werfen den staatlichen Ermittlern vor, die Aufklärung des Unglücks behindert zu haben, wie der Anwalt Yassine Bouzrou am Mittwoch sagte. Das Wrack des Flugzeugs, das von Rio de Janeiro nach Paris unterwegs war, wurde erst im April gefunden. Die für die Suche verantwortliche BEA habe das Gebiet, wo die Reste letztendlich entdeckt wurden, aber bereits direkt nach dem Absturz untersucht, kritisierte Bouzrou.

Seine Mandanten hätten den Verdacht, dass Einzelheiten bewusst zurückgehalten wurden, um ein Vergehen zu verschleiern oder die Verurteilung von Schuldigen zu verhindern. Am Dienstag begann die Bergungsaktion des großen Wrackteils mit Leichen, in dem auch die Black Box der Maschine vermutet wird. Die Hinterbliebenen fürchten, dass die Geräte nach fast zwei Jahren in knapp 4.000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund nicht mehr brauchbar sind. Beim Absturz des Airbus am 1. Juni 2009 waren 228 Menschen gestorben.

(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Anfang April wurden diese Aufnahmen in 4.000 Metern Tiefe gemacht - jetzt wurde mit der Bergung begonnen.

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