Feuerameisen werden zu Rettungsboot

26. April 2011, 19:23
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Schwarmintelligenz hilft den Insekten bei Überflutungen - alle Tiere überleben

 In ihrem Lebensraum im brasilianischen Regenwald werden Rote Feuerameisen (Solenopsis invicta) von regelmäßigen Überschwemmungen heimgesucht. Bereits bekannt war, dass sich die Insekten mit ihren Körpern zu Flößen vereinigen. Wie das genau funktioniert, haben nun erstmals Wissenschafter um David Hu vom Georgia Institute of Technology in Atlanta experimentell getestet.
Die Forscher setzten dazu Gruppen aus 500 bis 8000 Ameisen auf Wasser aus. Sofort bildeten die Tiere einen Klumpen, der sich innerhalb einiger Minuten zu einer „Palatschinkengestalt" stabilisiert habe. Etwa die Hälfte der Kolonie sei untergetaucht und habe eine Art Floß gebildet, das den Rest getragen habe, berichtet das Team im Fachblatt PNAS.

So könnten tausende bis Millionen von Passagieren transportiert werden, ohne dass auch nur einer von ihnen sterbe. Beim Ineinanderweben hätten die Ameisen Luftbläschen eingeschlossen. Das rette die untergetauchten Tiere vor dem Ertrinken und gebe dem Floß zusätzlichen Auftrieb.
In dieser schwimmenden Formation könnten die rote Feuer_ameisen mehrere Monate verweilen und so immer wieder neue Gebiete besiedeln. Entfernten die Forscher einzelne Tiere, seien sofort Nachbarn aufgerückt, um die Stabilität des Floßes zu sichern. Die Wissenschafter, darunter auch Maschinenbauer, wollen die Konstruktionsfähigkeiten der Ameisen mit intelligenten Robotern nachahmen. (APA, red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4. 2011)

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    Feuerameisen organisieren sich bei Hochwasser zu einem schwimmenden Floß. Auch die untergetauchten Tiere bekommen Luft.

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